"Niemand will verlieren. Das ist einfach der Prozess, den wir mit der Mannschaft durchgehen müssen. Natürlich ist das mühsam, aber wichtig sind Geduld und Glaube."
"Kräftig und schnell kann man nie genug sein. Das war heuer der beste Sommer, den ich je hatte", lächelt Rossi.
Die Arbeit mit Krafttrainer Matthias Graf mag ein Faktor dafür sein, dass er seine Freundin Stefanie vor Kurzem offiziell zu Frau Rossi machte, ein anderer.
Und noch bleiben zwei Wochen in Europa, in denen das Training am Eis beim HC Davos fortgesetzt wird.
Viel neu - auch die Leaderrolle
In Vancouver wartet ein runderneuertes Umfeld: Ryan Johnson ist neuer General Manager, die Canucks-Legenden Daniel und Henrik Sedin wurden zu Co-Präsidenten of Hockey Operations gemacht und nicht zuletzt ist Rossis Coach ein ganz frisches Gesicht. Manny Malhotra übernimmt erstmals ein NHL-Team als Head Coach. "Der ganze Coaching Staff ist komplett neu, war noch nie in der NHL. Von daher wird es interessant, aber die Vorfreude ist groß", betont Rossi.
Schließlich gibt es für das schlechteste Team der abgelaufenen Saison fast nichts zu verlieren. "Als der Trade kam, war ich schon froh, dass ich weg war von Minnesota", blickt Rossi nicht wehmütig zurück - trotz oder gerade aufgrund der mühsam ausgehandelten Vertragsverlängerung letzten Sommer war die Zusammenarbeit mit den Wild keine Liebesbeziehung.
Nun führt er eine "junge, sehr hungrige" Mannschaft als eine Führungsfigur mit an. "In Minnesota waren wir eine der ältesten Mannschaften, in Vancouver sind wir eine der jüngsten. Ich gehöre trotz 24 zu den erfahrenen Spielern. Es ist etwas anderes, wenn ich als junger Spieler einem anderen Jungen versuche, etwas zu erklären."
Den NHL-Traum weitergegeben
Das Weitergeben von Erfahrungen wurde am Montag schon einmal geübt - in St. Pölten. Zusammen mit Gregor Biber stand Rossi den Nachwuchsspielern der Lower Austria Stars für ein Training und Autogramme zur geduldigen Verfügung.
"Wenn man eine gute Nachwuchsarbeit macht, ist es das Wichtigste, das ist die Zukunft", so Rossi, der auch schon daheim in Feldkirch ein vierwöchiges Camp abhielt und in Graz vier Tage lang mit Kindern am Eis stand.
"Es taugt mir mit den Kindern. Ich versuche, meine Erfahrung weiterzugeben. Ich war auch mal jung und habe aufgeschaut zu den Älteren."
Auch ganz unten sind die Playoffs im Auge
Der Traum vom Stanley Cup wird sich an neuer Wirkungsstätte zwar nicht so schnell erfüllen - und im "Rebuild" wird jede Franchise Misserfolg zugunsten besserer Zukunftsaussichten in Kauf nehmen.
Das wird aber nicht bedeuten, dass die Spieler die Saison schon vor ihrem Beginn abschenken. "Niemand will verlieren. Das ist einfach der Prozess, den wir mit der Mannschaft durchgehen müssen. Natürlich ist das mühsam, aber wichtig sind Geduld und Glaube."
Rossi und Co. werden sich trotz allem "die Playoffs vor den Augen halten. Die müssen immer das Ziel sein."
Trägt der Vorarlberger sein Feeling aus diesem Sommer auch auf das NHL-Eis, soll es zumindest nicht an ihm scheitern.