Thimo Nickl: Freimüllers zweite Draft-Hoffnung

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Wie für alle Eishockey-Cracks endete auch für Österreichs Draft-Hoffnung Thimo Nickl die Saison abrupt: Gemeinsam mit Klubkollegen Fabian Hochegger schaffte er es mit einem der letzten AUA-Flüge noch nach Österreich.

Ein Blick von LAOLA1-Scout Bernd Freimüller auf die abgelaufene Saison und seine mögliche Position für den NHL-Draft:

Dienstag letzter Woche entstiegen Nickl und Hochegger dem Flieger von Montreal nach Wien, in den letzten Tagen war für die beiden Eile angebracht.

Nachdem der Grunddurchgang der OMJHL erst unterbrochen und am 17. März ganz sistiert worden war, besprachen sich die beiden Klagenfurter mit ihrem Agenten Peter Kasper. Als dann von Seiten der Drummondville Voltigeurs auch grünes Licht erteilt wurde, hatten es die beiden natürlich eilig heimzukommen.

Den AUA-Flieger von Montreal nach Wien bezeichnete Nickl als "gut gefüllt, mit ein paar freien Plätzen."

Für den 18-Jährigen endete damit eine ausgezeichnete Saison vorzeitig: Auf Nationalteam-Ebene mit dem Aufstieg des U20-Teams in die A-Gruppe, in Drummondville mit dem sechsten Liga-Endrang sowie Statistiken von 10 Toren und 29 Assists in 58 Spielen.

In welcher Art und Weise hat sich für den Klagenfurter der sommerliche Wechsel nach Übersee ausgezahlt? "Ich bin sicher in meiner Spielweise aggressiver geworden, traue mir auch offensiv mehr zu."

Vor allem ein (wohldosiertes) Pinchen, Vorstöße in den hohen Slot und eine verstärkte Willigkeit zum Abschluss sind Aspekte, die sich für ihn im Laufe der Saison verbessert haben.

In ein ähnliches Horn stößt auch das Scouting Magazin "Red Line Report", das ihn in seiner März-Ausgabe auf Platz 97 führte und gleichzeitig als einen der "unterschätzten QMJHL-Spieler" heraushob: "Hat fast im Stillen eine ausgezeichnete Entwicklung durchgemacht. War vor allem in den letzten Wochen stark. Gute Größe kombiniert mit guter Beinarbeit – agil und mobil. Augenscheinlich größeres Selbstvertrauen in seiner Offensive, dirigiert das Powerplay, sein Schuss ist weit besser geworden. In der Defensive stoppt er die Gegner mit seiner Reichweite und seinem Stock. Ein subtiler Spieler, der nicht gleich ins Auge sticht, aber smart und beweglich agiert. Durchdachte Entscheidungen und ein sehr guter erster Pass."

In Kontakt mit 21 NHL-Teams

Im Gegensatz zu "Red Line Report" hat Nickl nicht unbedingt weniger Scouting-Besuche registriert, seit Voltigeurs-Star Dawson Mercer (ein sicherer Erstrunden-Pick) Anfang Jänner nach Chicoutimi getradet wurde.

21 NHL-Teams haben schon mit ihm Kontakt aufgenommen, entweder gleich nach Spielen oder am folgenden Tag. Die Bandbreite der Gespräche reichten von losen Chats bis zu schriftlichen psychologischen Tests. Nickl ist klug genug, aus den Gesprächen keine eventuelle Draft-Destination herauszufiltern, erinnert sich aber: "Vor allem das Gespräch mit dem Ontario-Scout der L.A. Kings war sehr angenehm."

Was in Österreich jetzt notgedrungen eingeführt wurde, ist für Nickl längst Routine und derzeit auch eine willkommene Abwechslung: Online-Unterricht, der Schulabschluss sollte für den aus einer Medizinerfamilie stammenden Verteidiger heuer kein Problem darstellen.

Eishockeytechnisch sitzt er im selben Boot wie alle anderen Cracks, kann aber immerhin auf einer Plane in der familieneigenen Garage an seinem Stick-Handling und Schuss üben. Gewichtsmäßig hat er während der Saison sogar zugelegt, bei seiner eher hageren Figur sicher kein Fehler.

Das Krafttraining ist derzeit nach der langen Saison noch etwas auf die lange Bank geschoben, wann es wieder aufs Eis gehen kann, weiß natürlich nur der Himmel. Sollte nichts Außergewöhnliches passieren, spielt Nickl auch die nächste Saison wieder in Drummondville.

Draft? Ich glaube daran

Ein NHL-Draft wird stattfinden, wenn auch die Parameter und die Abwicklungsmodalitäten völlig ungewiss sind. Was ist für Nickl zu erwarten?

Für mich ziemlich sicher, dass er der zweite Österreicher hinter Marco Rossi ist, dessen Name ausgerufen wird. Aus Erfahrung weiß ich, dass bis ungefähr zum Ende der dritten Runde die "Konsensus-Spieler" gedraftet werden, sprich Spieler, die auf den meisten Listen der Teams aufscheinen.

Erst danach gehen die Listen nicht nur in der Rangfolge, sondern auch in den angeführten Namen stark auseinander. Natürlich unmöglich zu sagen, wie seine Konkurrenz für die Ränge von etwa 45 bis 120 von allen Teams gesehen werden, doch das sollte die Nachbarschaft für Nickl sein...

Textquelle: © LAOLA1.at

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