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NHL-Draft: Das sind die Favoriten, Trends und ÖEHV-Hoffnungen

Vor dem Draft gibt der LAOLA1-Scout einen Einblick über die möglichen Trends, einen strittigen Nr.-1-Favoriten und die Chancen der Österreicher.

NHL-Draft: Das sind die Favoriten, Trends und ÖEHV-Hoffnungen Foto: © IMAGO / Nordphoto

Am 26. und 27. Juni steigt der NHL Entry Draft. LAOLA1-Scout Bernd Freimüller liefert einen Blick auf einige Besonderheiten und mögliche Trends:

Wieder ein virtueller Draft

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Auch wenn im letzten Jahr in der Kritik, entschlossen sich die General Manager dafür, den heurigen Draft abermals per Bildschirm steigen zu lassen - die Kostenersparnis und weniger Stress vor der Free Agency sind die Hauptargumente dafür.

An Details wurde aber gefeilt - vor allem die erste Runde am Freitag, die letztes Jahr immens schwerfällig über die Bühne ging, soll heuer beschleunigt werden. Die Runden zwei bis sieben am Samstag laufen erfahrungsgemäß ohnehin immer schneller ab.

Der Favorit

Der kanadische Winger Gavin McKenna ging als Nr.-1-Favorit in die Saison und sollte diese Rolle auch bestätigen.

Sicher ist das allerdings nicht - der späte 2007er entschied sich vor der Saison, die WHL mit dem US-College einzutauschen (die neuen Regeln machten's möglich), wo er natürlich nicht ganz so dominieren konnte.

Dazu kam auch noch eine Rauferei abseits des Eises. Dagegen stehen eine starke U20-WM und immer noch 51 Punkte in 35 Spielen für Penn State.

Einige Teams könnten auch seinen schwedischen Wiederpart Ivar Stenberg (ebenfalls ein später 07er und Winger) vor ihm führen, doch entscheidend wird sein, was die Toronto Maple Leafs mit ihrem ersten Pick vorhaben.

Vater und Sohn vereint?

Die Vancouver Canucks haben seit der Draft-Lotterie, wo das für sie übliche Lospech für den dritten statt ersten Platz sorgte, die personellen Weichen für die Zukunft gestellt: Neuer Headcoach ist Manny Maholtra, zuletzt beim Farmteam in Abbotsford tätig.

NHL-Headcoaches haben eigentlich mit dem Draft gar nichts zu tun, trotzdem könnte der Freitag pikant werden: Sohn Caleb Malhotra gilt als der beste Center im Draft. Spricht sein Verwandtschaftsverhältnis für oder gegen den 18-Jährigen?

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Caleb Malhotra zählt zu den besten Centern des Drafts
Foto: ©IMAGO / ZUMA Press

Natürlich geht es nicht darum, seinem Vater einen Gefallen zu tun, aber umgekehrt ist es für niemanden angenehm, wenn dieser den Sohn coachen muss. Davon ist Caleb, der ab der nächsten Saison ebenfalls die College-Route geht, aber mindestens noch ein Jahr entfernt. 

Die Canucks sind auf der Centerposition - neben dem zuletzt abgefallenen Elias Pettersson und Marco Rossi - sehr dünn aufgestellt, daher wird Malhotra sicher zum Thema.

Der Schwede Viggo Björck wäre neben Rossi ein zweiter kleinerer Spieler in der Mitte, allerdings hat er in der SHL und WM bewiesen, dass er sich bereits jetzt gegen Männer durchsetzen kann.

Top 10 von Defendern dominiert

Andere Kandidaten, die für die Top 10 in Frage kommen, sind größtenteils Defender.

Chase Reid mit dem wohl größten Offensivpotential, dazu Keaton Verhoeff, Daxon Rudolph, Carson Carels und der Lette Alberts Smits, der bei der WM nicht nur gegen Österreich an Moritz Seider erinnerte.

