Bernd Freimüller: Der MVP von jedem EBEL-Team

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Der EBEL-Grunddurchgang ist Geschichte - diverse Überraschungen und Enttäuschungen inklusive.

Aber selbst wenn es nicht nach Wunsch lief, verfügt jede Mannschaft über zumindest einen Spieler, der positiv herausgestochen ist. Bei den Teams, die in dieser Saison zur Liga-Elite zählen, herrscht diesbezüglich ohnehin die Qual der Wahl.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller nennt nach den ersten 44 Saison-Spielen den aus seiner Sicht jeweils wertvollsten Spieler aller elf Teams.

Elf Teams? Genau. Auf Medvescak Zagrab wird aufgrund der jüngsten Talfahrt verzichtet. Ebenso sind alle Statistiken um die Spiele gegen die Kroaten bereinigt.

VSV:

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Dass die Saison nicht leicht werden würde, lag auf der Hand, doch dass so wenig Erbauliches zu sehen sein würde, dann auch wieder nicht.

Von den 8+1 Legionären überzeugte vor allem Jamie Fraser. Der Defender agierte zwar nicht fehlerlos (bei 25+ Minuten pro Spiel auch kaum möglich), war aber der Motor seines Teams und sogar Topscorer. Seine Vertragsverlängerung war (im Gegensatz zu anderen) nicht übereilt.

Statistik: 40 Spiele -8 Tore - 20 Assists - 28 Punkte - Plus/Minus +2

HC Innsbruck:

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Wo in den beiden Vorsaisonen drei Scorerlinien die defensiven Schwächen (meist) übertünchten, fehlte es heuer an beiden Enden des Eises, dazu kam noch eine Goalie-Rotation, in der so recht keiner überzeugte. Von den Top-6-Plätzen war Innsbruck heuer von Beginn an weit entfernt, der Waldorf-Charakter der EBEL lässt aber doch noch hoffen.

Auch Andrew Clark spielte schon bessere Saisonen, wie viele seiner Teamkollegen (Yogan! Boivin! Ross!) hat er seine Stärken weit mehr in der Offensive als in der Defensive. Trotzdem bleibt er einer der besten Playmaker der Liga.

Statistik: 42 Spiele - 16 Tore - 23 Assists - 39 Punkte - Plus/Minus +1

DORNBIRNER EC:

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Rasmus Rinne, gemeinsam mit Mac Carruth der Marathon-Goalie der EBEL, schwächelte lange und fiel zum Schluss auch noch verletzt aus.

Sein Wert für das Team ist aber unbestritten. Die Hoffnungen auf die Top-6 wären aber noch leiser ausgefallen, wenn nicht das Stürmerduo Brock Trotter und Brendan O’Donnell nach Saisonbeginn eingeritten wäre.

Vor allem O’Donnell bewies seine Schussstärke aus der ECHL, die ihm in der KHL und Liiga abhandengekommen war. Seine Abschlussqualitäten würden ihn auch für bessere Ligen interessant machen, dort müsste er aber an seinem Drei-Zonen-Spiel arbeiten.

Statistik: 36 Spiele - 26 Tore - 19 Assists - 45 Punkte - Plus/Minus +4

ORLI ZNOJMO:

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Eine Saison mit vielen Aufs und Abs, in Schlagdistanz zu den Top-6 waren die Tschechen aber nur selten. Wie immer fragwürdig: die Defensivleistungen inklusive der Goalies.

Marek Kalus überzeugte schon in der Vorbereitung, etablierte sich auch in der EBEL mit seiner Mischung aus Größe, läuferischer Stärke und Bombenschuss als große Abschlusswaffe. Irgendwie kommt er mir wie die Stürmer-Version von Libor Sulak vor.

Seine Zukunft könnte durchaus wieder in der Extraliga liegen, wenn er abseits der Scheibe mehr Drive zeigt.

Statistik: 42 Spiele - 25 Tore - 25 Assists - 50 Punkte - Plus/Minus +15

BLACK WINGS LINZ:

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Die Linzer kamen die ganze Saison nie so recht auf Touren, vor allem die ungewohnte Abschlussschwäche kostete den Einzug in die Top-6 und Coach Troy Ward den Job.

Brian Lebler hatte mitunter auch mit seiner neuen Rolle als Kapitän zu kämpfen (nicht immer muss der beste Spieler auch ein Leader sein), war aber trotzdem wieder der Top-Torjäger. Sein Schuss aus dem Slot ist weiter der beste der Liga, dazu ist er auch so gut wie nie verletzt.

Statistik: 43 Spiele - 23 Tore - 15 Assists - 38 Punkte - Plus/Minus +12

FEHERVAR AV 19:

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Der (vorzeitige) Playoff-Einzug war ohne Zweifel die Überraschung der heurigen Saison, dabei hatte das (nicht gerade junge) Team von Hannu Järvenpää auch noch mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Goalie Mac Carruth ist der Marathon-Mann der Liga, setzte nur zweimal gegen die Zagreb-Amateure aus. Ohne ihn wären die Playoffs nicht gelungen, auch wenn er viele Tore auf seiner Blocker-Seite zuließ.

