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Olympia am Ort des ersten WC-Sieges - Hauser: "Ein Neustart"

Die Tirolerin kehrt bei den Olympischen Spielen an den Ort ihres ersten Weltcup-Sieges zurück. Auch Anna Gandler will bei ihrer Premiere vorne mitmischen.

Olympia am Ort des ersten WC-Sieges - Hauser: "Ein Neustart" Foto: © GEPA

Die aus dem Antholzer Tal stammende Dorothea Wierer will sich zum Abschluss ihrer Erfolgskarriere auf heimischem Boden den Traum von Olympia-Gold erfüllen.

Bei der WM 2020 gelang der Südtirolerin in Antholz mit den Titeln in der Verfolgung und im Einzel ein doppelter Coup. Sechs Jahre später gehört Wierer nach wie vor zu den Allerbesten. Das am Mittwoch (14.15 Uhr/live ORF1) anstehende Einzel ist die Paradedisziplin der 35-Jährigen.

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Sieben ihrer 17 Weltcupsiege hat Wierer in 15-km-Rennen geholt, und auch das einzige in der laufenden Saison hat sie gewonnen. Zu ihren stärksten Konkurrentinnen zählen mehrere Französinnen um Lou Jeanmonnot, die Öberg-Schwestern und ihre Landsfrau Lisa Vittozzi.

Beim Olympia-Auftakt im Mixed jubelte Wierer mit dem italienischen Team bereits über Silber, wodurch viel Druck von ihr abgefallen ist. "Das war ein wirklich schöner Start, weil es zuhause nicht einfach ist. Ich dachte ja, die Heim-WM war schwierig, aber das ist sogar noch ärger", sagte Wierer. Ihre bisher einzige Olympia-Einzelmedaille hat sie 2022 mit Bronze im Sprint geholt.

Hauser hofft auf "schöne Erfolge"

Die größten rot-weiß-roten Hoffnungen ruhen einmal mehr auf Lisa Hauser. Die Massenstartweltmeisterin von 2021 hat zu Saisonbeginn eine Weltcup-Verfolgung gewonnen, zwischendurch aber auch mit gesundheitlichen Problemen gekämpft.

Mittlerweile ist die Tirolerin wieder fit für Großtaten am Schauplatz ihres ersten Weltcupsieges vor fünf Jahren in einem Einzel. "Das ist schon eine Zeit lang her, der Sieg war unglaublich schön, bringt mir jetzt aber nicht mehr viel. Am Mittwoch ist ein Neustart", sagte Hauser.

Bei einer Strafminute pro Fehlschuss gelte es, am Schießstand besonders konzentriert zu arbeiten: "Wer viermal null schießt, ist vorne dabei." Ihr Traum von einer Medaille lebe, ihre Karriere sei aber auch schon so sehr schön verlaufen, betonte Hauser.

Premiere für Gandler

Die Höhenlage der Olympia-Anlage auf 1.600 m bereite ihr keine größeren Probleme. "Es geht schon alles ein bisschen zäher, aber ich steigere mich da nicht hinein, das geht hier allen gleich."

Während Hauser bereits ihre vierten olympischen Spiele bestreitet, ist es für Anna Gandler eine Premiere. Die 25-Jährige will es trotzdem locker angehen.

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"Es ist eben viel Rummel um Olympia, aber grundsätzlich ist es eigentlich nichts anderes, was wir immer tun. Wir schießen auf die fünf Scheiben und laufen unsere Runden. Man muss das dann einfach ein bisschen abschalten, das ganze Rundherum und einfach das Ding machen, was man immer macht", sagte Gandler.

Als Vorgeschmack auf das Einzel hat sie am Sonntag wie Hauser bereits die Mixed-Staffel bestritten und mit dem ÖOC-Team Rang sieben belegt. Die Höhe habe ihr ziemlich zugesetzt. "Das war schon ein ziemlich beinhartes Rennen. Ich hoffe, dass es im Einzel besser wird."

"Eine andere Ausgangssituation"

Trotz der Herausforderung will sie Olympia auch genießen. "Die Kulisse ist mega mit den Bergen im Hintergrund. Ich hoffe, dass wir eine schöne Zeit haben, und dass wir auch was feiern dürfen", sagte die Tochter des früheren ÖSV-Langlauf- und Biathlonchefs Markus Gandler.

Dass ihr in Antholz bisher noch nichts Herausragendes gelungen sei, spiele keine große Rolle. "Es ist eine andere Ausgangssituation. Es war immer die dritte Station, wo man ein bissl müde hinkommt. Jetzt hatten wir eine Pause. Grundsätzlich habe ich auf der Höhe schon gute Ergebnisse gemacht, so wie in Amerika drüben."

Während sie im österreichischen Team gesetzt ist, hat ihr Partner Emilien Claude bei den sehr stark aufgestellten Franzosen einen schweren Stand. "Er hat die Kurve gekratzt und hat mit dem Bandscheibenvorfall wirklich keinen leichten Weg gehabt", sagte Gandler. Olympia zu zweit zu erleben, sei jedenfalls ein großes Geschenk.

"Es ist cool, das gemeinsam zu erleben. Wir bauen uns gegenseitig auf", erzählte sie. Die weiteren beiden österreichischen Starterinnen am Mittwoch werden die Debütantinnen Anna Andexer und Tamara Steiner sein.

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