Favoriten-Check: Wer stoppt Federer?

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Abwechslung war in den letzten Jahren nicht gerade die große Stärke des Herren-Tennis. 45 der letzten 50 Grand-Slam-Titel sicherten sich die "Big Four" Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray.

Nur Juan Martin Del Potro, Marin Cilic und Stan Wawrinka (drei Mal) konnten die Dominanz dieses Quartetts zumindest zeitweise durchbrechen. Das Trio triumphierte übrigens jeweils bei den US Open.

<<<Dominic Thiem vs. Alex de Minaur, Dienstag, ab 17 Uhr im LIVE-Ticker>>>

Flushing Meadows scheint also ein guter Boden für neue Major-Sieger zu sein. Die Chancen stehen heuer gar nicht so schlecht, dass in zwei Wochen ein frisches Gesicht den Sieger-Pokal in die Höhe stemmen darf. Mit Djokovic und Murray fehlt immerhin die Hälfte der "Big Four".

Im Favoritencheck zeigen wir euch, wer die größten Herausforderer der beiden Altstars Federer und Nadal sind.



Roger Federer

Wohl nur die größten Optimisten hätten Roger Federer vor einem Jahr prophezeit, in einer Saison noch einmal gleich zwei Grand-Slam-Titel gewinnen zu können. Nach seinen Siegen in Melbourne und Wimbledon greift der 36-jährige Schweizer nun in New York allerdings schon nach seinem dritten Major-Triumph im Jahr 2017. Die Statistik hat "Fed-Ex" auf seiner Seite: Auch 2004, 2006 und 2007 kam er als Australian-Open- und Wimbledon-Sieger nach Flushing Meadows - und triumphierte in diesen drei Jahren am Ende auch bei den US Open. Was noch mehr zählt: Federer ist in dieser Saison der beste Hartplatz-Spieler. Von 25 Partien verlor der Eidgenosse gerade einmal zwei. Darunter allerdings auch vor drei Wochen das Finale von Montreal gegen Alexander Zverev. Danach klagte der Altstar über Rückenschmerzen und sagte seinen Start in Cincinnati ab. Seine körperliche Verfassung könnte sich bei den US Open zum größten Gegner von Federer entwickeln.

Rafael Nadal

In der vergangenen Woche kehrte Rafael Nadal wieder an die Spitze der Herren-Weltrangliste zurück. Ob der Spanier auch in zwei Wochen den Tennis-Thron innehaben wird, wird sich weisen. Federer wird aller Voraussicht nach ins Halbfinale einziehen müssen, um seinen Erzrivalen von Platz eins zu verdrängen. Dort könnte es allerdings auch zum direkten Duell kommen. Der Sieger würde nach den US Open die Nummer-1-Position einnehmen. Unglaublich, aber wahr: Es wäre das erste Aufeinandertreffen von Nadal und Federer in Flushing Meadows. Ob es allerdings überhaupt dazu kommen wird? Nach seinem Triumphzug in seinem Wohnzimmer von Roland Garros auf Sand, lief es für den 31-jährigen Mallorquiner auf Rasen bzw. Hardcourt weniger gut. In Wimbledon war im Achtelfinale gegen Gilles Muller Endstation, bei den ATP-1000-Turnieren in Montreal und Cincinnati im Achtel- bzw. Viertelfinale. 2010 und 2013 gewann Nadal jeweils die US Open. Seit seinem letzten Triumph gewann er in Flushing Meadows insgesamt allerdings nur fünf Matches.

Dominic Thiem

Die Vorbereitung auf die US Open verlief für Dominic Thiem nicht wirklich nach Plan: Obwohl der 23-jährige Niederösterreicher erstmals auf einen Start in Kitzbühel verzichtete, um sich frühzeitig auf die US-Hartplatz-Saison einzustellen, setzte es bei allen drei Turnier-Starts (Washington, Montreal, Cincinnati) relativ frühe Niederlagen. Trotzdem ist der an Nummer sechs gesetzte Thiem zuversichtlich: "Es war ja die letzten Jahre genauso. In Kanada und Cincinnati war ich noch nie ein Großmeister und dann habe ich hier eigentlich immer gut gespielt. Das stimmt mich optimistisch", meinte der Bresnik-Schützling, der im Vorjahr im Achtelfinale gegen Juan Martin Del Potro wegen Knie-Problemen aufgeben musste. Am Dienstag trifft er um 17 Uhr auf den erst 18-jährigen Australier Alex de Minaur (ab 17 Uhr im LIVE-Ticker).


Dominic Thiem setzte im Laufe seiner Karriere schon auf viele verschiedene Looks. LAOLA1 mit der Zeitreise:

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In seiner Jugend setzte Thiem auf den Wuschelkopf-Look.

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Für seine erstmalige Teilnahme am ATP-Turnier in Kitzbühel im Jahr 2011 musste es etwas kürzer sein.

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Auf den "Irokosen" setzte schließlich einst schon David Beckham.

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Danach wurde es wieder länger und geföhnt.

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Es folgte der erste Versuch mit Haarband.

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Doch diese Idee verwarf der Niederösterreicher rasch wieder.

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Die Haare wurden wieder kürzer, Gel durfte 2012 auch nicht fehlen.

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Im Mai 2013 präsentierte sich Thiem mit zwei rasierten Streifen auf der Seite. 

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Bei den Erste Bank Open im Oktober 2013 war es schließlich nur noch ein Steifen.

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Ende 2013 war auch dieser wieder herausgewachsen.

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2014 wollte Thiem nichts mehr vom Gel-Look wissen, die Haare wurden länger.

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In Kitzbühel versuchte es Thiem 2014 erneut mit dem Haarband.

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Die Kappe war ihm dann aber doch deutlich lieber.

