"Man muss im Moment bleiben. Es klingt klischeehaft, ist aber die beste Art und Weise, das Spiel zu spielen."
Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr diktierte Graz das Geschehen. Der Ausgleichstreffer von Lukas Haudum war die logische Konsequenz, die erstmalige Führung durch Michael Schiechl ebenso.
"Wir sind von Drittel zu Drittel stärker geworden. Da spielt das Vertrauen, das wir uns schon aufgebaut haben, eine Rolle. Uns bringt ein Rückstand nicht so schnell aus der Ruhe", erklärte Ganahl.
Sein Trainer betonte, dass mentale Stärke dabei ein wichtiger Faktor sei. "Man muss im Moment bleiben. Es klingt klischeehaft, ist aber die beste Art und Weise, das Spiel zu spielen."
Das ist dem Tabellenzweiten erneut gelungen. Wie schon beim 4:2-Heimsieg im Pack-Derby gegen Spitzenreiter KAC konnte ein 0:2-Rückstand erfolgreich gedreht werden.
In einem von den Grazern sehr trocken heruntergespielten letzten Drittel machten Nico Feldner sowie Schiechl den 20. Sieg im 26. Spiel unter Lacroix endgültig perfekt.
Comeback-Qualitäten "ein ganz wichtiges Attribut"
Dass die Murstädter Comeback-Qualitäten besitzen, ist mittlerweile augenscheinlich und das Ergebnis eines langen Prozesses.
"So etwas musst du entwickeln", sagte Ganahl und erläuterte: "Man muss während einer Saison immer einen Schritt zulegen, als Mannschaft zusammenfinden – und man hat bei uns gesehen, wie wir zusammengerückt sind und Vertrauen aufgebaut haben."
Dafür bedarf es nicht nur viel Zeit, sondern auch Arbeit abseits der Eisfläche. Von Präsident Herbert Jerich organisierte Teambuildings, etwa zum Red Bull Ring nach Spielberg oder jüngst zu den Olympischen Spielen nach Mailand, trugen Früchte.
Ganahl betonte zudem, dass die angesprochene Arbeit "von der gesamten Organisation" ausgehe und ein essenzieller Teil des 2024 neu eingeschlagenen Weges unter Jerich sei.
In jedem Spieler stecke das Bewusstsein: "Egal was passiert, wir können immer zurückkommen. Wir können jedes Spiel drehen. Das ist ein ganz wichtiges Attribut in den Playoffs", fand der Routinier.
Durchziehen und auf Schützenhilfe im Kampf um Platz 1 hoffen
Bis dorthin sind noch zwei Partien im Grunddurchgang zu absolvieren, in denen dem KAC mit etwas Schützenhilfe noch der erste Platz abgeluchst werden kann. Der Rückstand beträgt weiterhin einen Zähler.
Nach den Capitals warten nun der VSV (Freitag) und die Black Wings Linz (Sonntag) – alle drei Teams sind potenzielle Playoff-Gegner im Viertelfinale.
Dessen war sich Lacroix durchaus bewusst und sagte: "Ich erwarte von meinem Team, dass sie rausgehen und bereit sind. Wir spielen gegen Teams, die wirklich um ihren Playoff-Platz kämpfen."
Ganahl gab deshalb gleich die Marschrichtung vor: "Wir wollen einfach voll durchziehen, nicht viel überlegen und schauen, ob im Rennen um Platz 1 noch etwas machbar ist."
Unabhängig davon sei wichtig, "dass man für die Playoffs das richtige Eishockey spielt". Ganahl betonte deshalb: "Wir gehen mit voller Energie in die nächsten Spiele. Es ist wichtig zu zeigen, wie gut wir sind."