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ÖEHV-Team: Drei Drittel, drei Gesichter und die Kader-Frage

Österreich fuhr vor dem WM-Start ein wichtiges Erfolgserlebnis ein. Von der Perfektion war Österreich zeitweise weit entfernt, nun stellt sich die Kader-Frage.

ÖEHV-Team: Drei Drittel, drei Gesichter und die Kader-Frage Foto: © GEPA

Österreich fährt mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck zur Eishockey-WM 2026 nach Zürich.

Das ÖEHV-Team feierte zum Abschluss der WM-Vorbereitung einen 4:1-Sieg über Slowenien. Das Resultat war letztlich etwas deutlicher, als es der Spielverlauf vermuten lassen würde.

Die Truppe von Teamchef Roger Bader hatte im ersten Spielabschnitt ziemliche Anlaufschwierigkeiten. "Darüber brauchen wir nicht reden, das war nichts", stellte Youngster Leon Kolarik klar.

Eine "Watschn" im ersten Drittel

Slowenien präsentierte sich erwartet aggressiv in den Zweikämpfen, verwickelte die österreichischen Spieler in viele Scharmützel. Zumindest in den ersten 20 Spielminuten war es das "hitzige Spiel", von dem man im Vorfeld auch ausgegangen ist.

Doch Bader monierte: "Wir waren zu wenig bereit dafür, dass Slowenien körperbetont spielt, aufsässig und lästig ist. Da gab es Diskussionen mit dem Gegner, mit dem Schiedsrichter."

Benjamin Nissner wurde deutlich: "Vielleicht haben wir den Gegner etwas unterschätzt, aber wir sind auf Augenhöhe. Wir haben eine kurze Watschn bekommen und zur Realität zurückgefunden."

Bei der WM dürfe Österreich dies jedenfalls nicht passieren, betonte der Salzburg-Stürmer.

Tore bringen Selbstvertrauen

Ab dem zweiten Drittel fokussierte sich die ÖEHV-Auswahl auf das eigene Spiel, fand minütlich besser in die Begegnung und bewahrte die Contenance. Die erfreuliche Folge war ein Doppelschlag von Kapitän Peter Schneider und Kolarik zum 2:0.

Die Führung impfte das nötige Selbstbewusstsein ein, wobei trotzdem nicht alles rosig war. Nissner erklärte: "Wir haben hinten noch paar Mal aufgemacht, sie sind dadurch zu Chancen gekommen." Eine dieser Möglichkeiten führte zum zwischenzeitlichen 1:3.

Nissner forderte: "Wir müssen mit dem dritten Flügel im Forecheck noch besser zurückarbeiten, zu dritt hinten stehen und keine Überzahl-Situationen zulassen. Wenn wir das in den Griff bekommen, schaut es ganz gut aus."

Drittel 3 brachte das schönste Gesicht

Im dritten Drittel sei man schließlich so aufgetreten, "wie wirklich spielen wollen", so Nissner, der mit einem herrlichen Treffer zum 3:0 selbst für die Vorentscheidung sorgen konnte.

"Ab da haben wir unser Ding durchgezogen. So müssen wir bei der WM dann auch starten, bis dahin aus unseren Fehlern lernen. Der Sieg ist trotzdem nochmal wichtig", sagte der Salzburg-Stürmer.

Den Spielern war genauso wie dem Teamchef bewusst, dass es bis zum ersten WM-Spiel noch einer Steigerung bedarf. Doch mit Blick auf das womöglich entscheidende Doppel gegen Großbritannien und Ungarn war Slowenien der perfekte Test-Gegner zum Abschluss.

Bader meinte: "Ich hätte mir kein besseres Spiel wünschen können, weil es uns darauf vorbereitet hat, was uns am Samstag erwarten wird. Es war für die Spieler unangenehm, aber ich hatte darauf gehofft."

Die letzten Kader-Fragen

Die Aufgabe des Schweizers besteht nun darin, die letzten Kader-Entscheidungen zu treffen.

Drei Spieler müssen noch aus dem Aufgebot gestrichen werden, in die Karten wollte sich der Teamchef nicht blicken lassen. Bader sagte mit einem Lächeln im Gesicht: "Peter Schneider ist dabei, alles andere verrate ich nicht."

Bader verwies auf die Playoff-Serie in der AHL zwischen Laval Rocket und Toronto Marlies, die am späten Samstagabend in Spiel 5 kumuliert. Bei einer Niederlage Lavals besteht die Möglichkeit, dass David Reinbacher und Vinzenz Rohrer zur WM kommen.

Die finale Freigabe müsste freilich erst von den Montreal Canadiens erteilt werden, die sich noch mitten in den NHL-Playoffs befinden und ihr Veto einlegen könnten. Für das erste WM-Spiel würden jedenfalls zwei Spieler "sicher nicht" gemeldet werden, verriet Bader.

Sollte keine Verstärkung aus Nordamerika erwartet werden können, "werden diese Spieler dann irgendwann spielen", so Bader.

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