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Österreichs NHL-Legionäre: So stehen ihre Playoff-Chancen

Für Marco Rossi und Marco Kasper naht das Ende der Regular Season, einer kämpft noch um die Postseason. In den AHL-Playoffs ist dagegen mit zwei Österreichern zu rechnen.

Österreichs NHL-Legionäre: So stehen ihre Playoff-Chancen Foto: © GETTY

Der Grunddurchgang in der National Hockey League (NHL) biegt auf die Zielgerade ein.

Nur mehr eine Handvoll Spiele sind zu absolvieren, Österreichs NHL-Legionäre Marco Rossi und Marco Kasper gehen mit unterschiedlichen Vorsätzen in die finale Phase.

Auch die American Hockey League befindet sich in den letzten Zügen der Regular Season, dort darf David Reinbacher – bald wohl gemeinsam mit dem noch in der Schweiz engagierten Vinzenz Rohrer – bereits für die Postseason planen.

LAOLA1 liefert einen Überblick über die Playoff-Chancen des Nordamerika-Quartetts – und was diese für das ÖEHV-Team bedeuten:

Marco Rossi

Marco Rossi
Marco Rossi hat mit Vancouver keine Chance mehr auf die NHL-Playoffs.
Foto: ©GETTY

Vancouver Canucks (21-43-8)

Spiele: 40

Tore: 9

Assists: 19

Rossi weiß bereits seit einigen Tagen, dass seine dritte volle NHL-Saison am 17. April enden wird.

Die Canucks sind das abgeschlagene Schlusslicht der NHL und haben keine Chance mehr auf eine Playoff-Teilnahme. Überhaupt hat die kanadische Franchise in der laufenden Spielzeit nur 21 Siege, davon 14 nach regulärer Spielzeit, gefeiert.

Vancouver befindet sich am Anfang eines Rebuilds, der mit dem Trade von Quinn Hughes zu den Minnesota Wild endgültig eingeleitet wurde.

Als Gegenleistung kam u.a. der Vorarlberger nach Vancouver, dort konnte der 24-Jährige mit 15 Scorerpunkten (fünf Tore, zehn Assists) in 23 Spielen bislang durchaus reüssieren.

Das Allerwichtigste: Der Center ist endlich wieder bei 100 Prozent. Im Oktober brach sich Rossi beim Blocken eines Schusses den linken Fuß. Er biss die Zähne zusammen, musste zwischen Mitte November und Mitte Dezember aber einen Monat aussetzen.

Nach seinem Wechsel zu den Canucks kehrte Rossi in den Spielbetrieb zurück, war allerdings bei weitem nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. "Rückblickend war es vielleicht nicht die beste Entscheidung", sagte der Feldkircher.

An Silvester verletzte sich Rossi erneut am selben Fuß, fiel dann bis nach der Olympia-Pause aus. Seither ist der Mittelstürmer gemeinsam mit Winger Brock Boeser der Topscorer des Teams.

Dass Rossi mit Österreich im Mai an der Eishockey-WM in Zürich teilnehmen wird, erscheint realistisch.

Marco Kasper

Marco Kasper
Marco Kasper befindet sich mit Detroit auf der Jagd nach einem Playoff-Platz.
Foto: ©GETTY

Detroit Red Wings (39-26-8)

Spiele: 72

Tore: 8

Assists: 9

Der "Sophomore Slump" machte auch vor Marco Kasper nicht Halt.

In seiner zweiten NHL-Spielzeit nur schwer in die Gänge gekommen, blieb er nach drei Toren in den ersten elf Spielen in seinen folgenden 18 Einsätzen ohne Torbeteiligung.

Rund um den Jahreswechsel ist der Kärntner immer besser in Fahrt gekommen, mittlerweile kratzt der 21-Jährige sowohl in Bezug auf Tore als auch Assists an der Zweistelligkeit.

Kasper rein auf Scorerpunkte zu reduzieren, wäre ihm gegenüber jedoch unfair. Er ist ein integraler Bestandteil des Teams, geht mit seiner unbekümmerten Spielweise voran und fuhr mit Abstand die meisten Checks (170). Das macht ihn zu einer Waffe im Forecheck.

Coach Todd McLellan schätzt seine Vielseitigkeit, die der Sohn von Peter Kasper in dieser Saison vielleicht auch erstmals in den Playoffs unter Beweis stellen kann.

Die Chancen darauf sind zuletzt allerdings leicht gesunken. Das liegt einerseits daran, dass Detroit aus den letzten zehn Spielen nur vier gewinnen konnte. Andererseits kommt die Konkurrenz zur richtigen Zeit in Form - Ottawa feierte in den vergangenen zehn Partien sechs Siege, Philadelphia sogar deren acht.

In der extrem engen Eastern Conference sind die Red Wings inzwischen außerhalb der Playoff-Ränge gelandet, wobei der Rückstand auf den zweiten Wildcard-Platz nur zwei Zähler beträgt. Die Columbus Blue Jackets, die diesen einnehmen, haben zudem ein Spiel mehr absolviert.

