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ÖFB verliert Torwart Hamzic an Bosnien

WSG-Keeper Salko Hamzic kehrt dem ÖFB den Rücken, er hat sich für Bosnien entschieden. Warum, erklärt der 19-Jährige gegenüber 90minuten.

ÖFB verliert Torwart Hamzic an Bosnien Foto: © GEPA

Dem ÖFB scheint einmal mehr ein Talent abhanden zu kommen.

Torhüter Salko Hamzic - er ist österreichisch-bosnischer Doppelstaatsbürger - dürfte sich gegen den ÖFB und für Bosnien entschieden haben. Das deutet der 19-Jährige im Interview mit 90minuten an.

"Ich habe in den letzten Wochen mit dem bosnischen Nationalteam kommuniziert. Wir haben über die Zukunft gesprochen. Ehrlicherweise hat mich das schon sehr überzeugt", erklärt der Torhüter.

"Ich möchte nicht, dass es als Entscheidung gegen den ÖFB verstanden wird. Grundsätzlich habe ich Bosnien aber gesagt, dass ich gerne dabei wäre, wenn sie mich einladen. Es hat sich damals komplett richtig angefühlt, mich für Österreich zu entscheiden. Genauso fühlt sich aber auch diese Entscheidung jetzt richtig an."

Staatsbürgerschaft nach Rangnicks Perspektivspielerlehrgang

Hamzic hat im Alter von 14 Jahren für die AKA U18 der Roten Bullen debütiert, kurz vor seinem 17. Geburtstag ist er erstmals in LigaZwa für die "Jungbullen" zwischen den Pfosten gestanden und hat insgesamt 27 Spiele für Liefering bestritten. In diesem Sommer erfolgte der Wechsel zur WSG Tirol.

Der gebürtige Salzburger war 2023 Teil des Perspektivspielerlehrganges von Ralf Rangnick, hat danach die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten und ist seitdem für die U18 (drei Spiele) und U19 (neun Spiele) aufgelaufen.

Davor ist er bereits bei einem Nachwuchslehrgang von Bosnien und Herzegowina geweilt. In der U21 hat bisher jedoch Salzburg-Youngster Christian Zawieschitzky den Vorzug erhalten.

Mit ÖFB-Teamchef Rangnick hatte der WSG-Schlussmann in letzter Zeit nach eigenen Angaben keinen Kontakt.

Hamzic ist auf Gegenwind eingestellt

Dass seine Entscheidung gegen den ÖFB und für Bosnien nicht überall auf Verständnis stoßen wird, darauf ist Hamzic eingestellt.

"Mir ist bewusst, dass etwas auf mich zukommen kann. Das gehört zu diesem Schritt dazu. Ich denke aber, dass es wichtig ist, solche Entscheidungen klar auszusprechen", so der 19-Jährige.

Hamzic erörtert, warum er sich letztlich für Bosnien entschieden hat:

"Für mich war die Frage, wo meine Perspektive besser ist, was ich in einem Nationalteam erreichen kann und wo ich mich für die Zukunft besser aufgehoben fühle. Es war, wie gesagt, keine Entscheidung gegen den ÖFB, sondern für Bosnien, wo ich meine Wurzeln habe. Hinter meinen Beweggründen stehe ich. Ich schätze die Arbeit sehr, die dort geleistet wird. Für die Wertschätzung, die ich in den letzten Jahren bekommen habe, bin ich dankbar. Die gemeinsame Zeit werde ich gut in Erinnerung behalten."

Der Torhüter ist nicht das erste Talent, das dem ÖFB abhandenkommt. Zuvor haben sich unter anderen bereits Jusuf Gazibegovic, Emir Karic, Amar Dedic und Ermin Mahmic gegen Österreich entschieden.

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