Der Modus
Die zwölf Teilnehmer (elf auf sportlichem Weg qualifiziert & Gastgeber Italien) wurden per Weltrangliste in drei Gruppen aufgeteilt:
A: CAN, CZE, SUI, FRA
B: SWE, FIN, SVK, ITA
C: USA, GER, LAT, DEN
Die drei Gruppensieger sowie der beste Zweite steigen direkt ins Viertelfinale auf. Die restlichen Teams spielen eine Qualifikationsrunde, dort trifft in umgekehrter Reihenfolge etwa der zweitbeste Gruppenzweite auf den schlechtesten Gruppenletzten.
Jedem Team sind damit zumindest vier Spiele bei Olympia garantiert. Um Gold zu gewinnen, muss ein Team drei bis vier K.o.-Spiele überstehen, was eine Vorhersage natürlich schwer macht.
Die Referees
Die IIHF hat wie bei vielen anderen Dingen schon längst das Heft des Handelns an die NHL abgegeben. Wenn NHL-Profis spielen, sind auch NHL-Referees dabei, heuer etwa sechs Heads und sieben Linesmen (IIHF: sieben Heads und sechs Linesmen).
Die NHL-Referees werden wohl vor allem bei den Spielen der fast ausschließlich mit NHL-Cracks bestückten Teams (CAN, USA, SWE, FIN) eingesetzt, die Nationalität spielt ohnehin keine Rolle. Auch bei den Finalspielen wären Einsätze der IIHF-Referees eine Überraschung.
Bemerkenswert: Die DEL stellt mit Andre Schrader sowie Andris Ansons und Sean MacFarlane gleich drei Headreferees. MacFarlane (USA) und Michael Campbell (CAN) erweitern das nordamerikansiche Head-Aufgebot durch die Hintertür um weitere zwei Mann, dazu kommen noch drei Nicht-NHL-Linesmen aus Übersee.
Weder Head-Referees noch Linesmen stellen neben dem Gastgeberland die Slowakei, Lettland, Frankreich und die Schweiz, deren internationale Ref-Einsätze in der Ära nach IIHF-Präsident Rene Fasel stark zurückgegangen sind.
Die Regeln
Grundsätzlich gilt: Olympia ist (gerade noch so) ein IIHF-Turnier, daher gelten auch die internationalen Regeln. Zwar näherte sich das IIHF-Regelbuch in den letzten Jahren immer mehr dem aus der NHL an, trotzdem bleiben noch einige Unterschiede bestehen.
Was am augenscheinlichsten sein könnte: Im Gegensatz zur NHL werden in Europa die Center bei Faceoff-Vergehen nicht weggeschickt, sondern bekommen noch eine zweite Chance. Diese Regel gibt es in der NHL (noch) nicht, dort muss bei einem Vergehen ein anderer Spieler ran. Das könnte zumindest zu Beginn für Verwirrung sorgen.
Auch bei Penalty-Shots und Shootouts gibt es Unterschiede: In der NHL muss stets der gefoulte Spieler ran, in Europa darf der Schütze wie beim Fußball frei gewählt werden (ausgenommen Goalies). Bei Shootouts treten laut IIHF-Regeln (die ICE oder DEL weichen davon ab) fünf Spieler pro Team an, in der NHL nur drei.
Für die meisten Diskussionen vor Olympia sorgen die divergierenden Regeln zu Faustkämpfen. Bezeichnend dafür, dass die IIHF den Artikel zum "Fighting" im "Pearlclutcher"-Stil beginnt: "Fighting ist not part of international ice hockey´s DNA."
Allerdings: Fights führen auch in Europa nicht mehr automatisch zu Spieldauerdisziplinar-Strafen, nicht nur weil Ligen wie die ICE auch hier das NHL-Regelbuch übernommen haben. Die IIHF lässt sich auch insofern eine Hintertür offen, dass Spieler in die Kabine geschickt werden können (und nicht müssen), gesteht den Refs auch eine weite Bandbreite an Strafen zu. "Fighting" wird dann schnell zu "Roughing" mit der Ausweichstrafe 2 & 2.
Allerdings: Auch bei den letzten Teilnahmen der NHL-Spieler verliefen die Spiele sittsam, es kam keineswegs zu großen Fights. Alleine schon deswegen, weil in den Aufgeboten keine Goons zu finden sind.
Aber das Four-Nations-Tournament im letzten Februar, als das Vorrundenspiel USA – Kanada völlig entgleiste und politische Statemens der beiden Nationen mit den Fäusten ausgetragen wurden, sollte für die Referees doch etwas als Vorwarnung dienen...