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Lamparter: "Ohne Medaille wäre es für mich eine Enttäuschung"

Die österreichischen Kombinierer gehen mit hohen Erwartungen in ihre olympischen Bewerbe.

Lamparter: "Ohne Medaille wäre es für mich eine Enttäuschung" Foto: © GEPA

Als Gesamtweltcup-Führender reist Johannes Lamparter zu den Olympischen Spielen nach Val di Fiemme. Dadurch ist der Tiroler einer der absoluten Top-Favoriten auf eine Goldmedaille.

Doch in fast genau derselben Situation befand sich Lamparter schon bei den vergangenen Winterspielen in Peking. Damals reiste er als Weltcup-Führender mit sieben Podestplätzen in Folge nach China.

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Bei Olympia riss die Serie dann jedoch. Von der Großschanze wurde der Tiroler nur Sechster und im Team-Bewerb sowie von der Normalschanze Vierter, wobei er eine Medaille nur um vier bzw. zwei Sekunden verpasste.

"Vor vier Jahren war es genau das Gleiche. Ich bin als Gesamtweltcup-Führender nach Peking gefahren und natürlich war ich ein Favorit. Es hat dann aber nicht funktioniert", sagt der 24-Jährige bei der Olympia-Einkleidung im Vorfeld der Spiele gegenüber LAOLA1.

Andere Vorzeichen

Abseits vom Sportlichen waren die Vorzeichen 2022 allerdings doch ziemlich anders. So fanden die vergangenen Spiele inmitten der Corona-Pandemie statt.

"Vor vier Jahren war es für mich echt schwierig, weil es einfach die Corona-Zeit war. Man hat immer nur ein Einzelzimmer gehabt. Das war schon eine schräge Zeit und nicht ganz so zu genießen", blickt Lamparter zurück.

Bei diesen Spielen sollte es aber besser werden: "Ich glaube, dass das jetzt irgendwie besser wird. Eine kurze Anreise, wir kennen die Umgebung und die italienische Küche ist das beste Essen, das man haben kann."

"Mama ist schon stolz"

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Thomas (rechts) und Stefan (links) Rettenegger.
Foto: ©GEPA

Während Lamparter 2022 schon dabei war, feiern die anderen beiden ÖSV-Athleten, Stefan Rettenegger und Thomas Rettenegger ihre Olympia-Premiere. Die beiden sind das einzige österreichische Geschwisterpaar bei diesen Spielen.

"Es ist natürlich sehr cool, dass wir es beide geschafft haben. Es ist ja doch eine enge Ausscheidung gewesen und jetzt ist es umso cooler, dass man zu zweit ist. Ich glaube, Mama ist schon stolz", sagt der 24-jährige Stefan.

Sein zwei Jahre älterer Bruder Thomas stimmt ihm dabei zu und freut sich auf weitere Unterstützung: "Mit der Family zwei von drei Plätzen besetzen zu dürfen, ist richtig cool. Und so nah an der Heimat gibt jedem die Möglichkeit, dass er runterfährt. Wenn man da seine bekannten, unterstützenden Gesichter sieht, wird das sicher voll cool."

Retteneggers wollen an Weltcup-Leistungen anschließen

Die beiden Salzburger konnten in dieser Weltcup-Saison schon jeweils drei Podestplätze holen. Thomas feierte dabei auch zwei Siege, Stefan hingegen wartet noch weiter auf seinen ersten Weltcupsieg.

Zuletzt musste er sich beim Nordic Combined Triple in Seefeld erst auf den letzten Metern dem Norweger Jens Luras Oftebro geschlagen geben.

Bei Olympia wollen die beiden nun an ihre Weltcupleistungen anschließen. "Dabei sein, ist vom Spirit natürlich alles, aber ich glaube, wir haben alle drei den Anspruch, dass wir es drauf hätten, mit einer Medaille heim zu fahren", sagt Stefan.

"Ich weiß, dass ich jetzt einer der Top-Favoriten bin und das nehme ich an."

Johannes Lamparter will seiner Rolle gerecht werden

Für Thomas ist der Anspruch auch im Laufe der Saison gestiegen: "Vor der Saison hätte ich schon genommen, dass ich nur mitfahre. Aber natürlich mit den Erfolgen, wenn alles zusammenpasst und ich ein Quäntchen Glück auf meiner Seite habe, kann etwas Wunderschönes passieren."

Lamparter mit hohen Erwartungen

Eine hohe Erwartungshaltung hat auch Lamparter, der 2022, als der Weltcup zum letzten Mal Station in Val di Fiemme machte, seinen ersten Weltcupsieg feiern konnte.

"Ich weiß, dass ich jetzt einer der Top-Favoriten bin und das nehme ich an. Man muss sich erarbeiten, ein Favorit zu sein und das ist für mich ein Privileg", sagte der gebürtige Haller, der in der Jugend Gewichtheber war.

Team-Bewerb wäre besser gewesen

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Johannes Lamparter verpasste in Peking eine Medaille.
Foto: ©GEPA

Ein Unterschied zu seinen letzten Olympischen Spielen ist, dass es keinen klassischen Vierer-Teambewerb gibt. Da pro Nation maximal drei Athleten bei diesen Spielen am Start sind, wird ein Team-Sprint bestehend aus zwei Athleten ausgetragen.

2022 wurde Lamparter im Team Vierter, dennoch würde er diesen Bewerb ein wenig bevorzugen.

"Der Team-Sprint ist genauso ein richtig spannender Wettkampf. Ob wir zu zweit oder zu viert sind, wir sind in beiden Disziplinen sehr konkurrenzfähig. Im Moment haben wir vier richtig gute Athleten. Andere Nationen mit zwei richtig Guten sind vielleicht ein bisschen besser aufgestellt, deswegen wäre ich über einen Vierer wahrscheinlich mehr happy gewesen", sagt der Tiroler.

Lamparter jetzt schon einer der besten ÖSV-Kombinierer der Geschichte

Weltmeister und Gesamtweltcupsieger ist Lamparter schon, zudem konnte er 22 Weltcupsiege feiern. Damit gehört er mit 24 schon zu den erfolgreichsten österreichischen Kombinierern der Geschichte.

Deshalb geht er auch mit einer ganz klaren Erwartungshaltung an die olympischen Bewerbe: "Natürlich will ich jetzt bei diesen Spielen besser performen als bei den Letzten. Dann sieht man, wo man umgeht, aber ganz klar, wenn ich ohne Medaille heimfahre, wäre es für mich eine Enttäuschung."

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