Trotz Carruth war für mich Janos Hari der Team-MVP: Der kleiner Center ist einer der Top-Kreativspieler der Liga, kann 1-1-Duelle gewinnen und seine Winger mit punktgenauen Zuspielen managen. Wenn er nur ein klein wenig mehr Dynamik in seinem Eislaufen hätte…

Statistik: 42 Spiele - 20 Tore - 37 Assists - 57 Spiele - Plus/Minus +21

HCB SÜDTIROL:

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Die Bozner segelten eigentlich von Beginn an auf Top-6-Kurs, hatten aber zwischenzeitlich eine kleine Krise zu überstehen. Diese fiel nicht zufällig mit dem Ausfall von Mike Blunden zusammen, die Toplinie mit Brett Findlay und Daniel Catenacci war so zerrissen.

Blunden ist vielleicht der körperlich stärkste Spieler der Liga, kann aus dem Slot einfach nicht wegmanövriert werden. Dazu kommt noch ein voluminöser One-Timer von der linken Halfwall. Ein gewisser Mangel an Speed beschäftigt zwar einige DEL-Beobachter, ist aber in der EBEL kein großes Problem. Seine Rückkehr nach fast zwei Monaten Absenz fiel dann auch mit dem Wiedererstarken von Goalie Leland Irving zusammen, der vor allem in der CHL ein Siegesgarant war.

Statistik: 29 Spiele - 15 Tore - 14 Assists - 29 Punkte - Plus/Minus 0

RED BULL SALZBURG:

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19 Niederlagen in 44 Spielen – das sagt alles über die reichlich unebene Saison der Roten Bullen, die nur vor dem Dezember-Break ihre wahre Spielstärke zeigten. Der Rest war ein einziges Ärgernis.

Während sich in der Champions Hockey League mehrere Cracks für den Team-MVP aufdrängten, spielte in der EBEL kaum jemand eine konstante Saison. Dominique Heinrich knüpfte immerhin an seine Offensiv-Leistungen vor seinem Schweden-Ausflug an, überzeugt wie viele seiner Kollegen aber offensiv mehr als defensiv.

Auch Thomas Raffl wies nicht gerade Konstanz in seinen Leistungen nach, ohne seine Reichweite und seinen Willen, vor das Tor zu gehen, wäre der gegnerische Slot allerdings noch mehr verwaist als ohnehin schon.

Statistik: 37 Spiele - 17 Tore - 21 Assists - 38 Punkte - Plus/Minus +11

KAC:

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Es war eine überaus konstante Saison in Klagenfurt, der Platz unter den Top-6 war von Anfang an nie in Frage gestellt. Von den Neuverpflichtungen überzeugten vor allem der überaus solide und stilsichere Goalie Lars Haugen und der schussstarke Defender Adam Comrie, der aber doch einige geistige Aussetzer hatte.

Ohne Nick Petersen hätte die nicht immer potente Offensive allerdings das Niveau der letzten Saisonen gehabt. Seine Hände – sowohl in 1-1-Duellen als auch als Passgeber – suchen in der EBEL ihresgleichen. Vor allem das Powerplay läuft über ihn, er kann von der linken Seitenbande sowohl den Mann im Slot als auch Tommy Koch auf der anderen Seite des Eises zentimetergenau finden.

Statistik: 41 Spiele - 20 Tore - 30 Assists - 50 Punkte - Plus/Minus +20

VIENNA CAPITALS:

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Eine Niederlagenserie im November kostete (vorläufig) den fixen CHL-Platz, davor und danach punktete das Team von Dave Cameron aber konstant. Wenn Goalie J-P Lamoureux schwächelt, sieht es aber gleich anders aus, mit Bernhard Starkbaum wurde eine Alternative nachgeholt.

Peter Schneider war der Dosenöffner in vielen knappen Spielen oder nach anfänglichen Rückständen. Seine Energie, Dynamik und Fähigkeit, aus vielen verschiedenen Varianten (Schuss, Abfälscher oder Scramble) Tore zu machen, ist in der Liga fast unübertroffen. Egal wo, er hat sich eine gehörige Gehaltsaufbesserung redlich verdient…

Statistik: 43 Spiele - 25 Tore - 30 Assists - 55 Punkte - Plus/Minus +23

GRAZ 99ERS:

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Vom Keller zur Elite: Nach der letzten Qualifikationsrunde noch Letzter, jetzt nach 44 Runden Erster und CHL-berechtigt. Das war nicht abzusehen, aber aufgrund der Leistungskonstanz höchst verdient. Griff Coach Doug Mason in der Vorsaison noch beim Goalie daneben, überzeugten heuer alle Zugänge. Bezeichnend die derzeitige interne Frage: „Wen kann man halten?“ im Gegensatz zum sonst regelmäßigen „Wen soll man halten?“

Colton Yellow Horn und Troy Loney (Wahnsinnshände im 1-1) bildeten ein formidables Offensivduo, in der Verteidigung wurde der umfunktionierte Oliver Setzinger mit 35 Jahren zu einem der besten Offensiv-Defender der Liga.

Prunkstück der Einkaufspolitik für mich aber Defender Matt Caito – ein immens schussstarker Mann, der das Gefühl für offenes Eis im Angriffsdrittel hat. Seine Mangel an Körpergröße spielt in der EBEL keine Rolle.

Statistik: 42 Spiele - 17 Tore - 20 Assists - 37 Punkte - Plus/Minus +28

Textquelle: © LAOLA1.at

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