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Skisprung-Ass Eder: "Bin da, damit ich etwas gewinne"

Die Generalprobe im Sommer verlief nicht nach Plan, dennoch ruhen nach dem sehr gelungenen Winter viele Hoffnungen auf ihr.

Skisprung-Ass Eder: "Bin da, damit ich etwas gewinne" Foto: © GEPA

"Ich möchte eigentlich bei jedem Bewerb, wo ich mitspringe, vorne dabei sein und eigentlich bin ich da, damit ich etwas gewinne!"

Das betont die Skispringerin und Österreichs Medaillenhoffnung Lisa Eder auf die Frage nach ihren Erwartungen bei den Olympischen Spielen. Los geht es für die Frauen bereits am Samstag auf der Normalschanze in Predazzo (ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker>>>).

Spezialistin auf der Normalschanze

Gerade auf dieser erhofft sich Eder besonders viel: "Dadurch, dass ich in dieser Saison bei allen Bewerben auf der Normalschanze am Stockerl war, erwarte ich mir schon, dass ich eine Medaille hole. Das ist das Ziel, darum fahre ich hin."

Dazu ergänzt sie ehrgeizig, dass "man sich jetzt nicht zu viel Druck machen möchte, aber den mache ich mir schon."

Zuvor konnte die 24-Jährige beim Weltcup im japanischen Zao ihren ersten Weltcup-Sieg feiern. Gerade vor dem Saisonhighlight fällt ihr dadurch ein großer Stein vom Herzen, auch wenn der Erfolg nicht an ihrem Lieblingsort passierte. "Es freut mich zwar sehr, dass ich meinen ersten Weltcupsieg habe. Es hätte gerne woanders sein können, aber so nehme ich es auch", gibt sie zu verstehen.

Viel Druck nach erstem Weltcup-Sieg abgefallen

Im ersten Moment hätte sie gar nicht gewusst, wie sie reagieren solle, berichtete sie nach dem Sieg. Daraufhin folgte ein emotionaler Ausbruch: "Es ist viel mehr in mir gesteckt, was ich gar nicht so gewusst habe", berichtet sie und fügt an: "Nämlich, dass mich das eigentlich schon ziemlich geärgert hat, als ich die letzten Male Zweite geworden bin. Jetzt, wo es geklappt hat, ist ein bisschen ein Druck runtergefallen", betont die Salzburgerin.

Der Weltcupsieg so knapp vor den Olympischen Spielen war besonders wichtig. Viel Zeit zur Vorbereitung blieb bei dem dicht gefüllten Kalender der Springerinnen jedoch nicht. Auch die Generalprobe in Willingen kam Eder durchaus entgegen, wie sie verrät: "Ich möchte im Rhythmus bleiben. Ich trainiere eigentlich sehr gern und ich habe eigentlich auch Energie und regeneriere schnell, das passt."

Nach den Winterspielen 2022 in Beijing kommt die Nähe zur Heimat den österreichischen Sportlerinnen dieses Jahr zugute. Olympia findet nahezu vor der Haustüre statt. Eder darf sich auch über familiäre Unterstützung freuen. Auch ihr Freund und Skispringer Manuel Fettner, der selbst nicht am Start stehen wird, wird dabei sein.

"Es ist richtig cool. Ich glaube, sowas erleben nicht viele. Etwas Schöneres gibt es eigentlich als Sportlerin nicht", beschreibt sie ihre Gefühlslage, bevor es losgeht.

Generalprobe im Sommer war schwierig

Die Skispringerinnen hatten im Sommer die Generalprobe auf der Schanzenanlage. Diese endete mit schweren Verletzungen von Eva Pinkelnig, Alexandria Loutitt und Haruka Kasai. Auch Eder tat sich noch schwer: "Ich habe einige Probleme mit der Spur gehabt. Sie ist relativ hoch."

Nach den verhängnisvollen Stürzen wurde die Schanze noch einmal etwas angepasst. Laut Eder kennen die Schanze nicht viele Athletinnen. Vom Stützpunkt seien aber Kolleginnen zum Training hingefahren und hätten berichtet, dass es dort "cool zu Springen" sei.

Generell sei ihre Motivation aber schon sehr groß: " Ich glaube trotzdem, dass es richtig cool wird. Olympia ist immer was cooles", betont sie.

Vermeintlich schwierige Zeit nach Umbruch für ÖSV-Frauen

Nach dem Ausfall von Pinkelnig und nach den Rücktritten von Jacqueline Seifriedsberger und Sara Marita Kramer wurde die Lage im ÖSV-Skisprung-Team schwierig. Dass Eder nun als Medaillenanwärterin zu den Olympischen Spielen fährt, ist eine beachtliche Leistung.

"Wir haben gewusst, was auf uns zukommt. Dass es dann schlussendlich so gut läuft, wie es im Moment läuft, hätte sich keiner von uns zugetraut", kommentiert Trainer Thomas Diethart die Lage. Eder sei sehr gut in die Rolle der Leaderin hineingewachsen.

Mit dabei ist auch Kombiniererin Lisa Hirner, von der Eder, wie sie sagt, aber davor noch nicht zu viel mitbekommen habe, da die Sportarten doch meist an unterschiedlichen Orten stattfinden.

Die 18-jährige Wienerin Meghann Wadsak und Julia Mühlbacher komplettieren das Quartett.

Diethart: "Ein Tag, wo man es auf den Punkt bringen muss"

Auch Trainer Diethart traut seiner frisch gebackenen Weltcupsiegerin viel zu: "Wenn sie locker bleibt und zwei gute Sprünge macht, kann sie es auf beiden Schanzen schaffen."

Dennoch betont er zugleich, dass es Olympische Spiele seien, da könne viel passieren: "Es ist ein Tag, wo man es auf den Punkt bringen muss."

Er selbst war bereits als Springer bei Olympia und kann so seine Erfahrungen mit dem jungen ÖSV-Team teilen. Sein wichtigster Tipp lautet: "Es ist entscheidend, dass man nicht versucht, irgendetwas Spezielles zu machen und dass man seinen Sachen treu bleibt. Schlussendlich ist es ein Wettkampf wie jeder andere auch."

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