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ICE-Playoffs: Auf diese Dinge solltest du achten

Am Dienstag geht es in der win2day ICE Hockey League mit dem Start der Viertelfinal-Serien so richtig los.

ICE-Playoffs: Auf diese Dinge solltest du achten Foto: © GEPA

Nachdem die Pre-Playoffs und die anschließenden Picks in der win2day ICE Hockey League doch kleinere Überraschungen ergaben – gilt das auch für die Viertelfinali? Ein Blick auf einige Personalien und Schlagworte:

Ein überraschender Pick

Dass sich die Grazer den VSV und nicht die fußlahmen Teufel aus Szekesfehervar ausgesucht haben, überraschte doch, allerdings waren die Fahrten nach Ungarn für die 99ers seit Jahren nur wenig erbaulich.

Spiel 1: Graz99ers - VSV, ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker >>>

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Am zweiten Pre-Playoff-Team kamen sie dann aber nicht vorbei – der VSV wird aber zumindest offensiv ein stärker Gegner sein. Allerdings: Wie vor der Saison schon zu vermuten war, stellten die Grazer die beste Defensive der Liga und das, obwohl mit Nick Bailen und Nico Brunner zuletzt noch zwei Defender ausfielen.

Auch so muss Coach Dan Lacroix einen Legionärstürmer auf der Tribüne lassen, beim VSV ist nur ein Legionär überzählig, Dylan MacPherson wird es dabei nicht treffen – der langjährige Defender verabschiedet sich allerdings nach den Playoffs ins Ausland.

Welche Goalies sind gut zu Fuß?

Kann Joe Cannata – zuletzt in guter Form – in einer längeren Serie so agieren, wie es für eine Sensation notwendig wäre? Er und Eddie Pasquale (HC Pustertal) verfügen nicht mehr über die Beinarbeit ihrer jüngeren Jahre und Cannata hat jetzt noch die beiden Pre-Playoff-Partien intus.

Maxime Legace dagegen vereint solide Technik mit schnellen Beinen, ist auch der aggressivste Goalie der Liga, kommt gerne weit aus seinem Kasten. Leichtes Bauchweh muss allerdings bestehen: Im Gegensatz zu Nick Swaney, der auch als verletzungsgeplagter Crack kam, musste er keine längeren Pausen einlegen, aber doch ab und zu Frühschluss machen.

Tempo, Tempo, Tempo

Der größte Unterschied bei der Serie zwischen dem KAC und Fehervar sollte das Tempo sein: Die Teufel sind das wohl langsamste Team der Liga. Es war geradezu schmerzhaft anzusehen, wie sie gegen die Vienna Capitals weder die Scheibe noch die Beine bewegen konnten, jeder Angriffsaufbau brauchte mehrere Anläufe.

Spiel 1: KAC - Fehervar AV19, ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker >>>

Kaum zu glauben, dass der KAC mit seinem Waschmaschinen-Hockey hier größere Problem bekommen sollte, noch dazu, wo die Ungarn jetzt drei zusätzliche Spiele am Buckel haben. Zwar sind wieder einige Rotjacken unpässlich, aber das gehört beim KAC mittlerweile schon dazu. Mit Marcel Witting kam aus diesem Grund auch noch ein Tiefenspieler dazu.

Das letzte Spiel der Ungarn wird auch das letzte für Langzeit-GM Viktor Szelig sein. Sein Nachfolger könnte kurioserweise der im Herbst gefeurte Coach David Kiss sein.

Zwei Spielverderber

Sowohl Graz als auch Salzburg verhinderten mit ihren Picks die Derbys in Kärnten und in Südtirol. Macht es für die Roten Bullen wirklich einen großen Unterschied, ob sie gegen Pustertal oder Ljubljana antreten?

Mit den Pustrern haben sie das defensiv stabiliere Team ausgesucht, bei Ljubljana wäre der schwächeren Defensive eine Reihe von potentiellen Scorern gegenübergestanden. Beide Teams fielen in der zweiten Saisonhälfte ziemlich zurück.

