Endstand
5:2
1:0 , 1:2 , 3:0
Analyse

Warum sich der VSV im Sinkflug befindet

Seit Pierre Allard im Amt ist, haben die "Adler" neun von elf Spielen verloren und sind inzwischen auf den zehnten Platz abgerutscht. Die Gründe dafür sind vielschichtig:

Warum sich der VSV im Sinkflug befindet Foto: © GEPA

Mit gesenkten Köpfen schritten die Spieler des VSV nach der 2:5-Niederlage in Wien vom Eis. Spielbericht >>>

Zwei Tage nach dem 0:3 in Linz verloren die "Adler" auch das nächste Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um die Pre-Playoff-Plätze. Unter Coach Pierre Allard, der seit Anfang Dezember im Amt ist, wurden nun neun von elf Begegnungen verloren.

In dieser Zeit sind die Villacher vom sechsten Tabellenplatz, welcher die direkte Playoff-Teilnahme bringen würde, auf den zehnten Rang abgerutscht. Der elftplatzierte Liga-Neuling FTC-Telekom Budapest hat bei einem Spiel mehr nur einen Zähler Rückstand.

Das vorzeitige Saisonaus nach dem Grunddurchgang rückt in gefährliche Nähe, Probleme mit dem Finanzamt belasten die angespannte Situation zusätzlich. Als wäre dem nicht genug, wurde am Neujahrstag auch noch ins eigene Klubbüro eingebrochen.

Sportliche Krise hinterlässt Spuren

Der volle Fokus gilt jedoch der sportlichen Krise, die längst sichtbare Spuren hinterlassen hat.

Viele Leistungsträger sind nur mehr ein Schatten ihrer selbst, John Hughes und Kevin Hancock stehen sinnbildlich dafür. Das Topscorer-Duo der letzten Jahre kommt nicht einmal annähernd an das maximale Leistungsvermögen heran, wie folgende Zahlen belegen:

John Hughes:

Saison

Spiele

Punkte

Plus/Minus

2025/26

33

20

-16

2024/25

48

59

+15

2023/24

45

60

+19

Kevin Hancock:

Saison

Spiele

Punkte

Plus/Minus

2025/26

33

23

-14

2024/25

48

53

+18

2023/24

43

47

+16

Als Konsequenz wurden die beiden Kanadier gegen die Capitals voneinander getrennt, die erhoffte Wirkung blieb jedoch aus. In der Offensive lassen die Draustädter heuer von ihrer gewohnten Feuerkraft generell viel vermissen.

Dazu ziehen sich defensive Schwächen konsequent durch das Spiel, zu sehen etwa vor dem 0:1, als sowohl Cole Hults als auch Torschütze Felix Koschek völlig alleine gelassen wurden. Inzwischen haben nur Budapest, die Pioneers und Innsbruck noch mehr Gegentore kassiert.

Und: Das "Allard'sche" System, welches sich durch seine Vergangenheit bei Red Bull über aggressives sowie offensives Hockey definiert, lässt sich überhaupt nicht umsetzen. Dazu fehlt es der Truppe an Laufstärke - und teilweise auch an der notwendigen Fitness.

Kein Höhenflug in Sicht

Für Höhenflüge werden diese "Adler" heuer wohl nicht mehr sorgen, vielmehr geht es einzig darum, sich über diese Saison zu retten und zumindest den Einzug ins Pre-Playoff zu schaffen.

Einen ersten Schritt in die richtige Richtung sah Allard trotz der letztlich deutlichen Pleite in Wien getan: "Wir haben ein gutes Spiel absolviert, hatten frische Beine und deutlich mehr Torschüsse. Wir haben gute Dinge getan, aber es war nicht genug."

Sportdirektor Herbert Hohenberger hatte "drei Pflichtsiege" zum Start ins Jahr 2026 gefordert, geworden ist es nur einer: Ein 6:2 gegen Schlusslicht Innsbruck.

Wäre die sportliche Lage nicht schon misslich genug, wartet auf Villach nun ein Hammer-Programm: Am Freitag das Kärntner Derby daheim gegen den KAC, am Sonntag das Gastspiel in Bozen und am 16. Jänner ein weiteres Heimspiel gegen den EC Red Bull Salzburg.

Das einzig Positive daran: In den Partien gegen die derzeit formstärksten Teams der Liga kann der VSV nur überraschen. Und wer weiß, vielleicht hängen die Köpfe nach diesem Stretch nicht mehr ganz so tief wie bei der Abreise aus Wien.

Die Highlights zum Spiel in Wien:

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