ÖEHV-Nationalteam schafft WM-Punktlandung

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Kein Einknicken im Schlüsselspiel?
Kein Schielen auf andere Ergebnisse?
Kein Hoffen auf Schützenhilfe?
Dreimal NEIN!

Österreich schaffte mit dem glatten 4:0 gegen Weißrussland bereits im vorletzten Spiel des WM-Turniers in Dänemark den Klassenerhalt. Nach 2004 in Bozen gelang dem ÖEHV-Nationalteam erstmals der Verbleib in der A-Gruppe der 16 besten Nationen der Welt, erstmals seit dem Jahr 2008 (Frankreich) muss der Aufsteiger nicht gleich wieder absteigen. Eine WM-Punktlandung im richtigen Moment!

Wie im Spiel gegen die Slowakei half auch diesmal wieder ein gegnerischer Verteidiger beim 1:0 kräftig mit: Weißrusslands Goalie Karnaukov bugsierte einen Viveiros-Schuss (nicht gerade ein Hammer) auf den Körper von Dmitri Korobov, von dem der Puck ins Tor sprang.

Danach folgten einige Chancen der Weißrussen, denen sich Goalie Bernhard Starkbaum und seine Vorderleute entgegenstemmten, auf der anderen Seite scheiterte Lukas Haudum an der Latte.

Im zweiten Drittel waren die Special Teams ausschlaggebend: Erst killte die Truppe von Roger Bader drei Unterzahlspiele, danach ergab dieselbe Anzahl an österreichischen Powerplays gleich drei Treffer.

Konstantin Komarek und Michael Raffl legten vor, richtig durchgeatmet werden konnte dann nach Dominic Zwergers Weitschuss 23 Sekunden vor Drittelende. Da stand bei den Weißrussen schon Vitali Trus im Kasten, der nach den ersten drei Gegentreffern Mikhail Karnaukhov ablöste.

Weißrussland war - gottlob - nicht A-klassig

Ohne den ÖEHV-Sieg in irgendeiner Weise abwerten zu wollen, aber die Goalies aus Belarus waren zu keiner Phase der WM A-klassig. Bernhard Starkbaum hatte gegen Frankreich keinen guten Tag, die weißrussischen Schlussleute aber keinen einzigen im ganzen Turnier.

Im letzten Drittel war dann nur noch Ergebnis-Verwaltung angesagt – dass sich Österreich in einem Entscheidungsspiel in den Schlussminuten nur noch darauf zu konzentrieren brauchte, ihrem Goalie das wohlverdiente Shutout zu ermöglichen, war auch schon lange nicht mehr da.

Der Klassenerhalt ist also geschafft – das ist für das ÖEHV-Team ein ähnlicher Coup, wie wenn sich etwa die Schweiz oder Deutschland für ein Halbfinale qualifiziert.

Viel Positives gegen Schweiz, Slowakei und Belarus

Wenn man die Spiele gegen die übermächtigen Teams wie Russland oder Schweden weglässt – und das tue ich im Wissen der internationalen Kräfteverhältnisse -, waren große Teile der Spiele gegen die Schweiz, die Slowakei (vor allem Teil zwei der Partien) und - entscheidend - fast die gesamten 60 Minuten gegen Weißrussland in Ordnung. Weniger gut fielen etwa 40 Minuten gegen Frankreich aus, da fehlte im Penaltykilling aber auch das nötige Glück, das diesmal bei den Österreichern war.

Noch ist die WM nicht beendet, auch wenn man das nach Spielende fast hätte glauben können.

Am Montag steht noch das Abschluss-Spiel gegen Tschechien an, nur ein (wenig realistischer) Dreipunkte-Sieg könnte die Endplatzierung noch verändern. Hochrechnungen bezüglich der Weltrangliste und der damit zusammenhängenden Gruppen-Einteilung sind noch verfrüht, schließlich kann ja sogar Norwegen durch eine Niederlage gegen Korea (nicht sehr wahrscheinlich) noch absteigen.

Doch ein interessantes Details ist bezüglich der nächsten A-WM in der Slowakei bereits durchgedrungen: Die Gastgeber haben mit größter Wahrscheinlichkeit mit Kosice die kleinere Stadt und Halle als Homebase (so wie bei dieser A-WM Dänemark mit Herning). In Bratislava soll auf jeden Fall Tschechien den Gruppenkopf geben. Der rot-weiß-rote Sieg hat auch für die Veranstalter angenehme Folgen: Nachdem Ungarn den Aufstieg um 15 Sekunden verpasst hat, kann dieser Verlust an Tausenden von verkauften Tickets zu einem guten Teil durch den Klassenerhalt von Österreich anstelle der fast fanlosen Weißrussen aufgefangen werden.

Werden strukturelle Probleme jetzt wieder unter den Tisch gekehrt?

Ein Pauschallob für das ÖEHV-Team ist jetzt schon angebracht, auch wenn dieser Erfolg natürlich den Nebeneffekt mit sich bringt, dass strukturelle Probleme im österreichischen Eishockey jetzt wieder unter den Tisch gekehrt werden. Aber ein Coup war dieser Sieg allemal: Egal ob Ungarn, Kazachstan, Italien oder Slowenien – 19 Aufsteiger mussten bei den letzten zehn Turnieren gleich wieder runter und da waren einige unglückliche Abstiege (wie Österreich in Prag vor drei Jahren) dabei.

Diesmal reichten vier (oder vielleicht sogar drei Punkte) für den Klassenerhalt – das ÖEHV-Team nutzte dabei die Gunst der Stunde mit einem Gruppengegner, der von vorne bis hinten mit Problemen zu kämpfen hatte.

Die A-Gruppe, die lange einem Gastgeber in einem englischen Gentlemen's Club ähnelte, der den Gast zwar gerne durch seine Räumlichkeiten führt, das ausgefüllte Aufnahmeformular dann aber zerknüllt in den Papierkorb wirft, sieht Österreich diesmal (zumindest) zwei Jahre hintereinander...

Textquelle: © LAOLA1.at

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