Spiel 1: EC Red Bull Salzburg - HC Pustertal, ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker >>>

In den letzten Jahren war die Reihe mit Thomas Raffl-Benjamin Nissner-Peter Schneider in engen Partien oft der Gamebreaker. Davon waren sie heuer weit entfernt, neun Treffer für Schneider und acht für Raffl sind völlig ungewohnte Minuswerte. Heben sie sich ihre Tore für die Playoffs auf? Mit Michi Raffl (derzeit erkrankt) bekam die Roten Bullen aber ein weiteres Trumpfass dazu.

Offene Goaliefrage

Während Pasquale bei den Wölfen natürlich gesetzt ist, sollte die Goaliefrage in Salzburg offener sein: In den letzten Jahren kam nur Atte Tolvanen zum Einsatz, David Kickert war so etwas wie der rothaarige Stiefsohn in der Postseason (ein Einsatz in drei Jahren).

Heuer weist der Wiener aber nicht nur bessere, sondern geradezu Fabelwerte (GGA: 1.44) auf. Eine abermalige Zuseherrolle wäre daher nicht zu rechtfertigen.

Aber egal, wer im Kasten steht: Vor ihm laufen sechs Defender auf Ausländerlizenzen ein – etwas, das nicht einmal Innsbruck oder Dornbirn bei noch laxeren Legionärsbeschränkungen vor Jahren erwägten.

Die vergessene Serie

In den beteiligten Städten natürlich großes Thema, in Österreich wird die Serie zwischen dem HCB Südtirol und Olympia Ljubljana nur so mitlaufen. Eigentlich schade, denn diese Paarung verspricht einiges: Ausgeglichene Spiele (beide Teams gewannen je zweimal), viel Offensive und fanatische Anhängerschaften, wobei die in Laibach noch vom Sprecher angeheizt wird.

Spiel 1: HC Bozen - Olimpija Ljubljana, ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker >>>

Die beiden Kader veränderten sich im Laufe der Saison: Der HCB baute einen Überhang von drei Spielern auf, die bei Vollbestand auf die Tribüne müssen. Bei den Drachen fielen mit Goalie Lukas Horak, Clayton Kirichenko und Bine Masic gleich drei Top-Spieler aus, quantiativ rückten nur Dustin Tokarski und Reid McNeill aus Frankfurt nach.

Kann Tokarski wirklich der notwendige Rückhalt sein? Der 36-jährige – seit gefühlt einem Jahrzehnt in Europa angeboten – war in Frankfurt nicht die Lösung, muss, wenn er weiter spielen will, starke Leistungen anbieten. Aber um weiter zu kommen, muss Ljubljana den Gegenr wohl outscoren, dazu wird Liga-MVP T. J. Brennan wohl kaum von der Platte gehen.

Welche Referee-Riege findet sich ein?

Mit je zwölf Headreferees und Linesmen fiel die Auswahl so breit wie noch nie aus. Doch welche Philosophie bringen sie heuer mit? Die von den ersten Saisonwochen, als jedes Liebestatschkerl mit dem Stock unnachgiebig entweder als Haken oder Stockschlag geahndet wurden? Oder die der Playoffs der letzten Jahre mit dem Höhepunkt der Serie Linz – Graz aus dem Vorjahr? Da zogen sich die Heads in eine Beobachterolle zurück, ließen selbst klarste Vergehen ungeahndet und agierten nach dem Motto "Macht's euch des selber aus."

Keine andere europäische Liga wies in den letzten Jahren eine derartige Divergenz zwischen Grunddurchgang und Playoffs auf. Nicht dass sie Spiele einseitig geleitet hätten – bei 90 % solcher Klagen kommt das nur in den Köpfen der Fans vor – sie leiteten Spiele eher überhaupt nicht. Bei ähnlichen Vorstellungen heuer wäre dann zumindest anzuraten, bei Kritik nicht wie ein trotziges Kind zu agieren und reihenweise “Abuse-”-Strafen auszusprechen. Auch diese sind in dieser Quantität eine Eigenheit einiger (nicht aller) ICE-Heads.

Große Fehlentscheidungen sollten aber mittlerweile ausgeschlossen sein – egal ob bei umstrittenen Toren oder wenn ein Spieler am Eis liegt. Es geht mittlerweile nur mehr darum, sich zum Bildschirm oder zum Telefon nach Ebensee zu schleppen, wo Aufklärung herkommen soll, egal ob vom Regelwerk gedeckt oder nicht. Die Leistungen in den Pre-Playoffs ließen allerdings keinen Grund zur Klage zu...

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