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Bereits operiert: Das ist Vonns erste Verletzungs-Diagnose

Die 41-Jährige kam nach zwölf Fahrsekunden zu Sturz. Nun gibt das Krankenhaus ein Update.

Bereits operiert: Das ist Vonns erste Verletzungs-Diagnose Foto: © GEPA

Nachdem Vonn in der Abfahrt am Sonntag nach zwölf Fahrsekunden schwer zu Sturz kam, gibt es nun eine erste Diagnose.

Die Amerikanerin fädelte bei ihrem ersten Rennen bei den Olympischen Spielen mit der Hand ein und kam schwer zu Sturz. Anschließend wurde sie mit dem Helikopter ins Ca' Fontello Spital in Treviso gebracht, wo eine Fraktur des linken Unterschenkels festgestellt wurde. Die 41-Jährige wurde bereits operiert.

"Am Nachmittag wurde sie orthopädisch operiert, um den Bruch ihres linken Beins zu stabilisieren", teilte das Krankenhaus in einer Erklärung mit.

Eine Quelle sagte gegenüber Reuters, sie werde auf der Intensivstation überwacht, wo sie mehr Privatsphäre habe, und betonte, dass keine Lebensgefahr bestehe.

Wie am Abend vom "ORF" berichtet wird, soll es sich laut italienischen Medien um einen offenen Unterschenkelbruch handeln. Eine Pressekonferenz werde es am Montag zu Mittag geben.

Gemischte Gefühle im US-Team

Für das US-Team war es ein Tag voller gemischter Gefühle, kürte sich doch Breezy Johnson zur Olympiasiegerin. "Ich fühle mit ihr. Ich hoffe, es ist nicht so schlimm, wie es aussah", sagte Johnson, die 2025 in Saalbach-Hinterglemm auch Weltmeisterin war.

Mit einem vor etwas mehr als einer Woche erlittenen Kreuzbandriss wollte Vonn Gold gewinnen. Die ganze Skiwelt wollte zusehen, ob sie dazu imstande ist. FIS-Präsident Johan Eliasch nannte ihr Ausscheiden "tragisch", aber das sei der Skisport, Stürze passieren. Sie hätte nichts getan, wenn sie sich nicht dazu in der Lage gefühlt hätte, meinte er im Zielraum zu Medienvertretern.

"Sie kennt ihre Verletzungen, sie weiß, wozu sie imstande ist, sie kennt ihren Körper. Mit so einer Verletzung zu fahren, ist eine Entscheidung, die ein Athlet selbst treffen muss, dafür gibt es keine Regeln."

Eine fast märchenhafte Comeback-Story

Das Comeback von Vonn wäre schon in Crans-Montana fast beendet gewesen. In acht Saisonrennen hatte sie zwei Siege und insgesamt nur Top-4-Plätze eingefahren, als sie am 30. Jänner beim neunten bei schlechter Sicht auf unruhiger Piste stürzte.

In der bald nach ihr abgebrochenen Abfahrt erlitt sie eine Knieverletzung, am 3. Februar gab sie in Cortina bekannt, dass sie trotz Kreuzbandrisses im linken Knie bei Olympia starten werde. In den Trainings machte alles einen stabilen Eindruck.

Zweifel an Echtheit der Verletzung

Sie werde am Start stehen und sie wisse, dass sie stark sei, postete Vonn am Tag vor dem Rennen auf Instagram.

"Ich weiß, dass die Chancen aufgrund meines Alters, meines fehlenden Kreuzbandes und meines Titan-Knies gegen mich stehen - aber ich weiß auch, dass ich trotzdem daran glaube."

In den vergangenen Tagen hatte nicht zuletzt ein Sportmediziner die Schwere der Verletzung angezweifelt - und Vonn sich verteidigt. "Und ja, mein Kreuzband ist zu 100 Prozent gerissen. Nicht zu 80 oder 50. Es ist 100 Prozent weg."

Aksel Lund Svindal spielte in der Comeback-Story von Vonn - sie war im Dezember 2024 in St. Moritz nach fast sechs Jahren in den Weltcup zurückgekehrt - eine bedeutende Rolle. Der zweifache Olympiasieger und fünffache Weltmeister stieß im Sommer 2025 zum Trainerteam.

Beide verbindet eine "tolle Freundschaft mit großem gegenseitigem Respekt", hatte Vonn erklärt. Das Trainer-Sein mache ihm viel Spaß, sagte der Norweger noch am Freitag. Auch wenn er zuletzt viel durchgemacht habe. Am Sonntag sollte es noch schlimmer kommen.

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