Nichtsdestotrotz spricht der Trend eher gegen Detroit und für die direkten Kontrahenten. Noch dazu, weil die drei Postseason-Tickets in der Atlantic Division ziemlich sicher an Tampa Bay Lightning, die Buffalo Sabres und die Montreal Canadiens vergeben sind.

Neun Spiele sind noch ausständig, bis auf ein Aufeinandertreffen mit den Minnesota Wild geht es ausschließlich gegen Teams aus der Eastern Conference.

Sollte Detroit im zehnten Jahr am Stück nicht die Postseason erreichen, stehen auch bei Kasper die Chancen auf eine neuerliche WM-Teilnahme gut.

David Reinbacher

David Reinbacher
David Reinbacher, hier im ÖEHV-Trikot, steht mit Laval bereits sicher in den Playoffs.
Foto: ©GEPA

Laval Rocket (39-20-7)

Spiele: 53

Tore: 5

Assists: 18

Seit Reinbacher im NHL-Draft 2023 von den Montreal Canadiens gepickt wurde, hatte der Vorarlberger wirklich wenig Glück.

Zahlreiche Verletzungen bremsten die Entwicklung des Verteidigers ein, auch heuer fiel der Start in die Spielzeit wegen eines Mittelhandbruchs später als erhofft aus. Viele Fans der Canadiens schrieben den 21-Jährigen bereits als "Flop" ab.

Doch der Rechtsschütze strafte seine Kritiker Lügen. Von Spiel zu Spiel fühlte sich Reinbacher sichtlich wohler, mittlerweile stehen ihm die Anhänger wohlgesonnen gegenüber - und zuletzt sah es so aus, als könnte der Abwehrspieler sogar in die NHL hochgezogen werden.

Letztlich deutet aber vieles darauf hin, dass der Hohenemser die Saison bei Montreals AHL-Farmteam Laval Rocket beenden wird. Dort entwickelt sich Reinbacher zusehends zu jenem zuverlässigen und physisch starken Defender, den sich die Canadiens erhofft hatten.

Der NHL-Prospect leistet zudem wichtige Offensiv-Beiträge, hat bereits 23 Scorerpunkte am Konto. Er bekommt zudem Spielzeit in beiden Special Teams, steht in Über- und Unterzahl am Eis.

Für Laval läuft die Saison überhaupt ausgezeichnet. Die Rockets sind bereits für die Playoffs qualifiziert und matchen sich mit Syracuse Crunch um den North-Division-Titel. Der Vorsprung auf das Farmteam von Tampa Bay beträgt bei zwei Spielen mehr aber nur zwei Punkte.

Ein Freilos in der ersten Playoff-Runde ist beinahe garantiert, die Cleveland Monsters auf Rang vier müssten bei sieben verbleibenden Partien noch 13 Zähler auf Laval gutmachen.

Danach könnte ein tiefer Postseason-Run folgen, im Vorjahr scheiterten die Rocket erst in den Conference Finals und waren somit bis Anfang Juni im Einsatz. Dann wäre eine WM-Teilnahme auch heuer kein Thema für ihn.

Vinzenz Rohrer

Vinzenz Rohrer
Vinzenz Rohrer, hier ebenfalls im Nationalteam-Dress, wird nach Saisonende in Zürich wohl nach Laval beordert.
Foto: ©GEPA

ZSC Lions (Playoff-Halbfinale)/Laval Rocket (39-20-7)

Spiele: 41

Tore: 4

Assists: 8

Im Gegensatz zu seinen drei Landsmännern hat Rohrer den Grunddurchgang bereits abgeschlossen und in der Schweiz die ersten Playoff-Partien hinter sich. Und das höchst erfolgreich: Die ZSC Lions haben sich gegen den HC Lugano souverän ins Halbfinale gesweept.

Der Vorarlberger befindet sich in den letzten Zügen seiner dritten Spielzeit in der National League, aller Voraussicht nach wird dies vorerst auch seine letzte sein.

Nach der im vergangenen Sommer gesetzten Unterschrift unter einen dreijährigen Einstiegsvertrag hatte der 21-Jährige bei den Montreal Canadiens erstmals Teile der NHL-Vorbereitung bestritten. Dort heimste der Flügelstürmer viel Lob ein.

Mit dem Hinweis, dass es "noch" nicht für die NHL reiche, wurde Rohrer zurück nach Zürich verliehen. Dort konnte er heuer zwar scoring-technisch nicht an seine letzten beiden Jahre anknüpfen, seine Weiterentwicklung schritt dennoch voran.

Montreal wird den Rankweiler nach dem Ende der Saison in der Schweiz mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ins AHL-Farmteam nach Laval beordern, wo der Rechtsschütze in den Playoffs seine ersten Schritte im nordamerikanischen Eishockey gehen soll.

Dadurch würde Rohrer wohl die Weltmeisterschaft an seiner langjährigen Wirkungsstätte verpassen, bezüglich einer Teilnahme liegt die Entscheidungsgewalt nämlich bei den Canadiens. Dem ÖEHV-Team würde in Zürich jedenfalls ein wichtiger Baustein fehlen.

Alle Österreicher, die im NHL-Draft gepickt wurden

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