ÖEHV-Präsident: Nächstes Ziel ist Olympia 2022

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Der Start in sein Amt als Präsident des Österreichischen Eishockey-Verbands (ÖEHV) ist für Gernot Mittendorfer mit der verpatzten Olympia-Quali 2018 sportlich daneben gegangen. Seither darf sich der Oberösterreicher - Vorstand der Erste Bank - aber über den Aufstieg 2017 und aktuell den Verbleib in der A-WM freuen.

Jetzt hofft Mittendorfer ("Nächstes Ziel ist Olympia 2022") auf Rückenwind für die Entwicklung in Österreich. Es geht auch um einen neuen Vertrag zwischen dem Verband und der Liga.

"Im entscheidenden Spiel hat die Mannschaft genau das gebracht, was notwendig war. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie es verdient", freut sich Mittendorfer am Tag nach dem 4:0-Erfolg im Abstiegsduell mit Weißrussland. Der Lohn für die Spieler sind je 1.500 Euro Prämie für den Klassenerhalt.

Bader ist für Mittendorfer der "Vater des Erfolgs"

Als Vater des Erfolgs sieht Mittendorfer Teamchef Roger Bader. "Der Erfolg spricht für ihn. Im Vorjahr der Aufstieg, heuer seit langem den Aufzug verlassen, das waren die Ziele, die wir uns gesetzt haben", erklärt der Verbandschef.

"Vom Typus her passt er gut zur Mannschaft, er ist der Richtige in der Entwicklungsphase, die wir jetzt haben. Vereinbart ist das große Ziel Olympia", beteuert Mittendorfer.

Einer der Gründe für den Erfolg sei die intensive und akribische Vorbereitung gewesen.

Sechs Wochen Vorbereitung standen auf dem Programm, was gegenüber der WM 2015 Mehrausgaben von 35 Prozent bedeutet haben, gab der ÖEHV-Boss bekannt. "Richtig investiertes Geld", meint Mittendorfer und kündigt ein ähnliches Programm für nächstes Jahr an.

Tschechien wünscht Test-Spiele gegen ÖEHV-Auswahl

Mit dem Vorteil, dass Österreich durch den Erfolg wohl an der Euro Hockey Challenge teilnehmen kann und damit in der Vorbereitung auf Top-Teams treffen wird. Die Tschechen sind an zwei Spielen interessiert, der Verband will wie schon vor drei Jahren Kanada zur Vorbereitung nach Österreich holen.

Wo und gegen wen das rot-weiß-rote Nationalteam bei der WM von 10. bis 26. Mai 2019 in der Slowakei spielt, steht erst nach Ende der WM in Dänemark fest. Laut Mittendorfer wollen die Veranstalter Russland, Tschechien und Österreich in Bratislava spielen lassen und würden mit dem slowakischen Team nach Kosice gehen. Ob sich das bei der Gruppen-Einteilung ausgeht, wird sich weisen.

Auf heimischer Ebene stehen Verhandlungen über einen neuen Vertrag zwischen Verband und Liga (EBEL) an.

Bei rund 100 Legionären, die in der vergangenen Saison bei den acht österreichischen EBEL-Clubs zum Einsatz gekommen sind, taucht wie in den vergangenen 15 Jahren stets die Frage nach einer Import-Beschränkung auf.

Schrittweise Reduzierung der Legionäre

"Wir werden mit der Liga gemeinsam Ziele festlegen. Ich halte wenig von Druck. Man muss auch bei den Vereinen schauen, dass sie vernünftig mitspielen können, und wir müssen schauen, dass wir acht Vereine erhalten. Es geht nicht darum, Ausländer zu begrenzen, sondern Inländer zu fördern und die Ausländer obsolet zu machen. Wir werden versuchen, langsam Österreicher heranzuführen", offenbart Mittendorfe seine Linie. Diskutiert werden soll eine schrittweise Reduzierung.

Auch ohne Limitierung ist sich Mittendorfer "ziemlich sicher, dass wir nächste Saison schon weniger Imports haben werden. Manche Vereine gehen von sich aus in diese Richtung. Es ist Zielsetzung von allen, dass wir runter kommen".

Ziel sei auch, jüngere Transfer-Kartenspieler zu holen, um das Tempo in der Liga zu erhöhen, allerdings ebenfalls ohne konkrete Vorgaben.

Mittendorfer fordert eine differenzierte Sichtweise. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, die ganzen Probleme im österreichischen Eishockey auf ein Ausländerproblem zu reduzieren. Wir sind in der A-Gruppe geblieben, es ist nicht alles schlecht, was passiert ist", betont er. Er meint damit Bereiche wie Infrastruktur, Trainerausbildung oder Nachwuchsarbeit.

Zehn-Jahres-Plan soll evaluiert werden

Alles Punkte, die in einem 2014 mit den Vereins-Präsidenten erarbeiteten Zehn-Jahres-Plan stehen. Dieser soll nun evaluiert werden.

Als Ziel wurde festgeschrieben, Österreich als Top-12-Nation zu etablieren. "Wir sind nicht ganz dort von den Entwicklungs-Schritten. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, dass wir uns mit allen wieder zusammensetzen und schauen, wo stehen wir. Jetzt haben wir einen Schub, den sollten wir mitnehmen", so Mittendorfer.

Textquelle: © APA

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