ÖSV-Enttäuschung bei Wellinger-Gold

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Österreich geht am ersten Tag der Olympischen Spiele in Pyeongchang leer aus. Beim Skispringen auf der Normalschanze setzt es eine gehörige Klatsche für die ÖSV-Adler, den Sieg holt sich der Deutsche Andreas Wellinger vor den beiden Norwegern Johann Andre Forfang und Robert Johansson.

Bei klirrenden Temperaturen weit unter dem Minuspunkt sorgt der ständig wechselnde Wind vor allem im zweiten Durchgang für ein kräfteraubendes Geduldsspiel.

Stefan Kraft wird einmal mehr bester Österreicher, landet nach einem verpatzten zweiten Sprung mit 25,7 Punkten Rückstand auf Rang 13.

Die übrigen ÖSV-Adler verpassen die Top-Platzierungen klar. Michael Hayböck kann seine guten Trainingssprünge nicht bestätigen und wird schließlich 17., Gregor Schlierenzauer und Manuel Fettner belegen die Plätze 22 und 23.

Stefan Hula (POL) zeigt als klarer Halbzeit-Führender Nerven und fällt auf Rang 5 zurück.

Erster Einzeltitel für Wellinger

Vizeweltmeister Wellinger sprang von Platz fünf noch zu Gold. Der 22-jährige Deutsche sicherte sich vier Jahre nach Mannschaftsgold seinen ersten Einzeltitel bei einem Großereignis. Mit einem Vorsprung von 8,4 Punkten vor Forfang jubelte der Bayer über das erste Skisprung-Einzelgold für Deutschland seit Jens Weißflog 1994. "Der zweite Sprung war der Hammer. Dass es so ausgeht, hätte ich mir nie erträumen können. Es waren extrem schwierige Bedingungen, man hat ein bisschen ein Glück gebraucht und die richtigen Sprünge dazu. Es ist einfach nur geil, dass ich da oben stehen darf", sagte Wellinger.

Kraft: "Weiß nicht wo die Windpunkte waren"

Olympiadebütant Kraft erwischte nicht seinen besten Tag und hatte auch nicht das nötige Windglück. "Unten ist mir immer irgendwie brutal das Gas ausgegangen. Ich habe immer bis 50, 60 m gemeint, ich hüpfe jetzt auch mal voll runter. Dann ist es irgendwie nie passiert. Ich habe minus 17 Windpunkte und weiß nicht, wo das war. Weil das hat sich nicht so angefühlt, bei minus 17 haut es dir normal die Ski um die Ohren", erklärte der Doppelweltmeister von 2017.

Das Ergebnis sei natürlich bitter, trotz der grenzwertigen Bedingungen hätten sich aber die Besten durchgesetzt. "Ich finde, ich habe einen ganz guten Job gemacht. Das bringt in dem Fall jetzt aber wenig. Es wollte irgendwie nicht sein. Es sind sicher die besten vorne", so Kraft.

Hayböck kann Trainings-Sprünge nicht bestätigen

Hayböck gelang es nicht, an seine teils sehr starken Trainingsleistungen anzuschließen. "Ich bin leider nicht ganz dorthin gekommen, wo ich im Training gewesen bin. Die guten Trainingssprünge werde ich mir noch einmal vor Augen führen und dann auf der Großen noch einmal angreifen. Ich freue mich schon darauf, ein bisschen länger zu fliegen", meinte der durch zwei Verletzungen im Saisonverlauf zurückgeworfene Oberösterreicher. "Mir ist eiskalt, und kaltwarm, was meine Leistungen betrifft. Mir fehlt noch eine gewisse Konstanz, das merke ich", ergänzte Hayböck.

Schlienzauer vermisst "sehr gute Sprünge"

Auch Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer fand im ersten Bewerb des Saisonhöhepunktes nicht zurück in die Erfolgsspur. "Man hat gewusst, dass es sehr windig sein wird. Man braucht das Glück und vor allem sehr gute Sprünge, sehr gut ist es bei mir derzeit nicht"; sagte der Tiroler. Die schwierigen Verhältnisse müsse man nehmen, wie sie kommen, meinte der Olympiadritte von 2010.

Auch Fettner hatte nichts zu lachen: "Der erste Durchgang ist ziemlich in die Hose gegangen. Ich bin dann mit einem ziemlichen Ärger gesprungen. Vielleicht brauche ich immer so einen Ärger vor den Sprüngen. Jetzt ist einmal drei Tage sprungfrei, das ist vielleicht auch ganz gut", sagte der Tiroler.

Textquelle: © LAOLA1.at

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