Ich habe mein ganzes Leben in der Schweiz gespielt und zum österreichischen Eishockey gar nicht so einen großen Bezug. Wenn in der Schweiz jemand behauptet, dass ich schon fast ein Schweizer wäre, sage ich aber schon: Spinnst du? Ich bin Österreicher.
LAOLA1: Wie viel bedeutet es dir, überhaupt im Nationalteam spielen zu dürfen?
Rohrer: Wenn man diese Frage kriegt, antwortet jeder genau das Gleiche - dass es eine Ehre ist. Ich muss dazu sagen: Ich habe mein ganzes Leben in der Schweiz gespielt und zum österreichischen Eishockey gar nicht so einen großen Bezug. Wenn in der Schweiz jemand behauptet, dass ich schon fast ein Schweizer wäre, sage ich aber schon: Spinnst du? Ich bin Österreicher. Doch die Leute, die im Team dabei sind, geben mir am meisten. Da sind so viele coole Jungs, für die man sich zusammenreißen und gut performen will. Natürlich sind Österreich und der Adler eine Ehre, aber das andere ist für mich von größerem Wert.
LAOLA1: 35 Länderspiele in zweieinhalb Jahren sind eine beachtliche Zahl. Siehst du dich mit dieser Erfahrung bereits als Bindeglied zwischen jungen und alten Spielern?
Rohrer: Ich probiere den jungen Spielern das zu geben, was ich damals bei meinen ersten Tagen im Nationalteam bekommen habe. Ein warmes Gefühl, wenn man reinkommt, dass mit einem geredet, man integriert wird und sich willkommen fühlt. Das macht so viel mit einem Menschen, wenn du ihm das entgegenbringst. Ich glaube, das hat uns zuletzt ein wenig auch ausgezeichnet.
LAOLA1: Das Drei-Nationen-Turnier in Oslo habt ihr mit einem Sieg (4:1 gegen Ungarn) und einer Niederlage (2:5 gegen Norwegen) abgeschlossen. Es geht für dich nun wieder zurück nach Zürich - wie hast du dich nach der Enttäuschung, es zumindest vorerst nicht in den NHL-Kader der Montreal Canadiens geschafft zu haben, dort wieder eingefunden?
Rohrer: Gute Frage - ganz gut eigentlich, wobei aus Punktesicht (neun Scorerpunkte in 35 Liga-Spielen, Anm.) natürlich nicht so gut. Ich punkte viel weniger als letzte Saison (32 in 68 Einsätzen, Anm.). Doch mein Mindset und die Art und Weise, wie ich spiele, sind grundsätzlich recht positiv. Es gibt natürlich immer Sachen, woran man arbeitet.
Ich würde lügen, wenn die Punkteausbeute nicht im Hinterkopf wäre.
LAOLA1: Woran liegt es, dass du punktemäßig noch nicht an das Vorjahr anschließen konntest - ist es nur Pech, eine andere Rolle im Team oder sind andere Faktoren verantwortlich?
Rohrer: Meine Rolle ist recht gleich wie letztes Jahr, es ist auch nicht immer nur Pech. Sicher ist das auch dabei, aber es ist eine Kombination aus paar Dingen. An denen probiere ich zu arbeiten. Dann schauen wir, was in den Playoffs passiert.
LAOLA1: Inwieweit beschäftigt es dich im Kopf, dass es nicht wie letztes Jahr läuft?
Rohrer: Wenn man etwas als wichtig empfindet, dann will man performen. Und wenn das nicht der Fall ist, dann hinterfragt man sich natürlich. Es ist sicher irgendwo im Kopf. Aber der grundsätzliche Fokus liegt auf dem Spiel, das ich in Zürich bringen will - Intensität, Laufbereitschaft und vieles mehr. Darauf muss immer der Fokus liegen, weil das mein Spiel ist. Doch ich würde lügen, wenn die Punkteausbeute nicht im Hinterkopf wäre.
LAOLA1: Wie lässt sich deine persönliche Entwicklung in diese Saison dadurch bewerten?
Rohrer: Ich probiere einfach, Spaß zu haben und mich dadurch zu verbessern. Das ist mir bei paar Sachen, die ich diese Saison vorgehabt habe, eigentlich gelungen. Daher bewerte ich das Jahr bislang okay bis gut. Aber die Punkte sind das offensichtlichste, das man sich ansehen kann. Und ich probiere, mich da noch zu entwickeln.
LAOLA1: Wie sieht der Austausch aktuell mit Montreal aus?
Rohrer: Sie sind öfters in Zürich, wir haben also immer wieder Kontakt miteinander.
LAOLA1: Gibt es bereits Pläne, wie es nach den Playoffs in Zürich weitergeht - wird mit dir in Nordamerika geplant oder kannst du dich auf eine "Heim"-WM in Zürich vorbereiten?
Rohrer: Das steht noch in den Sternen.
LAOLA1: Vielen Dank fürs Gespräch!