Kein Nationenwechsel! Gandler: "Haben viele missverstanden"
Zuletzt ist bekannt geworden, dass Biathletin Anna Gandler nicht mehr in Österreich trainiert. Die 25-Jährige klar, dennoch für den ÖSV an den Start zu gehen.
Anna Gandler verlässt die ÖSV-Trainingsgruppe, um zukünftig in Frankreich zu trainieren.
Nach Umbruch: Anna Gandler trainiert nicht mehr im ÖSV >>>
Nach dem Bekanntwerden haben nicht wenige sogar mit einem Nationenwechsel gerechnet - das berichtigt die 25-Jährige nun: "Das haben viele missverstanden. Ich starte natürlich weiterhin für Österreich, habe lediglich für dieses Jahr die Trainingsgruppe verlassen – ähnlich wie es damals Lisa Hauser gemacht hat."
Grund dafür ist nicht nur die Entfernung zu Lebensgefährte Emilien Claude (Frankreich), sondern auch die Umstrukturierung im ÖSV.
Rückkehr nach Urlaub: "Plötzlich war alles anders"
"Bis vor meinem Urlaub dachte ich, dass Reinhard Gösweiner mein Trainer sein wird. Es gab konkrete Pläne und ich war begeistert, weil er mit uns individueller arbeiten wollte. Dann komme ich zurück und plötzlich war alles anders: Neue Trainer, ein neues Serviceteam und Trainingssystem", sagt die ÖSV-Biathletin.
In dem Zusammenhang stellt Gandler auch richtig, dass Gösweiner das Team nicht im Stich gelassen hat: "Drei Mädels wollten bei ihm bleiben, die anderen haben sich für eine Veränderung ausgesprochen. Mit jenen, die keine Veränderung wollten, wurde allerdings kaum gesprochen."
Pichler-System "fühlt sich nicht richtig an"
Außerdem räumt die Tirolerin mit dem Gerücht auf, dass sie wegen Markus Fischer ausgestiegen ist: "Manche Kommentare dazu waren ganz wild und schon abenteuerlich. Ich bin sicher nicht jemand, der sich einem neuen System verschließt. Im Gegenteil, ich finde neue Ansätze oft sehr spannend."
Der Grund liege viel mehr darin, dass es sich für sie "nicht richtig angefühlt habe, direkt in ein so hartes System einzusteigen", nach allem, was sie gesundheitlich hinter sich hat. Dafür sei sie momentan noch nicht bereit. Außerdem sei "das System von Wolfgang Pichler für mich persönlich nicht das passende."
Gandler sieht vor allem am Schießstand Entwicklungspotential
Nun müsse sie "vieles selbst organisieren und auch finanziell stemmen" - was jedoch kein Jammern sein soll: "Bis jetzt habe ich meine Entscheidung keine Sekunde bereut. Es ist ein Schritt hin zu mehr Eigenständigkeit und dazu, mich noch intensiver damit auseinanderzusetzen, was ich von meinem Training, meiner Karriere und generell vom Leben möchte."
Gandler trainiert derzeit mit den Claude-Brüdern mit, gehört aber keinem Team an: "Hier ist man am Schießstand ohnehin nie allein – man trifft immer jemanden, mit dem man trainieren kann. Dann steht plötzlich Quentin Fillon Maillet neben dir und man kommt ins Gespräch. Das motiviert mich und gibt mir Selbstvertrauen."
Entwicklungspotential sieht die 25-Jährige speziell am Schießstand, wo sie ihre Statistik nach eigenen Angaben "in den letzten vier Jahren leider nicht wirklich verändert, sondern nur gleich geblieben sind. Da habe ich zuletzt in den Rennen viel liegen lassen. Läuferisch bin ich auf einem guten Niveau."