Die Tops
Benjamin Karl: Der Parallel-Snowboarder wird mit 40 Jahren und 115 Tagen der älteste Einzel-Olympiasieger im Wintersport. Er ist nun Doppel-Olympiasieger und hat als erster österreichischer Wintersportler vier Einzel-Medaillen bei vier aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen gewonnen. Sein regelkonformer Jubel mit nacktem Oberkörper erregt weltweit Aufmerksamkeit.
Alessandro Hämmerle: Der Snowboard Crosser aus Vorarlberg darf sich ebenfalls Doppel-Olympiasieger nennen. Der als stiller Genießer und Familienmensch auftretende Vorarlberger bekam dank KI und ChatGPT-Diagnose seine Rückenprobleme in den Griff, die vom Fuß ausgingen. Fit steht er trotzdem nicht am Start. Eine Erkältung hält den 32-Jährigen aber nicht von der Verteidigung seines Olympiasieges ab.
Alpine Teamkombi: Gemeinsam können es Österreichs alpine Skirennläufer besonders gut. Einen Tag nach Silber für Vincent Kriechmayr und Manuel Feller in Bormio schafften Ariane Rädler und Katharina Huber mit Gold in Cortina eine Sensation. Bei diesem seit der WM 2025 neuen Format fährt eine Person die Abfahrt, die andere den Slalom.
Rodelverband: Mit vier Medaillen in fünf Olympiabewerben liefert Österreichs Rodelverband eine erwartet starke Performance im Eiskanal von Cortina ab. Dass es in keinem Bewerb zu Gold reicht, ist nur ein kleiner Wermutstropfen. Mit dreimal Silber und einer Bronzenen ist Österreich hinter Deutschland (3/1/1) und Italien (2/0/2) die drittstärkste Kraft im Eiskanal.
Fabio Gstrein: Der Slalom-Spezialist aus dem Ötztal behält mit Startnummer 12 die Nerven und holt mit Silber die einzige Einzel-Medaille der alpinen Ski-Männer. Als "Retter von Bormio" wird er anschließend in heimischen Medien gefeiert. Für den 28-Jährigen ist es das erste Edelmetall bei einem Großereignis.
Cornelia Hütter: Die Steirerin erfüllt sich bei ihren vierten Spielen, im insgesamt achten Rennen, das ihr letztes bei Winterspielen ist, ihren großen Traum: Sie gewinnt Super-G-Bronze und verabschiedet sich mit einer Verbeugung auf der Tofana von der großen Olympia-Bühne.
Johannes Lamparter: Zweimal Silber und Bronze im Teamsprint mit Stefan Rettenegger machen den Nordischen Kombinierer zum einzigen rot-weiß-roten Triple-Medaillengewinner der Spiele. Das ausgebliebene Gold will der 24-Jährige in vier Jahren in Frankreich nachholen.
Janine Flock: Acht Jahre nach dem Drama von Pyeongchang krönt die 36-jährige Tirolerin ihre Karriere. Flock holt mit drei Bestzeiten in den vier Läufen souverän das erste Olympia-Gold für Österreich im Skeleton. 2018 in Pyeongchang war sie als Führende in den letzten Lauf gegangen, vergab aber noch die sicher geglaubte Medaille und wurde Vierte.
Frieden mit Olympia: Snowboarderin Sabine Payer, die die Winterspiele 2014, 2018 und 2022 aus diversen Gründen verpasst hat, versilbert im Parallel-Riesentorlauf ihre aufgeschobene Premiere. Auch Matej Svancer schließt mit Bronze im Big Air der Freeskier seinen Frieden mit Olympia. Nach der Enttäuschung 2022 und Platz sieben im Slopestyle bleibt der Salzburger cool und erfüllt sich in einem hochklassigen Bewerb seinen Medaillentraum.
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Die Flops
Speed-Männer: Österreichs Speedteam der Ski-Männer verpasst die Medaillenränge in der Abfahrt und im Super-G deutlich. Damit gibt es erstmals seit 2010 keine Medaille in zumindest einem der beiden Speedbewerbe. Auch in der Teamkombi benötigt es einen Kraftakt des Slalomläufers Manuel Feller, um Silber gemeinsam mit Vincent Kriechmayr heimzuholen.
Funkspruch: Eine Trainerinformation im ersten Lauf bringt Mitfavoritin Julia Scheib wohl um eine Medaille im Riesentorlauf. Die Steirerin ändert nach dem Funkspruch ihre geplante Linie im Übergang zum Zielhang, büßt damit rund sieben Zehntelsekunden ein und verpasst als Fünfte Silber um 0,07 Sekunden.
Der Schuh: Daniel Tschofenig verwendet ausgerechnet im Olympia-Wettkampf neue Schuhe, deren exakte Größe nicht wie üblich zuvor von ihm selbst nachgemessen wurde. Der Weltcup-Gesamtsieger der Vorsaison wird beim Skispringen von der Großschanze als Achter des ersten Durchgangs wegen um vier Millimeter zu großer Schuhe disqualifiziert.
Normalschanze: Mit der kleinen Schanze im Skisprungstadion von Predazzo kommen die österreichischen Skispringer und Skispringerinnen überhaupt nicht zurecht. Lisa Eder verpasst die angepeilte Medaille und erlebt mit Blech eine herbe Enttäuschung, im Mixed-Team springt Julia Mühlbacher hinterher. Für Stefan Kraft geht der Fluch bei Olympia-Einzelspringen mit Platz 27 weiter. Auf der Großschanze verpasst der Salzburger sogar den zweiten Durchgang.
Formkrise: Mika Vermeulen kommt in Tesero überhaupt nicht in Schwung und reist nach zwei herben Enttäuschungen wegen Aussichtslosigkeit sogar vor dem 50-km-Rennen ab. Die Plätze 41 im Skiathlon und 27 im 10-km-Skating-Bewerb sind weit unter den Erwartungen des steirischen Langläufers, der sich eigentlich eine Medaille umhängen wollte.
Biathlon: Dass die im Weltcup hinterherlaufenden österreichischen Männer in Antholz keine Rolle spielen, kommt nicht überraschend. Das schwache Abschneiden des Frauen-Teams um Lisa Hauser - mit als Lichtblick allerdings zwei neunten Plätzen durch Anna Andexer - und der Staffel als 15. gerät hingegen zu einer Enttäuschung.