Ursache inzwischen gefunden! Auch Payers Medaille fiel vom Band
Beim Aufprall auf Boden entstehen Dellen, beim Wieder-Zusammenbasteln Kratzer am Edelmetall. Die Organisatoren reagieren und bieten Reparaturen an.
Bei Siegesfeiern kann schon einmal etwas kaputtgehen, die Medaillen sollten es aber nicht sein. Die Vorfälle häufen sich, dass das von Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina gewonnene Edelmetall den Belastungen des Herumhüpfens nicht standhält.
In einigen Fällen löste sich der Stift, der die Medaille und das Band zusammenhält. Beim Aufprall auf den Boden entstehen Dellen und beim Wieder-Zusammenbasteln Kratzer an Gold, Silber und Bronze.
Erfahrungen mit heruntergefallenen Medaillen haben u.a. US-Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson, die schwedische Langläuferin Ebba Andersson (Silber), US-Eiskunstläuferin Alysa Liu (Gold), der deutsche Biathlet Justus Strelow (Bronze), aber auch Österreichs Snowboarderin Sabine Payer mit ihrer Silbernen gemacht.
Payers Schmuckstück überstand die Landung unbeschadet. Laut ihrem Ehemann Alexander Payer konnte das Problem rasch selbst behoben werden.
Ursache wird nicht genannt, aber Reparatur möglich
Inzwischen haben die Organisatoren die Ursache gefunden und allen Betroffenen auch eine Reparatur angeboten.
"Wir haben uns sofort zielgerichtet darum gekümmert, es gibt eine Lösung. Jetzt wird es Maßnahmen geben", sagte ein Sprecher des Organisationskomitees, ohne Details zu nennen. Alle Sportlerinnen und Sportler, die Probleme mit ihren Medaillen haben, seien eingeladen, diese zur Reparatur einzureichen.
"Wir fühlen uns verpflichtet, dass die Medaillen die höchsten Qualitätsstandards erfüllen", sagte der Sprecher. Es handle sich nur um eine kleine Anzahl mit Defekten, wurde festgehalten.
Während die Ursache nicht genannt wurde, hat man zumindest die Zuständigkeit schnell gefunden. Hergestellt wurden die Medaillen nämlich von der Staatlichen Münzprägeanstalt Italiens. Olympiasiegerin Johnson hat bereits eine Ersatzmedaille erhalten, die aber noch graviert werden muss.
Die defekte Medaille habe sie aber nicht behalten dürfen, ließ die 30-Jährige wissen. "Sie mögen es nicht, wenn du mehrere davon hast", sagte Johnson lachend vor dem Start der Team-Kombination in Cortina d'Ampezzo.
Auslösemechanismus oder Gewicht schuld?
Andrea Francisi vom Organisationskomitee hatte zuvor erklärt, dass man die Bilder gesehen habe und sich damit beschäftige.
Es heißt, dass ein gesetzlicher Auslösemechanismus verhindern soll, dass Trägerin oder Träger gewürgt werden, wenn an dem Band gezogen wird. Gemutmaßt wird auch, dass die Medaillen schlicht zu schwer für das Band sind.
Die Medaillen haben einen Durchmesser von 80 mm und sind 10 mm dick. Sie wiegen zwischen 420 und 506 g. Jene für die Olympiasieger bestehen hauptsächlich aus Silber und sind mit Gold überzogen. Die Bronzemedaillen sind aus Kupfer gefertigt.