Hirner über Umwege dabei
Obwohl die Nordische Kombination der Frauen bei diesen Spielen nicht im Programm steht, darf Hinter Rot-Weiß-Rot in Cortina vertreten. Denn sie wurde ins vierköpfige Aufgebot der Skispringerinnen nominiert.
Die 22-Jährige sieht sich zwar weiterhin als Kombiniererin: "Es wäre jetzt das Schönste, als Kombiniererin zu Olympia zu fahren. Jetzt ist aber mindestens genauso schön, als Spezialspringerin Österreich vertreten zu dürfen."
Die gebürtige Leobenerin hofft aber auch darauf, dass sie 2030 als Kombiniererin starten darf: "Die Hoffnung ist jetzt schon sehr groß. Das Interesse ist sehr wohl da. Ich glaube, uns hat nichts besseres passieren können, wie die WM in Trondheim, als wir vor vielen tausenden Zuschauern antraten."
Nordische Kombination seit Anfang an dabei
Das Ziel des IOCs ist es, weiter die Geschlechterparität voranzutreiben. Das bedeutet auch, dass es bei den Spielen 2030 die Nordische Kombination nur für Männer und Frauen geben kann.
Sollte sich das Olympische Komitee jedoch gegen eine Aufnahme der Frauen entscheiden, könnte das gleichzeitig auch das generelle Aus für die nordische Königsdisziplin bedeuten.
Somit würde eine der tradionsreichsten Olympia-Sportarten gestrichen werden, denn die Nordische Kombination ist bereits seit den ersten Winterspielen 1924 Teil des Programms.
Lamparter: "Werde mir einen neuen Job suchen müssen"
Für Gesamtweltcup-Leader Johannes Lamparter könnten somit seine zweiten Olympischen Spiele gleichzeitig seine letzten sein. Doch auch bei ihm besteht große Hoffnung auf eine Teilnahme 2030.
"Ich bin recht positiv. Ich seh das ähnlich wie beim Skispringen. Es hat ein bisschen gebraucht, bis sich die Sportart entwickelt. 2022 war sicher zu früh, jetzt ist das Niveau sicher olympiatauglich, aber die Entscheidung ist halt dagegen gefallen. Natürlich hoffen jetzt alle darauf, dass 2030 einfach beide Geschlechter dabei sind", sagt der Tiroler.
Trotz der Hoffnung herrscht bei Lamparter gleichzeitig auch eine gewisse Machtlosigkeit: "Es liegt leider einfach nicht in unserer Hand, wenn sich das olympische Komitee dagegen entscheidet, werde ich mir wahrscheinlich einen neuen Job suchen müssen."
"Kosten nur sehr wenig Geld"
Ebenfalls um ihren Job fürchten müssen eventuell auch die Alpin-Snowboarder, denn auch dort gibt es Gerüchte über ein zukünftiges Olympia-Aus.
Zwei Athleten, für die diese Spiele sowieso die letzten sein werden, sind Andreas Prommegger und Benjamin Karl. Dennoch machen auch sie sich Gedanken über die Zukunft ihres Sports.
"Es wird viel geredet, es gibt so eine Watching-List, da ist unsere Disziplin drauf gewesen. Das heißt, es wird beobachtet, wie es sich entwickelt und wie das Interesse mit den Kosten im Zusammenhang steht", sagt Prommegger und gleichzeitig ergänzt er: "Ich mache mir da keine Gedanken, die Bewerbe sind bis jetzt sehr, sehr gut angekommen und Alpin-Disziplinen sind gar nicht so schwer durchzuführen."
Auch Karl teilt die Meinung seines Teamkollegen: "Es gibt überhaupt keinen plausiblen Grund, dass Alpin-Snowboarden nicht mehr olympisch sein wird. Wir haben eine super Frauenquote, wir kosten sehr wenig Geld und wir brauchen eigentlich nur eine präparierte Piste."
Nur einmal zwei Disziplinen
Alpines Snowboarden ist seit den olympischen Spielen 1998 in Nagano im Programm, wobei es meistens nur aus dem Parallel-Riesentorlauf bestand.
Einzig 2014 in Sotschi war mit dem Parallel-Slalom, wo Julia Dujmovits Gold holen konnte, ein weitere Disziplin olympisch.
Für Karl, der 2014 Bronze im Parallel-Slalom holen konnte, sollte sich die Diskussion um eine Erweiterung drehen.
"Dann bin ich wieder dabei"
"Die Frage, die sich für mich eigentlich stellt, ist, ab wann ist der Slalom wieder olympisch? Dafür müsste man nur die RTL-Piste nehmen, den Start runterverlegen und schon hat man einen zweiten Bewerb. Eine komplett eigenständige Disziplin, wie man an Arvid Auner sieht", sagt der Wahl-Osttiroler.
Auner liegt im Slalom-Weltcup als bester Österreicher auf Rang drei. Im olympischen RTL-Weltcup ist er aber 21. und somit nur fünfbester Österreicher, weshalb er auch bei Olympia nicht dabei ist.
Winterspiele könnten sich verändern
Ob bei den Alpin-Snowboardern eine weitere Disziplin hinzukommt, oder ob es komplett gestrichen wird, und ob die Nordische Kombination weiter olympisch sein wird, wird das IOC wohl nach den Spielen in Italien entscheiden.
Jedenfalls soll es Pläne rund um eine Änderung des Programms der Winterspiele geben. So könnten Hallensportarten wie Judo in Zukunft in den Winter verschoben werden, gleichzeitig könnten komplett neue Sportarten wie Crosslauf oder Cyclocross hinzukommen.
Damit könnte Benjamin Karl doch nochmal bei Olympia antreten, denn für den gebürtigen Niederösterreicher gibt es einen klaren Plan für die Zeit nach der Snowboard-Karriere: "Wofür mein Herz brennt ist, Radfahrer zu werden. Dann bin ich wieder dabei, im Cyclocross bei den nächsten olympischen Spielen."