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70 neue Legionäre: Die Transfer-Trends der ICE-Teams

Auch heuer wurde am Legionärs-Markt kräftig umgerührt. Bernd Freimüller analysiert die Tendenzen:

70 neue Legionäre: Die Transfer-Trends der ICE-Teams Foto: © GEPA

Bei den 14 Teams der win2day ICE Hockey League gab es den jährlich üblichen Legionärs-Turnover.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller blickt auf die heurigen Tendenzen in der Sommer-Transferzeit:

70 "neue" Legionäre

Bis jetzt gaben die Teams 70 neue Legionäre bekannt, also genau fünf im Schnitt - das heißt, mehr als die Hälfte der Ausländerpositionen (nicht alle Teams schöpfen das Limit von zehn pro Spielbericht aus) wurden ausgetauscht.

Nicht alle müssen unbedingt beim Saisonstart noch dabei sein: Der Tscheche Vojtech Mozik, der seit knapp 18 Monaten nicht mehr gespielt hat, kam zuletzt in Linz nicht zum Einsatz, sein marodes Knie dürfte wieder Probleme machen.

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Sein Vertrag ist ebenso zeitlich limitiert wie der des Innsbrucker Defenders Quinn Wichers, bei dem die Frage offen bleibt, ob sein Skillset für ICE-Liga-Niveau reicht. Mit Connor Mayer steht den Haien eigentlich schon ein reiner Defensiv-Defender auf einem Legionärsticket zur Verfügung.

Elf der 70 "neuen" Legionäre wechselten ligaintern, darunter langgediente Akteure wie Scott Valentine (aus Bozen zum Liganeuling Milano), Sam Harvey (Bozen zu Innsbruck) und Brady Shaw (aus Budapest eigentlich nach Innsbruck, nach der Vertragsauflösung dort nach Linz).

Der einzige Liga-Rückkehrer ist Joseph Cramarossa – der Ex-Cap heuerte nach einer Saison in Augsburg beim VSV an.

Damit bleiben 58 Legionäre über (Mozik und Wichers eingeschlossen), die am 18. September erstmals ein ICE-Spiel bestreiten könnten. Woher kommen diese neuen Leute?

ECHL vor der AHL als Hauptzubringer

Nicht nur in der ICE ein Trend der letzten Jahre: Die ECHL ist der neue Hauptzulieferer aus Nordamerika. Gleich zwölf Neuzugänge spielten dort in der letzten Saison ausschließlich oder hauptsächlich (kurze AHL-Recalls ausgenommen).

Ihnen gegenüber stehen nur sechs Cracks, die hauptsächlich in der AHL spielten, davon mit Louis Domingue (spielt sein Körper mit?), Blake Hillman und Isaac Ratcliffe gleich drei in Bozen.

Früher wäre dieses Verhältnis umgedreht gewesen, doch starke AHLer verdienen dort mittlerweile gutes Geld oder leben noch ihren Traum von der NHL aus.

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Sogar die Eisbären Berlin greifen mit Jack LaFontaine auf einen Goalie aus der ECHL zurück.
Foto: ©imago images / Icon SMI

Auch in der DEL sind in den letzten Jahren immer mehr ECHLer in Mode gekommen, Nürnberg nahm hier eine Vorreiterrolle ein. Sogar ein Team wie die Eisbären Berlin, das sich fast jeden verfügbaren Crack leisten könnte, holte für die vakante Goalieposition mit Jack LaFontaine einen ECHL-Veteranen, der immer nur kurz in der AHL vorbeischauen durfte.

Natürlich haben auch die Preise für ECHL-Cracks die Inflation durchlaufen, Schnäppchen werden immer seltener, noch dazu, wo diese Liga heuer einen neuen Kollektivvertrag erhalten hat.

Die Pioneers Vorarlberg holten aber heuer noch drei Cracks aus der ECHL, die wohl an oder unter der internen Gehaltsobergrenze von 25.000 Euro angesiedelt sind.

College-Cracks

Vier Spieler kommen aus dem kanadischen College-Bereich (U-Sports).

Davon sind Clay Hanus (Graz) und Sean Larochelle (VSV) als kleingewachsene, aber spielstarke Defender eingeplant. Nur ein Spieler kommt direkt aus dem amerikanischen College-Wesen (Noah Serdachny/Pioneers).

Auf europäische Ligen verstreut

Innsbruck-Tryout Wichers spielte letzte Saison noch in der Asia-League, Mozik und Samuel Houde (Milano) pausierten wegen Verletzungen, der Rest kam aus europäischen Ligen - und das ziemlich verteilt.

Die DEL, die slowakische Extraliga sowie die schwedische Allsvenskan sind mit jeweils fünf Spielern die europäischen Haupt-Exporteure für die ICE. Einer Stufe höher in Schweden, der SHL, entstammt nur Defensiv-Defender Mattias Göransson (KAC).

Nur drei Spieler (zwei davon in Feldkirch) übersiedelten aus der finnischen Liiga - dort wird auch jeder Crack gebraucht, da nach der heurigen Saison das Teilnehmerfeld von 17 auf 14 Teams reduziert wird und ohnehin schon unzählige Spieler in Übersee oder dem Rest von Europa spielen.

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Michael Dal Colle spielte vergangene Saison für Dinamo Minsk in der KHL.
Foto: ©IMAGO / SOPA Images

Ebenfalls drei Cracks kamen aus der KHL, wobei die beiden Milano-Forwards Michael Dal Colle und Greg McKegg nur eine Handvoll Spiele bestritten. Milano, bei denen Imports und Italo-Kanadieren eine Mitgliedchaft bei der Agentur "Optima Sports" obligatorisch war, bediente sich auch in der tschechischen Extraliga zwei Mal.

Andere Zubringerländer wie Dänemark (3), Norwegen (2) oder Polen (1) versprechen kleinere Preisschilder, was für den einzigen Crack aus der DEL2 (Justin MacPherson/Fehervar) nicht unbedingt zutreffen muss. Dort steigen die Gehälter von Saison zu Saison an.

Gleiches gilt für die britische EIHL, die wohl auch deshalb heuer keinen Crack an die ICE verlor.

ICE weiter fest in nordamerikanischer Hand

Die ICE ist seit Jahr und Tag stark nordamerikanisch geprägt, das hat sich auch in diesem Sommer nicht geändert:

Nur 11 der 58 neuen Gesichter sind Europäer, wobei die Pioneers mit drei Finnen führend dastehen. Wie gesagt: Wer heuer in der aufgeblähten Liiga keinen Vertrag erhielt, muss es billiger geben, was aber nicht unbedingt auf Defender Teemu Kivihalme in Bozen zutrifft.

Für einen schwedischen Spieler wie Jakob Lilja taten sich nicht unbedingt viele Türen auf, ehe er in Wien unterschrieb: Die Schweiz und die DEL hat er schon durch, ein Engagement in seiner Heimat oder Finnland ist aufgrund des Embargos gegen Ex-KHL-Cracks nicht möglich.

Kaum neue Goalies

Nur drei Teams holten heuer neue Import-Goalies, wovon Bozen gleich zwei Ausländertickets für Domingue und Marco Costantini opferte.

Innsbruck bediente sich mit Harvey ligaintern, in Linz soll Dylan Wells die Nachfolge von Langzeit-Goalie Rasmus Tirronen antreten.

Die Vienna Capitals, aber auch Neuling HC Milano, versuchen mit einheimischen Goalies durchzukommen.

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