Gleichzeitig offenbarte der Test den aktuellen Zustand der Arena. In mehreren Bereichen wurden noch Bauarbeiten durchgeführt, etwa an den Tribünen, weshalb der gesamte Oberrang nicht zugänglich war.
Umkleidekabinen waren teilweise nicht fertiggestellt, Parkflächen vor der Halle standen nicht zur Verfügung. Der ursprünglich geplante Food Court im Inneren der Arena wird nicht realisiert, stattdessen sollen während der Spiele Foodtrucks vor der Arena eingesetzt werden.
Auch infrastrukturelle Anpassungen stehen noch an, darunter der Austausch des derzeitigen Scoreboards gegen ein größeres Modell sowie Reparaturen an der Fassade.
Offene Baustellen abseits des Eises
Der Spielbetrieb selbst verlief ohne größere Zwischenfälle.
Ein kleines Loch in der Eisfläche führte zu einer kurzen Unterbrechung, wurde jedoch als unkritisch eingestuft. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass der Eiszustand bis zum Beginn der Olympischen Spiele den Anforderungen entsprechen wird.
Deutlich problematischer stellt sich die Situation abseits der Hauptspielfläche dar. Die Trainingshalle, neben der Santagiulia Arena situiert, befindet sich noch nicht in einem voll funktionsfähigen Zustand.
Sie ist für alle Teams von elementarer Bedeutung, da die Spielstätte mit drei Spielen pro Tag ausgelastet ist und somit nur dort trainiert werden kann.
Von 14 Umkleidekabinen waren beim Test lediglich drei vollständig nutzbar. Jene Kabinen, die von den Teams während ihrer Begegnungen verwendet werden, gelten als beengt und entsprechen nicht dem Standard, den insbesondere Spieler aus der NHL gewohnt sind.
Zusätzliche Aufmerksamkeit zieht die Größe der Eisfläche auf sich. Diese fällt kleiner aus als in der NHL und verstößt damit gegen eine bestehende Vereinbarung zwischen der NHL, der NHLPA und der IIHF.
Der Umstand ist insofern bemerkenswert, als die Rückkehr der NHL-Spieler zu den Olympischen Spielen erstmals seit 2014 einen der sportlichen Schwerpunkte des Turniers darstellt.
Wenig Spielraum, bekannte Risiken
Trotz der offenen Punkte zeigen sich die internationalen Gremien nach außen zuversichtlich.
Eine NHL-Delegation verschaffte sich vor Ort einen Eindruck vom Fortschritt, das IOC äußerte sich positiv über die Entwicklung. IIHF-Präsident Luc Tardif erklärte sinngemäß, es gebe keinen Anlass zu der Annahme, dass die Teilnahme der NHL-Spieler gefährdet sei.
Die Situation weckt dennoch Erinnerungen an frühere Olympische Spiele. Bei den Winterspielen 2006 in Turin wurde der Palasport Olimpico erst kurz vor Turnierbeginn fertiggestellt.
Damals mussten Teile des unteren Zuschauerrangs nachträglich entfernt werden, da die Ausfahrt der Eismaschine zu klein dimensioniert war. Der Vergleich gilt seither als Beispiel für die Risiken enger Zeitpläne bei Großveranstaltungen.
In Mailand bleibt nun wenig Spielraum. Mit nur noch drei Wochen bis zum ersten geplanten Olympia-Spiel in der Santagiulia Arena ist der Fertigstellungsgrad der Halle zu einem entscheidenden Faktor für den Ablauf des olympischen Eishockey-Turniers geworden.
Die bisherigen Tests haben Fortschritte erkennen lassen, zugleich aber auch verdeutlicht, wie eng der verbleibende Zeitrahmen ist.