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Pünktlich zum Stadthallen-Turnier im Oktober 2014 feierten die rasierten Streifen ihr Comeback.

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Nach einer kurzen Übergangsphase wagte Thiem etwas ganz Neues...

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... nämlich blond gefärbte Haare!

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Im Sommer 2015 war er als "Blondschopf" unterwegs.

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Und das durchaus erfolgreich!

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Mit den gefärbten Haaren feierte Thiem unter anderem seinen ersten ATP-Titel.

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Bei den US Open war die Farbe dann aber nur noch in den Spitzen erkennbar.

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Im Oktober 2015 waren die Haare wieder im ursprünglichen Zustand.

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Für das Davis-Cup-Duell mit Portugal im März 2016 rasierte sich der Lichtenwörther "AUT" in die Haare.

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Im Sommer 2016 waren es weniger die Haare, viel mehr das Outfit, das für Schlagzeilen sorgte.

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Als "Zebra" zog Thiem bei den French Open bis ins Halbfinale ein.

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Danach wurden die Haare etwas länger.

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Einmal griff Thiem noch zum Rasierer, ab Ende 2016 sollte die Mähne aber immer länger werden.

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In dieser Saison setzt Thiem während den meisten Partien auf das Haarband.

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Inzwischen sind die Haare ganz schön gewachsen. Das Vorhaben lautete, sie bis zu den French Open nicht zu kürzen.

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Das ist gelungen.

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In Roland Garros spielte Thiem 2017 übrigens nicht als "Zebra" - in diesem Jahr setzten er und Ausrüster Adidas auf die Farbe grün.

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Klassisches Weiß in Wimbledon...

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In Gelb auf der US-Tour 2017!

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In Flushing Meadows verkörpert er die Retro-Kollektion von Pharell Williams.

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Alexander Zverev

So gut wie jeder ist sich sicher: Alexander Zverev ist der Superstar der Zukunft! Der erst 20-jährige Deutsche gewann heuer in Rom und Montreal seine ersten beiden ATP-1000-Titel und ist mittlerweile schon die Nummer sechs der Tennis-Welt. Vor allem der Final-Triumph in Montreal über Roger Federer lässt die deutschen Tennis-Fans hoffen, dass erstmals seit Boris Beckers Australian-Open-Triumph im Jahr 1996 wieder ein DTB-Herr einen Grand-Slam-Titel holen kann. Die Auslosung meinte es jedenfalls recht gut mit Zverev: Während sich Federer, Nadal, Thiem, Dimitrov und Kyrgios in der oberen Raster-Hälfte bekämpfen, hat Zverev zumindest dem Papier nach die deutlich leichteren Aufgaben vor sich. Es wird spannend zu sehen sein, wie der Youngster die nötige Konstanz aufbringen und wie er mit dem gestiegenen Erwartungsdruck umgehen kann. Zverev wäre der zweitjüngste US-Open-Sieger der Turniergeschichte in der Open Era - nur Pete Sampras war 1990 mit 19 Jahren jünger.

Marin Cilic

Geschichte könnte auch Marin Cilic schreiben: Noch nie zuvor hat ein Spieler bei den US Open den Titel geholt, der zwischen Wimbledon und Flushing Meadows kein einziges Wettbewerbs-Match bestritt. Dass der Kroate das Zeug zum Champion hat, hat er 2014 mit seinem Finalsieg über Kei Nishikori allerdings schon bewiesen. Keiner weiß jedoch, wie weit der 28-Jährige noch von seiner Adduktorenverletzung behindert ist, wegen der er die lange Spielpause im Sommer einlegen musste. Vor der Verletzung zeigte sich Cilic in starker Verfassung: In Wimbledon wurde er erst im Endspiel von einem überragenden Roger Federer gestoppt. Zudem hat Cilic den Vorteil, wie Zverev in der unteren Raster-Hälfte antreten zu dürfen.

Grigor Dimitrov

Seit vielen Jahren wird Grigor Dimitrov schon eine große Tennis-Zukunft prophezeit: Bislang fehlte dem bulgarischen Feschak aber immer die Konstanz, um wirklich den Sprung in die absolute Spitze zu schaffen und seinem Ruf als "Baby-Federer" gerecht zu werden. Vor einer Woche holte der Freund von Pop-Star Nicole Scherzinger in Cincinnati seinen ersten ATP-1000-Titel. Beeindruckend war vor allem die Aufschlagstärke - im Turnierverlauf gab er nur ein einziges Mal sein Service ab. Die Form für die US Open scheint also zu passen. Bislang schaffte er es in seiner Karriere in Flushing Meadows nie über das Achtelfinale hinaus. Im Viertelfinale könnte es zum Duell mit Nadal kommen, danach würde wohl Federer warten. Ein hartes Programm.

Nick Kyrgios

Starke Aufschläge, fehlende Konstanz und ein Riesenpotenzial: Der vier Jahre jüngere Nick Kyrgios hat ein ähnliches Profil wie Dimitrov zu bieten. Wobei der Australier in allen Belangen noch ein bisschen extremer als der Bulgare ist. Das Enfant Terrible der ATP-Tour kann alles und es ist ihm auch alles zuzutrauen. Heuer lief es lange Zeit so gar nicht nach Wunsch für Kyrgios, der sich immer wieder mit Hüftproblemen herumplagte. Längere Pausen, schwache Ergebnisse - doch in Cincinnati meldete sich Kyrgios wie aus dem Nichts plötzlich wieder zurück. Der extrovertierte 1,93-Mann schlug Goffin, Dolgopolov, Karlovic, Nadal und Ferrer und scheiterte erst im Endspiel an einem extrem starken Dimitrov. Mit einem ähnlichen Lauf könnte es auch in Flushing Meadows zur großen Sensation reichen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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