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Vonn-Sturz: "Sie hat gewusst, dass es Risiko braucht"

Was führte zu Lindsey Vonns schwerem Sturz in der Olympia-Abfahrt? Österreichs Abfahrerinnen ordnen die Umstände ein:

Vonn-Sturz: "Sie hat gewusst, dass es Risiko braucht" Foto: © GETTY

Lindsey Vonns großer Olympia-Traum ist in 13 Sekunden geplatzt.

Die "zweite" Karriere der US-Amerikanerin endet auf die schlimmstmögliche Art und Weise.

Vonn, die trotz eines Kreuzbandrisses im linken Knie eine der Favoritinnen in der Olympia-Abfahrt war, wurde auf der Tofana in Cortina d'Ampezzo noch vor der ersten Zwischenzeit ausgehebelt und schlug danach auf der Piste auf. Ihre Skier lösten sich bei der Landung nicht von den Schuhen.

Die 41-Jährige, die sichtlich unter starken Schmerzen litt, wurde direkt auf der Piste erstversorgt und mit dem Helikopter abtransportiert.

Mittlerweile gibt es ein erstes Update zu ihrem Gesundheitszustand (HIER nachlesen>>>).

"Sie hat gewusst, dass es ein gewisses Risiko braucht"

"Das ist absolut nicht das Ende, das sie verdient hat", sagt mit Nina Ortlieb eine Athletin, die ebenfalls gestürzt ist, aber unverletzt blieb.

Ob Vonn ihr verletztes Knie oder ihr Risiko zum Verhängnis wurde, lässt sich von außen schwer beurteilen.

Ortlieb merkt aber an: "Sie hat gewusst, dass es ein gewisses Risiko braucht, wenn man vorne dabei sein will. Die Dichte ist hoch, mit nur schön runterfahren gewinnt man auch nichts. Heute hat die Sicht dazu eingeladen, dass man die eine oder andere Stelle enger fährt. Fehler werden beinhart bestraft."

Sturz-Stelle "jedes Jahr wieder eine Challenge"

Die Stelle zwischen dem dritten und vierten Tor, an der Vonn zu Sturz kam, sei "jedes Jahr wieder eine Challenge", sagt Ariane Rädler.

Da kannst du nicht wirklich studieren, welche Linie du fährst, sondern die muss immer passieren.

Ariane Rädler über die Sturz-Stelle

"Es ist eine sehr spannende Kurve. Es hängt ein bisschen und man muss einfach ein bisschen abwarten, bis der Druck zusammenkommt. Beim Rennen willst du nicht zurückziehen, da gibst du einfach Vollgas und dann kann es sein, dass genau zum falschen Moment der Druck zusammenkommt, wenn du in die Kompression reinfährst. Dann drückt es dich nochmal drüber und dann kommt aber das Tor. Da hast du nur kurz Zeit zum Umlegen", erklärt die Vorarlbergerin. "Da kannst du auch nicht wirklich studieren, welche Linie du fährst, sondern die muss immer passieren. Da muss man einfach abwarten, bis man den richtigen Druck hat."

Österreichs Abfahrerinnen sprachen Vonn allesamt ihre Genesungswünsche aus. Jede einzelne kann nachvollziehen, welches Risiko es braucht, wenn man in einer Olympia-Abfahrt vorne mitfahren will.

"Lindsey ist sich bewusst gewesen, welches Risiko sie eingeht. Deshalb tut es mir leid für sie, dass es so geendet hat. Aber wenn man sich bewusst ist, was man macht, muss man sich solcher Konsequenzen auch bewusst sein. Dass es heute ins Negative gegangen ist, tut mir unheimlich leid für sie", sagt Cornelia Hütter.

Olympia-Abfahrt: Bilder der Siegerehrung

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