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Zurücklehnen und genießen: Das konnte Rapids Trainer noch nie

Gegen den GAK nahm seine Mannschaft den Vorwurf, ein Spiel nicht "killen" zu können, und zerknüllte ihn samt Gegner. Eine Einordnung bleibt schwierig.

Zurücklehnen und genießen: Das konnte Rapids Trainer noch nie Foto: © GEPA
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Gibt es bei einem 8:0 der eigenen Mannschaft eigentlich irgendeinen Anlass für Kritik?

"Ja, aber das ist heute nicht wichtig", war es nicht einmal für Johannes Hoff Thorup zentral, nüchtern-analytisch zu sein - nachdem der SK Rapid unter seiner Leitung gerade den höchsten Sieg der letzten 41 Jahre einfuhr (zum Spielbericht >>>).

"Es war wohl das erste Mal in meiner Trainer-Karriere, dass ich mich in Momenten einfach zurücklehnen und mein Fußballteam genießen konnte", war ein solcher Spielverlauf auch für den Trainer ein Novum. Bisher war ein 7:1 seines FC Nordsjaelland über Ludogorets Razgrad 2023 der höchste Sieg seiner Laufbahn.

Diesmal immer vorwärts

Das Genießen fällt ihm auch leicht, wenn spätestens von der zwölften Minute und dem zweiten Tor weg keinerlei Zweifel mehr aufkommt, wie die Partie enden wird.

War zuletzt noch Rapids Problem, ein Spiel mit einem zweiten Treffer zu "killen" im Fokus, war die Sache gegen einen hilflosen GAK umso schneller erledigt.

So imponierte dem Coach umso mehr, dass die Mannschaft am Drücker blieb. Nicht nur nach der frühen Entscheidung, sondern auch nach Seitenwechsel mit drei weiteren Treffern.

"Ich war sehr zufrieden mit dem Start in die zweite Hälfte, weil wir sie zurückgedrängt und dort angeknüpft haben, wo wir die erste Halbzeit beendeten. Das war in vielerlei Hinsicht sehr, sehr gut."

Schließlich könne der Fortschritt als Team nur gelingen, "wenn wir jede Minute des Spiels auch wirklich nutzen".

Hungrig bleiben

Stellvertretend für den Hunger stand auch Ercan Kara, der früh seine zwei Tore am Konto hatte.

Was macht man nach so einer persönlichen Anfangsphase in einem Spiel? "Dann strebt man auf das dritte", beendete der nunmehr erfolgreichste Torschütze im Allianz Stadion>>> den Satz.

"Wichtiger ist, wie wir aufgetreten sind, wie wir dominiert und gespielt haben. Speziell daheim, denn das gehört sich. Wir sind Rapid und müssen daheim immer so auftreten."

Immer noch schwer zu sagen

Nur eines wurde fast noch schwieriger als zuvor: Den Status quo Rapids richtig zu bewerten.

Was für die ersten sieben Spiele galt, galt für den GAK nicht minder: Die große Bewährungsprobe war der Gegner nicht. Überhaupt in diesem Zustand, der über 90 Minuten nicht annähernd das Prädikat "bundesligareif" verdient hätte.

Den neutralen Beobachter dürfte es jedenfalls entzücken, dass nicht lange vor Rapid auch das Heart of Midlothian mit einem 6:2 über Inverness die Generalprobe torreich gestaltete. Wenn beide Teams diese Vorzeichen am Donnerstag bestätigen, wird es ein sehenswertes Aufeinandertreffen im Conference-League-Playoff.

Den Hypetrain lassen andere starten

Spätestens ab jetzt ist Erwartungsmanagement für Hoff Thorup angesagt, überhaupt wenn die Gegner eine Kragenweite nach oben gehen.

Aber "die Erwartungen können wir nicht beeinflussen, die werden von anderen vorgegeben. Daher ist das nicht in unseren Köpfen", wollte der Däne darüber nicht weiter nachdenken.

"Für uns ist nur wichtig, was wir jeden Tag zusammen als Team machen. Wie wir trainieren, uns pushen, den Wettbewerb ins Training bringen und dann in den Spielen auftreten. Und es gab ja nicht nur gute Momente in den Spielen bis jetzt."

Die schwierigen Momente werden schon noch kommen - aber am Abend des Kantersieges sind sie kein Thema. Und Fußball-Österreich kann nur hoffen, dass sie es auch nach den nächsten beiden Partien gegen die Schotten nicht sind.

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