Woran das ÖEHV-Team beim WM-Auftakt scheiterte

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Die Eishockey-WM in Bratislava beginnt für das ÖEHV-Team mit einer 2:5-Niederlage gegen Lettland (Spielbericht).

Letzten Endes - angesichts der höher einzuschätzenden individuellen Klasse der Letten - ein erwartbares Ergebnis, dem jedoch das Gefühl einer kleinen verpassten Chance anhaftet. 40 Minuten lang hielten die Österreicher das Spiel ausgeglichen, die Balten rissen den Erfolg erst im letzten Drittel an sich.

Im Kampf gegen den Abstieg bedeuten die verpassten Zähler nichts, der Spielverlauf gab aber eine gute Einschätzungsmöglichkeit, in welchen Detailbereichen das ÖEHV-Nationalteam auf A-WM-Niveau zulegen muss.

Insgesamt sechs Unterzahl-Situationen kosteten Kraft, die gegen Ende der Partie vielleicht fehlte. Dabei bewiesen die Österreicher in der kritischsten Phase, der fünfminütigen Unterzahl nach dem Spieldauer-Ausschluss gegen Patrick Peter gleich im ersten Drittel, sogar gute Penaltykilling-Tugenden und gingen durch den Shorthander von Michael Raffl mit dem 1:1 relativ unbeschadet aus der Unterzahl-Situation.

Unterzahl ist "grausig zu spielen"

Obwohl nur zwei der fünf Gegentreffer im Powerplay fielen, sah auch Österreichs Torschütze zum 1:0 in diesem Bereich den Schlüssel: "In Unterzahl kannst du offensiv nichts machen, da kannst du nicht gut ausschauen. Unterzahl macht müde, das ist grausig zu spielen, weil du immer nur der Scheibe nachläufst. Ab einem gewissen Punkt wirst du zu müde, nicht nur ein Spieler, das zehrt an der ganzen Mannschaft", so NHL-Crack Michi Raffl.

Das 2:1, 23 Sekunden nach Beginn des dritten Drittels, fiel mit Martin Schumnig in der Kühlbox. "Das Unterzahl-Tor war ein Knick für uns, da haben wir kurz die Konzentration verloren", gab Raphael Herburger, später noch der Torschütze zum 2:4, zu.

Was ebenfalls auffiel, war die Abschlussqualität der Letten, durch die die Balten ihren Chancen-Überschuss (39:18 Torschüsse) auch in Treffer ummünzen konnten. Drei Tore schlugen durch Schüsse ins Kreuzeck hinter David Kickert, dem ansonsten von seinen Mitspielern eine tolle Partie attestiert wurde, ein.

"So, wie er gespielt hat, hätten wir eine Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen. Aber wir haben von Anfang bis Ende zu viele Strafen genommen und manchmal Sachen gemacht, die da nicht hergehören. Wir halten die Scheibe zu lange, das haben wir letztes Jahr am Ende so gut gemacht, da wollte keiner der Held sein", zeigte sich Michael Raffl kritisch.

40 Minuten an Punkten "geschmeckt", aber verdient verloren

Teamchef Roger Bader zeigte sich wie seine Mannschaft leicht enttäuscht: "Wenn man nach 40 Minuten bei einem Favoriten dran ist, hofft man auf mehr. Ich hadere noch ein bisschen mit der Chance von Konstantin Komarek im zweiten Drittel, wenn die drin ist, hätte uns das Luft für die letzte Periode gegeben. Das Gegenteil ist passiert, sie haben ein Powerplay-Tor gemacht und ab diesem Moment ihre ganze Klasse gezeigt", so der Schweizer.

Der Sieg Lettlands sei natürlich nicht nur aufgrund dieses Spielverlaufs verdient: "40 Minuten lang haben wir an den Punkten geschmeckt, aber es war schon so, dass die Letten auch vorher besser waren und mehr Chancen hatten."

Trotzdem sah Bader auch Dinge, auf denen er aufbauen konnte: "Wir haben gut gekämpft und Torchancen herausgespielt, haben uns schnell aus der Abwehr gelöst und gute Angriffe gefahren. Wir bringen nur zu wenige Schüsse auf das Tor."

Zu viel Zeit, über den Auftakt nachzudenken, bleibt Team und Teamchef ohnehin nicht. Nur 20 Stunden nach dem Startbully gegen Lettland wartet mit Russland (So., ab 12:15 Uhr im LIVE-Ticker) eine noch viel größere Aufgabe, aus der die Österreicher lernen wollen: "Ich habe immer gesagt, wir sind sechs Spiele lang Außenseiter und im letzten Spiel gegen Italien stehen die Chancen 50:50".

Nach der kurzen Pause vor Russland wird also eine lange Woche warten. Neben der Chance auf neue Lehren auch neue Chancen auf Erfolgserlebnisse.

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