Center und Defender, die lange auf dem Eis stehen und in beiden Richtungen abliefern können, sind immer die gefragtesten Leute, für die NHL-Teams auch mitunter nach Bedarf und nicht nach Ranking draften.

Die neuen Sedins?

Natürlich ein völlig überzogener Vergleich, aber trotzdem interessant: Das Zwillingspaar Liam (der Scorer) und Markus Ruck (der Playmaking Center) möchte nach Möglichkeit wie bisher in Medicine Hat weiter Seite an Seite spielen.

Liam gilt als später Kandidat für die erste Runde, Markus eher als Zweitrunden-Kandidat. Erfüllt ein Team mit mehreren Picks in dieser Region (Vancouver?) ihnen diesen Wunsch?

Das Jahr der tschechischen Goalies?

Tobias Trejbal, Filip Ruzicka, Jan Larys, Marek Sklenicka, Tobias Tvrznik, Michal Orsulak, Ondrej Stebetak und David Vermirosky – acht Torhüter, die einiges gemeinsam haben: Alles Tschechen, Gardemaße und in ihrem ersten Draftjahr.

Sie alle haben gute Chancen, heuer gezogen zu werden – ein einmaliger Ausreißer für tschechische Torhüter. Und wandelt unser Nachbar auf den Spuren der Russen, die aus einer ehemaligen Schwachstelle eine Stärke gemacht haben?

Draft aus Sicht von Österreich, Deutschland und der Schweiz

Für die deutschsprachigen Länder dürfte es kein aufregender Draft werden: Der in der QMJHL spielende Winger Lars Steiner (SUI) könnte ab der zweiten Runde gedraftet werden, so die Teams nicht davor zurückschrecken, dass es den Puckartisten wieder ins Fränkli-Paradies NL zurückdrängt.

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Die Draft-Chancen von Leon Kolarik sind eher gering
Foto: ©GEPA

Für den Rest der Schweizer, Deutschen und Österreicher schaut es nicht gerade gut aus. Aber wie immer reicht schon ein Team, das sich etwa für baumlange Defender wie Tobias Krämer (D, Mannheim) und Darian Rolsing (D, WHL) oder einen potentiellen Scorer wie Leon Kolarik (A, OHL) erwärmt.

Kolarik konnte immerhin bei der A-WM sein Talent aufblitzen lassen, Rämer und Rolsing gehörte dagegen zu einer deutschen U18-Mannschaft, in der erst 2027 berechtigte Cracks wie Max Calce, Nikita Bloch oder Jonas Schwarz dominierten.

Die "kleineren" Nationen

Aus den "kleineren" Eishockeynationen ragt der Norweger Niklas Aaram-Olsen heraus – der Center schoss Deutschland bei der U18-WM im Alleingang in die Zweitklassigkeit. Noch exotischer, vielleicht aber noch höher in den Klub-Rankings: der litauische Winger Simas Ignatavicius, der in der Schweiz spielt.

Trotz bereits zweier A-WM-Teilnahmen nur mit Außenseiterchancen: der ungarische Center Doman Kristof Szongoth.

Im dritten Anlauf das Glück gefunden?

Spieler, die im zweiten oder dritten Anlauf gezogen werden, sind selten, aber keineswegs krasse Ausnahmen.

Gelingt das auch dem Tschechen Tomas Galvas? Der Defender überragte bei der U20-WM, schaffte es auch in den A-WM-Kader und spielt und produziert schon seit zwei Jahren bei Liberec in der Extraliga.

Warum konnte sich für den glänzenden Eisläufer bisher kein Team erwärmen? Galvas ist mit seinen 1,78 Metern und 76 Kilo alles andere als ein physisch imposanter Defender, doch seine Beine und Spielintelligenz machen das zumindest in Europa wett.

Findet sich auch heuer kein Abnehmer, könnte der 20-Jährige sogar noch auf das nächste Jahr hoffen – in Europa spielende Cracks können durch bis zu vier Drafts gehen, ehe sie zu Free Agents werden.

Alle Österreicher, die im NHL-Draft gepickt wurden

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