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Benjamin Karl & Andreas Prommegger: Zwei Legenden treten ab

Die zwei Snowboarder zählen zu den größten Athleten ihres Sports. In Italien haben beide ihren letzten Auftritt bei Olympia.

Benjamin Karl & Andreas Prommegger: Zwei Legenden treten ab Foto: © GEPA

Am 22. Februar 2006 stand Andreas Prommegger in Turin zum ersten mal bei Olympischen Spielen im Snowboard-Parallel-Riesenslalom am Start.

Jetzt, knapp 20 Jahre und fünf Olympische Spiele später, steht der mittlerweile 45-Jährige bei seinen sechsten Spielen am Start.

Damit ist er gemeinsam mit Alfred Eder, Emese Hunyady, Markus Prock und Mario Stecher österreichischer Rekordteilnehmer bei Winterspielen.

Natürlich muss man auch Glück haben

"Es fühlt sich wahnsinnig gut an. Es in so einen erlesenen Kreis mit Sportlern aus verschiedenen Sportarten geschafft zu haben, erfüllt mich sehr mit Stolz", sagt Prommegger bei der Olympia-Einkleidung gegenüber LAOLA1.

Sein Weltcup-Debüt feierte der Salzburger am 11. Jänner 1997. Die ersten Jahre waren für ihn noch schwierig, doch seit 2005 ist er nicht mehr aus der Weltspitze wegzudenken.

Die sechste Olympia-Teilnahme ist für ihn auch eine Bestätigung: "Natürlich muss man auch Glück haben, dass man sich nicht gröber verletzt. Aber man muss auch viel richtig gemacht haben, weil sonst ist man nicht von 2006 bis 2026 immer vorne dabei."

Karl geht mit voller Motivation in die letzten Spiele

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Benjamin Karl beim Olympiasieg in Peking
Foto: ©GEPA

Ebenfalls schon lange vorne dabei ist Benjamin Karl. Für den 40-Jährigen sind es die fünften Olympischen Spiele. Der Wahl-Lienzer hat bereits vor der Saison sein Karriereende angekündigt.

Dennoch will er bei seiner letzten Olympia-Teilnahme nochmal voll angreifen: "Ich freue mich, dass ich so motiviert bin und dass es quasi vor der Haustür stattfindet. Die Olympischen Spiele haben wirklich nochmal ein Feuer in mir entfacht."

Im Gegensatz zu Prommegger war Karl in Turin noch nicht dabei. Er feierte seine Premiere 2010 in Vancouver, als er Silber holte. Somit sind es für ihn die ersten Spiele in den Alpen. Ausgetragen werden die Snowboard-Bewerbe in Livigno, nahe der Schweizer Grenze.

"Ich habe schon damit geliebäugelt, dass es in Cortina stattfindet. Das wäre mit dem Auto nur 1:15 Stunden von Lienz entfernt gewesen. Daraus ist leider nichts geworden, jetzt ist es in Livigno und das ist auch ein toller Ort. Ich freue mich einfach, dass es jetzt wieder einmal in Europa stattfindet", sagt Karl gegenüber LAOLA1.

"Ich möchte das nochmal wiederholen"

Neben der Silbermedaille in Vancouver, holte der gebürtige St. Pöltner auch Bronze in Sotschi. Die Krönung folgte jedoch bei den Spielen in Peking als er sich mit 36 zum damals ältesten österreichischen Winter-Olympiasieger krönte (kurz darauf wurde er von Manuel Fettner abgelöst).

Obwohl Karl schon einen kompletten Medaillensatz zuhause hat, geht er auch dieses mal wieder auf einen vollen Erfolg: "Olympische Winterspiele sind für einen Alpin-Snowboarder so, dass es alle vier Jahre einen Tag gibt, an dem das stattfindet. Und dann muss man an diesem Tag X so performen, dass man eine Medaille holen kann oder überhaupt Olympiasieger werden kann. Das hab ich mir 25 Jahre in den Kopf gesetzt bis es 2022 dann funktioniert hat. Jetzt möchte ich das nochmal wiederholen."

