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Luxus? Wie der ÖEHV-Angriff mit Kasper und Rossi aussehen könnte

Sind die NHL-Legionäre erstmals gemeinsam bei einer WM dabei? In Zürich könnte dieser Idealfall eintreten und Teamchef Bader neue Möglichkeiten eröffnen.

Luxus? Wie der ÖEHV-Angriff mit Kasper und Rossi aussehen könnte Foto: © GEPA

Marco Kasper und Marco Rossi könnten Österreich erstmals gemeinsam bei einer Eishockey-Weltmeisterschaft vertreten.

Beide NHL-Stürmer haben mit ihren Klubs die Playoffs verpasst und wären grundsätzlich für die WM 2026 in Zürich verfügbar, sofern Detroit und Vancouver die Freigabe erteilen.

Unwahrscheinlich ist hingegen die Teilnahme von Vinzenz Rohrer. Der 21-Jährige wird seine Saison nach dem Halbfinal-Aus der ZSC Lions in Kanada bei Laval Rocket, dem AHL-Farmteam der Montreal Canadiens, fortsetzen.

Hinter Benjamin Baumgartner, der das Eistraining nach einer Operation wieder aufgenommen hat, und Oliver Achermann steht ein Fragezeichen. Der Vollständigkeit halber werden beide trotzdem in den folgenden Lineups berücksichtigt.

Die Brüder Thomas und Michael Raffl, Brian Lebler und Ali Wukovits haben dagegen gänzlich abgesagt.

Was bedeutet das konkret für Österreichs Linien? LAOLA1 wirft einen Blick darauf und illustriert, wie das Offensiv-Lineup mit Kasper und Rossi aussehen könnte.

Das Lineup mit Kasper und Rossi:

Linker Flügel

Center

Rechter Flügel

Dominic Zwerger

Marco Kasper

Peter Schneider

Paul Huber

Marco Rossi

Lukas Haudum

Benjamin Baumgartner

Benjamin Nissner

Lucas Thaler

Manuel Ganahl

Oliver Achermann

Mario Huber

Realistisch wäre, dass Kasper und Rossi je eine Linie als Center anführen.

Das Trio Zwerger, Kasper und Schneider hat sich etabliert und auf dem Weg zum WM-Viertelfinale 2025 entscheidend performt. Sie erzielten neun der insgesamt 19 Tore, waren nur an sechs Treffern nicht direkt beteiligt.

Rossi würde die nominell zweite Linie anführen, an seiner Seite zwei mögliche Meisterspieler haben. Paul Huber hat sich in dieser Saison nochmal deutlich gesteigert und ist zu einem Schlüsselspieler gereift.

Haudum spielt seine beste Profi-Saison, wird die Saison als Liga-Topscorer abschließen und kann sich bei der WM für ein Auslandsengagement weiter in die Auslage spielen. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Huber und Haudum harmonieren bei den 99ers hervorragend.

Die dritte Reihe hätte das Potenzial, sowohl offensiv als auch defensiv wichtige Beiträge zu leisten. Nissner und Thaler haben die WM-Vorbereitung in einer Linie gestartet, die Chemie stimmt. Baumgartner kann als gelernter Center auch auf den Flügel ausweichen.

Die vierte Linie würde viel Routine und mit Achermann einen ausgezeichneten Faceoff-Spieler mitbringen. Ganahl ist sich der Defensivarbeit nicht zu schade und wäre im Penalty Killing wohl gesetzt. Mario Huber könnte seinen Platz genauso gut mit Thaler tauschen.

Das Lineup mit Kasper oder Rossi:

Linker Flügel

Center

Rechter Flügel

Dominic Zwerger

Marco Kasper/Marco Rossi

Peter Schneider

Paul Huber

Benjamin Baumgartner

Mario Huber

Lukas Haudum

Benjamin Nissner

Lucas Thaler

Manuel Ganahl

Oliver Achermann

Lukas Kainz

Einer der beiden NHL-Spieler würde Zwerger und Schneider centern, Rossi hat diesen Spot bereits während der WM 2024 eingenommen. Nach zwei Spielen wurde das Trio vereint, besonders beim legendären 6:7 n.OT gegen Kanada wussten sie zu glänzen.

