Hintergrund

Warum Hundertpfund nie ans Karriereende gedacht hat

Der KAC-Kapitän war nach einem Kreuzbandriss mehrere Monate zur Untätigkeit gezwungen. Am Donnerstag kehrte der Routinier ins Lineup der Rotjacken zurück.

Warum Hundertpfund nie ans Karriereende gedacht hat Foto: © GEPA

Er ist wieder zurück.

270 Tage sind vergangen, bis Thomas Hundertpfund am Donnerstag beim Auftaktspiel des KAC in die Champions Hockey League gegen die Bordeaux Boxers wieder bewerbsmäßig am Eis stehen konnte.

Der Kapitän hatte sich am 7. Dezember 2025 beim Pack-Derby gegen die Graz99ers einen Kreuz- und Seitenbandriss zugezogen. Nicht bei einem überharten Foul, die Umstände waren weitaus unglücklicher.

Hundertpfund erinnert sich im Gespräch mit LAOLA1: "Ein Gegenspieler hat einen leichten Check von Simeon Schwinger bekommen und ist auf allen Vieren in mich reingerutscht." Er sei nur leicht dahin gegleitet und über den Grazer Gegenspieler gestolpert.

Dabei verdrehte sich der 36-Jährige das Knie, blieb zu allem Überfluss wohl auch noch mit den Kufen im Eis hängen. "Ich bin mehr oder weniger im Stehen umgefallen", kann sich der Routinier einen Schmunzler nicht verkneifen.

Nie ans Aufhören gedacht

Die Schwere der Verletzung war zunächst nicht absehbar. Die Ärzte waren davon ausgegangen, dass "nur" das Seitenband etwas abbekommen hätte. Die Diagnose Kreuzbandriss kam für alle Beteiligten überraschend.

"Es war ein größerer Schock", gesteht der Klagenfurter. Ein Seitenbandriss hätte eine Ausfallzeit von einigen Wochen, im Gegensatz zum Kreuzbandriss aber nicht das vorzeitige Saisonaus gebracht. "Aber es hat eh nichts geholfen, ich musste positiv bleiben", so Hundertpfund.

Ich habe gesagt: So kann ich meine Karriere nicht beenden, ich will unbedingt nochmal spielen.

Thomas Hundertpfund über ein mögliches Karriereende

Das Karriereende war für ihn nämlich kein Thema. Hundertpfund: "Ich hatte diesen Gedanken nie im Kopf. Ich habe gesagt: So kann ich meine Karriere nicht beenden, ich will unbedingt nochmal spielen."

"Ich schaue beim Eishockey nicht gerne zu"

Mit dem Ziel, unbedingt wieder für seinen Herzensverein auflaufen zu können, stellte sich der ehemalige Schweden-Legionär der langen Rehabilitationsphase - und einer ganz anderen Herausforderung.

Er gesteht: "Ich bin niemand, der beim Eishockey gerne zuschaut - und dazu wurde ich gezwungen. Das war sehr hart." Dass die Rotjacken auch ohne ihren Kapitän einen starken Grunddurchgang absolviert haben, erleichterte es ihm, auf der Tribüne zu sitzen.

"Doch als es in den Playoffs nicht gut gelaufen ist, man gerne irgendwie helfen würde, aber nicht weiß wie, macht das Zuschauen überhaupt keinen Spaß mehr", betont Hundertpfund. Deshalb freue er sich, der Mannschaft nun wieder helfen zu können.

Erfolgreiches Comeback

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Thomas Hundertpfund beim ersten Mannschaftstraining des KAC am 12. August
Foto: ©GEPA

Den ersten Eiskontakt hatte der Kärntner Ende April, pünktlich zum Trainingsauftakt des KAC konnte Hundertpfund - wenn auch vorerst nur ohne Körperkontakt - auch mit seinen Teamkollegen wieder auf die Eisfläche gehen.

Sein damaliges Fazit: "Es geht überraschend gut. Bei den Starts und Stopps spüre ich es noch ein wenig, aber das wäre beim ersten Eistraining auch ohne einer Verletzung der Fall", lacht "Hundi".

Die Vorbereitungsspiele hat der 36-Jährige noch ausgelassen, beim CHL-Start gab er schließlich sein Comeback. Es war wahrlich nicht die stärkste Leistung des KAC, trotzdem war man erfolgreich: Frankreichs Meister wurde 2:1 nach Overtime bezwungen.

Und Hundertpfund sammelte mit 17:33 Minuten gleich die meiste Eiszeit aller KAC-Angreifer.

Mission 33

In der nächsten Woche bestreitet der Rekordmeister drei weitere Partien in der Champions Hockey League, darunter die Highlight-Spiele gegen Fribourg-Gotteron (Samstag, 19:15 Uhr im LIVE-Ticker >>>) und bei den Kölner Haien (12. September, 17 Uhr im LIVE-Ticker >>>).

Am 18. September wird die neue Liga-Saison mit dem inzwischen zur Tradition gewordenen Auftaktduell beim EC Red Bull Salzburg eingeläutet. Die Erwartungshaltung in Klagenfurt ist klar:

"Natürlich wollen wir um den Meistertitel spielen", lechzt Hundertpfund nach dem 33. Championat der KAC-Historie.

Jeder will das Letzte aus sich herausholen und den Titel gewinnen.

Thomas Hundertpfund

Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern sei gut, man könne auf vier starke Linien bauen. "Wichtig wird sein, dass wir gesund bleiben und nicht viele Verletzungen während der Saison haben", weiß er, dass der KAC in der Vergangenheit nicht wohl gesonnen war.

Kleiner Umbruch ist eigentlich groß

Den kleinen Kader-Umbruch sieht der Captain positiv.

Wobei: "Für uns sind fünf Neuzugänge wieder ziemlich viel, so viele hatten wir schon lange nicht mehr", konstatiert er. In einer Offseason war dies letztmals 2020 der Fall.

Hundertpfund meint: "Es ist wichtig, neue Impulse in die Mannschaft zu bringen – sowohl am Eis als auch in der Kabine." Man könne von jedem neuen Spieler etwas lernen, die neuen Gesichter werden dem Team langfristig helfen, glaubt die Klub-Legende.

Ü30-Kader? Dann wird er kein Hindernis sein

Mit seinen 36 Jahren zählt der Mittelstürmer zu jenen Spielern, die den Altersschnitt nach oben treiben. Mit 30,19 Jahren fällt das heurige KAC-Aufgebot nicht nur in die Kategorie Ü30, es ist zugleich das mit Abstand älteste der gesamten win2day ICE Hockey League.

Doch Alter, betont Hundertpfund, müsse nichts Schlechtes sein. Statistisch gesehen seien ältere Spieler zwar verletzungsanfälliger und müssten mehr auf ihren Körper schauen, "aber ich denke nicht, dass es leistungsmindernd ist", so Hundertpfund.

Jung und Alt vereint schließlich ein Ziel: die 33. Meisterschaft der Klubgeschichte. "Jeder will das Letzte aus sich herausholen und den Titel gewinnen. Wenn das in allen Köpfen drinnen ist und die Motivation stimmt, werden das alles keine Hindernisse sein."

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