Nur bei Olympia funktionierte es für Prommegger noch nicht

Während sich Karl Olympiasieger nennen darf, sollte es für Prommegger am olympischen Tag X noch nicht funktonieren. Seine bisher beste Platzierung war ein sechster Platz in Peking.

Dabei war schon einige Male einer der Topfavoriten. 2010 konnte er die Olympia-Generalprobe im deutschen Sudelfeld gewinnen. 2018 reiste er als amtierender Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger nach Pyeongchang.

"Ich soll auch noch so lange fahren, bis er im Weltcup ist, weil er will mich direkt im Parallelfahren schlagen."

Andreas Prommegger über seinen Sohn, der in seine Fußstapfen treten will.

Bei den anstehenden Olympischen Spielen zählt Prommegger nicht zum engsten Favoritenkreis. In dieser Saison stand er noch nicht am Podest, dennoch sieht er sich noch in der Spitzengruppe.

"Auch wenn diese Saison bis jetzt ein bisschen schwierig war, wenn alles zusammenpasst, gehöre ich nach wie vor zu den Schnellsten", sagt der gebürtige Schwarzacher.

Eine Medaille sei weiterhin das Ziel, erzwingen wolle er es nicht: "Viele glauben, dass das (eine Olympische Medaille, Anm.) wirklich das ist, was ich unbedingt mit aller Gewalt erreichen will. Natürlich bin ich in dieser Saison noch dabei, um eine Medaille zu holen, aber für mein weiteres Leben wird es nichts ändern, ob dann im Schrank noch ein olympisches Edelmetall hängt oder nicht."

Abgesehen von Olympia konnte Prommegger so ziemlich alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Drei Mal konnte er den Gesamtweltcup für sich entscheiden und drei Mal wurde er Weltmeister. Zudem konnte er insgesamt 25 Einzel-Weltcupsiege feiern.

Karl kann auch nach Olympia noch um was kämpfen

Benjamin Karl hat bislang zwei Weltcup-Siege weniger als sein Teamkollege. Bei Weltmeisterschaften konnte sich der gebürtige Niederösterreicher fünf Mal die Gold holen. Im Gesamtweltcup er bislang vier Mal erfolgreich und auch diese Saison ist er bislang ganz vorne dabei.

Im Gesamtweltcup liegt Karl als Dritter aktuell vierzig Punkte hinter dem Italiener Aaron Mach. Noch besser sieht es aktuell im Riesenslalom-Weltcup aus, dort ist er ex aequo mit Roland Fischnaller, einem weiteren Italiener, an der Spitze.

Dass es für Karl nach Olympia auch noch um was geht, gibt ihm zusätzliche Motivation: "Ich bin heuer richtig gut im Weltcup dabei, es ist sehr knapp vorne. Das freut mich auch, dass ich nach den Olympischen Spielen noch um was kämpfen kann."

"Prommeggers werden weiterhin vertreten sein"

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Andreas Prommegger bei seinen ersten Olympischen Spielen 2006
Foto: ©GEPA

Der Peking-Olympiasieger hat sein Karriereende nach der Saison schon angekündigt. Auch für Prommegger wird es der letzte Auftritt im Zeichen der fünf Ringe.

"Ich hab zwar schon in Peking gesagt, dass es mein letzter Auftritt auf der größten Sportbühne sein wird. Gott sei Dank hat sich das jetzt revidiert. Jetzt ist es um die Ecke und meine Familie kann Haut nah bei meinen letzten Spielen dabei sein. 2030 wird dann körperlich einfach nicht mehr funktionieren", sagt der 45-Jährige.

Doch wann er genau seine Karriere beenden wird, legt er noch nicht fest. Aus seiner Familie kommt die Forderung weiterzumachen: "Meine Kinder wollen, mittlerweile in meine Fußstapfen treten. Mein Sohn, der ist elf Jahre alt, der sagt immer er will wirklich Snowboarder werden und er will zu Olympia. Ich soll auch noch so lange fahren, bis er im Weltcup ist, weil er will mich direkt im Parallelfahren schlagen. Dann darf ich abtreten. Also Prommeggers werden weiterhin vertreten sein."

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