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ÖEHV-Teamchef Bader: "Für mich ist keine Absage unglaubwürdig"

Der Schweizer musste elf Absagen für das Drei-Nationen-Turnier in Oslo hinnehmen. Dafür stehen fünf junge Spieler vor ihrem Nationalteam-Debüt.

ÖEHV-Teamchef Bader: "Für mich ist keine Absage unglaubwürdig" Foto: © GEPA

Unter erschwerten Vorzeichen geht Österreichs Eishockey-Nationalteam in das Drei-Nationen-Turnier in Oslo mit Spielen gegen Ungarn (Freitag, 19:00 Uhr/live ORF Sport +) und Gastgeber Norwegen (Samstag, 16:00 Uhr).

Teamchef Roger Bader hatte insgesamt elf verletzungsbedingte Absagen zu verzeichnen, zudem steht hinter dem Einsatz von Verteidiger Bernd Wolf (Hexenschuss) noch ein Fragezeichen. "Für mich ist keine Absage unglaubwürdig", hält Bader gegenüber LAOLA1 fest.

Alle Spieler, darunter fallen etwa Florian Baltram (Salzburg) oder Nico Brunner (Graz), seien entweder verletzt oder hätten die letzten Liga-Spiele angeschlagen absolviert und würden die Pause nun zur Regenerierung nutzen.

"Das muss man akzeptieren", nimmt es der Schweizer stoisch zur Kenntnis.

Fünf A-Debütanten

Dadurch bietet sich fünf jungen Spielern die Möglichkeit zu ihren ersten A-Länderspielen.

Aus der U20-Nationalmannschaft sind Kapitän Johannes Neumann (Rögle BK/SWE) und David Waschnig (KAC) erstmals dabei. Hinzu kommen Waschnigs KAC-Kollege Maximilian Preiml, Lenz Moosbrugger (Graz) und Devin Steffler (Innsbruck).

Besonders die erstmalige Einberufung Moosbruggers sei eine "schöne Geschichte", erzählt Bader. Der 21-Jährige hatte erst Dienstagmittag den Anruf erhalten, dass er nachnominiert wurde.

Daraufhin setzte sich Moosbrugger ins Auto, holte in Graz seine Ausrüstung ab, fuhr weiter nach Wien - und saß Mittwochmittag mit im Flieger nach Oslo. "Er wurde mir schon vor Wochen empfohlen, weil er sehr gut spielt", begründet Bader sein Aufgebot.

Das Pech anderer ist ihr Glück

Auch Neumann wäre für den Kader nicht vorgesehen gewesen, stand zudem nicht auf der Abrufliste.

Die zahlreichen Absagen führten jedoch dazu, dass Bader am Samstag mit dem Agenten des Villachers telefonierte und nachfragte, ob er denn überhaupt zur Verfügung stehe. In Schweden läuft der Ligen-Betrieb während der Olympischen Winterspiele ungebrochen weiter.

Neumann erhielt die Erlaubnis von seinem Klub Rögle BK, Sonntagfrüh reiste der 19-Jährige nach Wien und hinterließ in den Trainings einen positiven Eindruck.

"Es ist klar, dass wir die jüngste und unerfahrenste Mannschaft sind."

ÖEHV-Teamchef Roger Bader

Das junge Quintett hätte sich die Chance mit guten Leistungen in den letzten Monaten verdient. "Das Pech von jemand anderem ist jetzt das Glück von ihnen", so der Teamchef.

"Resultatmäßig null Erwartungen"

Seine junge Truppe - das Durchschnittsalter beträgt 24,8 Jahre - führt dazu, dass der Schweizer "resultatmäßig null Erwartungen" an das Turnier hat. "Wir reden nicht einmal über die Gegner", betont der 60-Jährige, der über die Konkurrenz trotzdem bestens informiert ist.

So weiß er, dass Norwegen zehn Spieler der vergangenen Weltmeisterschaft nominiert hat. Bei Ungarn sind es sogar zwölf - beim Österreich im Vergleich nur sechs. "Es ist klar, dass wir die jüngste und unerfahrenste Mannschaft sind", sagt Bader.

Für ihn gehe es hauptsächlich um die Sichtung der Spieler hinsichtlich der im April startenden WM-Vorbereitung. Bader erklärt: "Wir werden sie frei spielen lassen, jeder Spieler wird genügend Eiszeit bekommen, um zu performen."

Der Teamchef hatte vor dem ersten Spiel nur eine Hoffnung: "Dass es nicht noch mehr Absagen gibt."

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