Eishockey-WM: 19-Jähriger gibt sein WM-Debüt

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Teenager bei einer WM gibt es im heimischen Eishockey-Nationalteam selten.

Benjamin Baumgartner ist nach Andreas Kristler (2009) und Lukas Haudum (2016, 2017) erst der dritte in den vergangenen 15 Jahren. Der 19-Jährige aus Zell/See steht im Duell mit seiner Wahlheimat Schweiz heute Abend (20:15 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) in Bratislava vor seinem WM-Debüt.

"Ich bin sehr gespannt und freue mich sehr", sagt Baumgartner, der mit dem Vorarlberger Marco Rossi (17) als größte ÖEHV-Stürmerhoffnung gilt.

Der Center hat in dieser Saison den Sprung von den Junioren über das Farmteam in die Profi-Mannschaft des Schweizer Rekord-Meisters HC Davos geschafft.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller traute dem talentierten Youngster bereits im Juli 2018 den Sprung ins A-Team zu (siehe SCOUTING-REPORT!).

HC Davos belohnte Baumgartner mit Zweijahres-Vertrag

"Am Saisonanfang bin ich nicht so gut gestartet. Aber ich habe den Schritt in die erste Mannschaft geschafft und mich dann stark weiterentwickelt. Ich habe mich an Tempo und Männereishockey gewöhnt und zum wichtigsten Zeitpunkt am besten spielen können", analysierte er sein Spieljahr, das er mit acht Play-off-Scorerpunkte (5 Tore, 3 Assists) stark abschloss.

Davos schaffte den Klassenerhalt und belohnte Baumgartner mit einem Zweijahresvertrag.

Von Teamchef Roger Bader wurde er im April gegen Tschechien (Bild) zum Teamspieler befördert. Bader kennt den Stürmer schon aus dem Nachwuchs und hat ihn heuer intensiver beobachtet, spielt doch auch sein Sohn Thierry in Davos.

Teamchef Bader ist voll des Lobes über Baumgartner

"Er ist ein kompletter Spieler, läuferisch sehr gut, sehr mobil, mit tiefem Schwerpunkt, kann sich gut in den Ecken drehen und hat gute Hände. Er ist ein intelligenter Spieler, offensiv als auch defensiv. Er ist sehr abgeklärt, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, wie ein Routinier", ist der Teamchef voll des Lobes über seinen jüngsten Spieler.

In den ersten fünf Länderspielen blieb Österreich ohne Gegentor, wenn Baumgartner auf dem Eis war, im letzten WM-Test gegen Kanada stürmte er in der ersten Linie mit NHL-Profi Michael Raffl. "Er hat gesagt, ich soll mein Spiel spielen, nicht umstellen, nur weil die Stars kommen", erzählt Baumgartner.

Nun folgt der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere, die ihn von seinem Heimatclub Zell/See über die Vienna Tigers mit 13 Jahren in die Schweiz geführt hat. "Es ist in der Schweiz intensiver und schneller. Ich wollte mich so gut wie möglich weiterentwickeln, deshalb war der Schritt für mich sehr wichtig", meint Baumgartner rückblickend.

"In der Früh hatten wir oft Technik-Training, am Abend Team-Training. Man wird gefördert, Altersstufen raufgeschoben, wenn man gut spielt, und man wird früh in die erste Mannschaft geholt, auch wenn man Fehler macht. So kommen gute Spieler raus", erklärt der Salzburger.

Baumgartner stürmt phasenweise mit Schweiz-Routinier Ambühl

Baumgartner stürmte phasenweise mit Andres Ambühl. Der Kapitän das HC Davos berichtet nur Gutes über seinen jungen Kollegen.

"Mir gefällt, wie er hart arbeitet, und trotzdem hat er diesen Spielwitz, den Jungs in diesem Alter nicht immer haben. Wie alle Jungen muss er noch ein bisschen kräftiger werden. Aber er hat das Gefühl für Hockey, das ist das Wichtigste", sagt der Routinier, der gegen Österreich sein 102. WM-Spiel absolvieren wird.

Für Baumgartner ist ein WM-Spiel dagegen Neuland. "Die Stimmung der Fans ist sehr gut. Das Niveau ist schon um einiges besser als in der Liga und in der Vorbereitung. Hier wird körperbetonter gespielt", so seine bisherigen Eindrücke von der Tribüne aus.

Textquelle: © LAOLA1.at

Eishockey: Erstes WM-Urteil von Freimüller über ÖEHV-Team

Zum Seitenanfang»

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare