Fürstliches Gehalt? Rohrer wohl auch nächstes Jahr in der Schweiz
Aber nicht mehr für die ZSC Lions. Ein Konkurrent soll sich seine Dienste gesichert haben. Die Beziehung zu Montreal sei derweil erkaltet.
Die sportliche Zukunft von Vinzenz Rohrer dürfte vorerst geklärt sein.
Der 21-Jährige wird von den Montreal Canadiens offenbar ein weiteres Jahr in die Schweiz verliehen. In der National League soll der Stürmer allerdings nicht für seinen Ausbildungsklub ZSC Lions, sondern den EV Zug auflaufen.
Das berichten mehrere Schweizer Medien, darunter die "Neue Zürcher Zeitung" und "Watson". Demnach hat sich der dreifache Schweizer Meister in einem Wettbieten gegen den ZSC, den SC Bern und den HC Davos durchgesetzt.
In Gehaltssphären von Andrighetto und Malgin
Rohrer soll ein Dreijahresvertrag mit einer fürstlichen Entlohnung winken.
Unterschiedlichen Insidern zufolge kassiert der Vorarlberger ein Jahresgehalt von 750.000 bis 800.000 Schweizer Franken. In diesen Sphären bewegen sich normalerweise nur Ausnahmespieler wie Sven Andrighetto oder Denis Malgin.
Dem Flügelstürmer soll zudem eine größere Rolle als noch in Zürich zugesichert worden sein. Bei den Lions kam Rohrer vorwiegend in der dritten Angriffsreihe und im Penalty Killing zum Einsatz.
Neuer Sportchef reiste extra nach Österreich
Die treibende Feder des Transfers soll der neue Zuger Sportchef Ted Suihkonen sein.
Er habe Rohrer in seiner Heimat besucht, um ihn von einem Engagement beim EVZ zu überzeugen.
Der amerikanisch-schwedische Doppelstaatsbürger arbeitete seit 2021 als Head of Development und wurde im Juni mit der sportlichen Leitung des gesamten Vereins betraut.
Chaotischer Sommer in Zug
Der ehemalige Sportchef Reto Kläy stand zwölf Jahre im Amt und wurde offiziell wegen "unterschiedlicher strategischer Vorstellungen" entlassen.
Schweizer Medien berichten jedoch, dass ein Machtkampf um die Ausrichtung des OYM-Leistungszentrums letztlich das Aus besiegelte. Hinter dem Projekt OYM steht EVZ-Präsident und Milliardär Hans-Peter Strebel.
In seine Amtszeit fallen die Meistertitel 2021 und 2022, in den letzten beiden Spielzeiten war jeweils nach dem Viertelfinale Schluss.
Auch der Geschäftsführer ist weg
Auch Geschäftsführer Patrick Lengwiler zog sich zurück.
Sein Vertrag hätte erst im Herbst 2027 aufgelöst werden sollen, Lengwiler entschied sich jedoch für ein sofortiges Ende. Er war in verschiedenen Funktionen seit 1997 in Zug und in den letzten 14 Jahren der Geschäftsführer des EVZ.
Sein Nachfolger ist Paolo Duca, der seinerseits in den vergangenen acht Jahren beim HC Ambri-Piotta als Sportchef angestellt war.
Davos sollte eigentlich das Rennen machen
Kürzlich galt noch der HC Davos als heißester Anwärter auf die Dienste des ÖEHV-Stürmers, die Verhandlungen sollen bereits weit fortgeschritten gewesen sein.
In der Nacht auf Montag soll der Schweizer Rekordmeister jedoch ebenso wie der SC Bern eine Absage erhalten haben. Der ZSC soll bereits länger aus dem Rennen sein, eine Offerte mit demselben Lohn wie in der Vorsaison sei abgelehnt worden.
Bei den Montreal Canadiens ist Rohrers Entry-Level-Vertrag, den er erst im Sommer 2025 unterschrieb, noch bis 2028 gültig. Bis dahin entscheiden die Canadiens, wo der Rankweiler seine Saison verbringt.
Beziehung zwischen Montreal und Rohrer erkaltet?
Im Frühjahr beendete Rohrer die Spielzeit nach dem frühen Playoff-Aus der Lions beim AHL-Farmteam Laval Rocket, für das er ein Tor und zwei Assists in sechs Spielen verbuchen konnte.
Inzwischen soll die "Begeisterung an einer Fortsetzung der Liaison auf beiden Seiten erkaltet" sein, schreibt die "Neue Zürcher Zeitung".
Wohl auch deshalb soll der 21-Jährige eine weitere Saison in der Schweizer National League verbringen.