Baumgartner könnte in Reihe zwei seine gewohnte Center-Position einnehmen. Lukas Haudum würde in diesem Falle für eine größere Ausgeglichenheit im Lineup an die Seite von Nissner und Thaler rücken, Mario Huber seinen Platz am rechten Flügel einnehmen.

So würde vermieden, dass in Reihe drei mit Mario Huber und Thaler zwei Rechtsschützen aufgeboten werden. Zudem würde diese Variante automatisch mehr Scoring-Tiefe bringen und trotzdem genügend Zuverlässigkeit in der Defensivarbeit mitbringen.

In der vierten Linie gäbe es mit Lukas Kainz ein neues Gesicht in dieser Aufzählung, der Niederösterreicher hat bei der vergangenen WM in Stockholm ebendort großartige Arbeit verrichtet.

Das Lineup ohne Kasper und Rossi:

Linker Flügel

Center

Rechter Flügel

Dominic Zwerger

Benjamin Nissner

Peter Schneider

Paul Huber

Benjamin Baumgartner

Mario Huber

Manuel Ganahl

Lukas Haudum

Lucas Thaler

Lukas Kainz

Oliver Achermann

Simeon Schwinger

Ein unrealistisches Szenario, sofern sich beide nicht verletzen oder aus anderen Gründen absagen müssen.

Eine Weltmeisterschaft ohne Rossi oder Kasper im Lineup gab es letztmals 2019 in Bratislava. Die letzte WM ohne NHL-Beteiligung bestritt Österreich 2017. Vor neun Jahren spielte das ÖEHV-Team in Kiew erfolgreich um den Aufstieg in die Top-Division.

Am Center ergäbe sich dadurch eine völlig neue Ausgangslage. Lukas Haudum wurde beim letzten Deutschland-Cup zwischen Zwerger und Schneider getestet, konnte die Linie jedoch nicht wie erhofft anführen. Würde er eine weitere Chance erhalten?

Etwas wahrscheinlicher wäre, dass Nissner oder Baumgartner diesen Platz erhalten würden. Für Nissner spräche die Chemie mit Schneider, beide spielen in Salzburg lange zusammen. Für Baumgartner spricht wiederum die Erfahrung aus der Schweiz und der etwas größere Spielwitz, der in Linie 2 womöglich nötiger wäre.

Haudum würde dann die dritte Linie centern, dort ist Thaler bereits geparkt. Ganahl würde auf der linken Seite vorrücken, ihm ist der eine oder andere offensive Beitrag auf internationalem Level noch zuzutrauen.

In der vierten Linie wären Kainz und Achermann wieder gesetzt. Hinzu könnte Simeon Schwinger kommen, der in Klagenfurt sein mit Abstand bestes Jahr hinter sich hat und seit seiner letzten WM-Teilnahme 2022 im physischen Bereich große Fortschritte gemacht hat.

Beide, einer oder gar keiner?

Das Kommen beider NHL-Legionäre wäre ein Novum.

Kasper und Rossi wären mehr als ein personelles Upgrade. Sie würden die Struktur der Offensive verändern und Bader völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Selbst wenn nur einer der beiden kommen sollte, würde sich das Gefüge bereits verändern.

Die Absenz beider Starspieler wäre hingegen schwer auffangbar. Fix sind ihre Teilnahmen nie. Nach den bisherigen Absagen würde ihr Fehlen diesmal aber besonders ins Gewicht fallen.

Teamchef Roger Bader im großen LAOLA1-Interview:

Die Titelträger der bisherigen Eishockey-Weltmeisterschaften

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