Kanada und USA peilen Eishockey-Traumfinale an
Die beiden Top-Favoriten überstehen das Viertelfinale jedoch erst nach Verlängerung. Im Halbfinale treffen beide Teams auf starke europäische Konkurrenz.
Mit viel Mühe wahren die zwei Topfavoriten die Chance auf das Traumfinale beim olympischen Eishockeyturnier der Männer in Mailand.
Am Freitag warten auf die NHL-Auswahlen von Kanada und USA nun die letzten Hürden auf dem Weg ins Endspiel (Sonntag, 14:10 Uhr).
Kanada bekommt es im Halbfinale mit Titelverteidiger Finnland zu tun (16:40 Uhr) und bangt um den angeschlagenen Kapitän Sidney Crosby. Anschließend fordert das Überraschungsteam Slowakei das US-Team (21:10 Uhr). Olympia Ticker>>>
Kanada bangt um Kapitän
Der 39 Jahre alte Olympiasieger von 2010 und 2014 verletzte sich am Mittwoch beim dramatischen Viertelfinalsieg gegen Tschechien. Beim 4:3 nach Verlängerung ging Crosby, der etliche harte Checks einstecken musste, im Mittelabschnitt nach einem Zusammenstoß mit Radko Gudas in die Kabine und kam danach nicht mehr wieder.
"Das ist natürlich hart, wenn du deinen Kapitän so siehst", sagte Abwehrstar Drew Doughty. Er könnte im Halbfinale aber wieder dabei sein. "Das Turnier ist für Sid keinesfalls vorbei", sagte Teamchef Jon Cooper. "Wir werden niemanden gefährden, aber wenn er spielen kann, wird er spielen. Wir wissen in 24 Stunden mehr."
Die NHL-Startruppe um Connor McDavid, Nathan Mackinnon und Crosby hatte viel Mühe mit den Tschechen, die bis kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit noch 3:2 führten. Nick Suzuki (57.) rettete den Favoriten in die Verlängerung, in der Mitch Marner die Partie zugunsten der Kanadier entschied.
"Mir hat einmal wer gesagt, dass wir im Unterhaltungsbusiness sind. Wenn du das nicht unterhaltsam findest, weiß ich nicht, was dein Herz höher schlagen lässt", meinte Cooper nach dem Thriller.
Titelverteidiger entging dem Aus knapp
Finnland, das sich vor vier Jahren in Peking in Abwesenheit der NHL-Profis Gold holte und mit Mikko Lehtonen nur einen Spieler der damaligen Erfolgstruppe wieder dabei hat, stand gegen die Schweiz ebenfalls knapp vor dem Aus. Die Skandinavier machten im Finish durch Sebastian Aho (54.) und Miro Heiskanen (59.) einen 0:2-Rückstand wett und zogen dank des Overtime-Treffers von Artturi Lehkonen ins Halbfinale ein.
Auch das US-Team musste eine Zusatzschicht einlegen. Verteidiger Quinn Hughes, der Mitte Dezember in einem großen Spielertausch, in den auch der Vorarlberger Marco Rossi involviert war, von Vancouver zu Minnesota Wild wechselte, schoss seine Mannschaft in der Verlängerung zum 2:1-Sieg gegen Schweden.
Für die US-Amerikaner war es ein echter Test, wurden die Skandinavier doch als stärkster Herausforderer der Nordamerikaner eingestuft. Nach dem überraschenden dritten Platz in der Gruppenphase trafen sie aber schon früh auf einen der Topfavoriten und fahren mit leeren Händen heim.
US-Stars gegen Außenseiter
"Wir haben Spieler, die den Stanley Cup gewonnen haben und in den Playoffs weit gekommen sind, und Superstars der Liga. Wir haben eine widerstandsfähige Mannschaft mit viel Erfahrung", sagte Hughes und warnte vor Außenseiter Slowakei, der im Viertelfinale Deutschland 6:2 bezwang.
"Sie sind in Topform, konkurrenzfähig und schnell. Es spielt keine Rolle, wie viele Superstars man hat oder was auch immer, es geht nur um den Willen." Die Slowakei holte sich im Qualifikationsturnier im September 2024 in Bratislava unter anderem dank eines 2:1-Siegs gegen Österreich das Olympia-Ticket.