Pressestimmen: "Thiem, Meister des Leidens"

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Auch für neutrale Beobachter war das US-Open-Finale zwischen Dominic Thiem und Alexander Zverev eine Achterbahn, an dessen Ende sich das knappe Ergebnis zugunsten Dominic Thiems unterschiedlich einordnen lässt, wie die internationalen Pressestimmen beweisen.

So ist sich der britische "Telegraph" sicher: "Es war das beste und das schlechteste Finale. Niemand wird das Kabinettstück vom Sonntagabend im Rückblick als Höhepunkt glitzernden Tennis zurückblicken. Aber das menschliche Drama (...) war unvergesslich."

Während sich die deutschen Medien naturgemäß eher mit der Niederlage Zverevs beschäftigen, wurde Thiem für die französische "L'Equipe" zum "Dream Thiem" und für den Schweizer "Tagesanzeiger" gar zu "Dominic Thiem, Meister des Leidens".

Für die "New York Times" ist klar: "Auch wenn Nadal, Federer oder Djokovic nicht auf der anderen Seite des Netzes standen, wird Thiems Name mit den ihren in einer Reihe stehen. Es gab keinen Abzug vom Siegerscheck von drei Millionen Dollar."

Die internationalen Pressestimmen zum US-Open-Triumph von Dominic Thiem:

DEUTSCHLAND:

"Bild": "OH NO! Zverev verliert 5-Satz-Schlacht. ... Als er zu Beginn seiner Danksagung seine Eltern würdigen will, stockt ihm die Stimme, er wird von Tränen übermannt, muss kurz unterbrechen."

"Die Welt": "Alexander Zverev hat den großen Triumph knapp verpasst. Der 23-Jährige verlor im Tiebreak des fünften Satzes das Endspiel der US Open gegen Dominic Thiem. Dabei sah der Hamburger bereits wie der sichere Sieger aus. Er hatte bereits eine Hand am Pokal gehalten, doch am Schluss dieser in vielerlei Hinsicht denkwürdigen US Open blieb nur Enttäuschung."

Süddeutsche Zeitung: "Zverev verliert auf schlimmstmögliche Weise. Im Tie-Break des fünften Satzes unterliegt der deutsche Tennisprofi dem Österreicher Dominic Thiem. Es bleibt die Frage, was dieses denkwürdige Endspiel mit beiden anstellen wird. ... Es war ein denkwürdiges Endspiel, Sport-Psychologen dürften Jahre brauchen, es zu entschlüsseln, weil sich keinesfalls eindeutig wird klären lassen, wann und vor allem wie es entschieden wurde. ... Der Zufall, dieser miese Verräter, wird oft unterschätzt bei der Analyse von Resultaten."

Tagesspiegel: "Finale verloren, Herzen gewonnen. Viel dramatischer kann ein Sportler nicht verlieren als Alexander Zverev im Finale der US Open. ... Trotzdem hat Alexander Zverev in diesen Tagen von New York reichlich gepunktet. Er hat gezeigt, dass er reif ist für große Titel und damit endlich das eingelöst, was Experten schon seit Jahren versprochen hatten. Wichter aber sind die Sympathiepunkte, die er gesammelt hat. Gerade in Deutschland, wo die Fans mit Zverev bisher nicht so recht warm werden wollten."

USA:

New York Times: "Am Ende waren beide von Krämpfen geschüttelt. Und auch wenn Nadal, Federer oder Djokovic nicht auf der anderen Seite des Netzes standen, wird Thiems Name mit den ihren in einer Reihe stehen. Es gab keinen Abzug vom Siegerscheck von drei Millionen Dollar."

FRANKREICH:

"L'Equipe": "Dream Thiem"

"Le Figaro": "Thiem, der in der Schule des rauen Günter Bresnik, eines deutschen (!) Trainers, der vor allem den Aufstieg von Boris Becker gemanagt hat, geformt wurde, pflegt den Sinn für Anstrengung und hat sich unter der Anleitung seines Mentors den Ruf eines Workaholics erworben. Die Legende besagt, dass der Wiener im Jahr 2012, um seine Belastbarkeit zu testen, Holzstämme auf dem Rücken trug, voll bekleidet Flüsse durchquerte und nach Mitternacht durch den Wald rannte."

SPANIEN:

"Mundo Deportivo": "Dominic Thiem, neuer Champion nach einer epischen Aufholjagd gegen Zverev."

"Marca": "Thiem ist das erste neue Gesicht, das in einem Grand-Slam-Turnier gekrönt wird, seit Marin Cilic dies auch auf den Plätzen von Flushing Meadows vor sechs Jahren schaffte."

GROSSBRITANNIEN:

"Daily Mail": "Ein dramatischer Tiebreak im fünften Satz läutete das Ende der sechsjährigen Wartezeit ein, nach der die Männer-Tenniswelt endlich einen neuen Grand-Slam-Champion hatte."

"Telegraph": "Es war das beste und das schlechteste Finale. Niemand wird das Kabinettstück vom Sonntagabend im Rückblick als Höhepunkt glitzernden Tennis zurückblicken. Aber das menschliche Drama (...) war unvergesslich."

"BBC Sport": "Wie Thiem wollte auch Zverev sein viel gelobtes Potenzial mit dem Gewinn eines ersten Grand-Slam-Titels ausschöpfen. Dem 23-Jährigen gelang ein selbstbewusster Start in sein erstes großes Finale, als er in zwei Sätzen in Führung ging, aber einige seiner Schwächen - insbesondere die Tendenz, unter Druck Doppelfehler zu machen - tauchten auf."

"The Times": "Ein seltsames US Open kam gestern Abend hinter verschlossenen Türen passenderweise zu einem seltsamen Ergebnis, als ein hinkender Dominic Thiem der erste Spieler (in der Open Era, Anm.) wurde, der sich in einem New Yorker Finale erfolgreich von zwei verlorenen Sätzen erholte."

SCHWEIZ:

"Tagesanzeiger": "Dominic Thiem, der Meister des Leidens"

ITALIEN:

"Gazzetta dello Sport": "Am Ende ist es der Österreicher Dominic Thiem, der zwei Sätze aufholt und den Deutschen Alexander Zverev besiegt. Ein Match, das den Spieler mit mehr Mut und Kaltblütigkeit belohnt. Zu groß war die Angst für beide, zu gewinnen, wie auch die Angst, zu verlieren, die die Partie gelähmt hat. Zverev, der streckenweise sein bisher bestes Tennis gespielt hat, muss sich vorwerfen lassen, mit zwei Sätzen geführt und beim 5:3 im fünften Satz die Chance darauf gehabt zu haben, die Partie zu beenden."

"Corriere dello Sport": "Ohne Djokovic, Nadal und Federer gab es am Ende ein erstes Mal. Der 150. Sieger in der Geschichte der Grand-Slam-Turniere ist der Österreicher Dominic Thiem, der den Deutschen (und seinen Freund) Alexander Zverev in fünf Sätzen besiegt hat. Es ist das erste Mal (in der Open Era), dass ein Spieler das Finale der US Open gewinnt, der mit zwei Sätzen hinten lag."

POLEN:

"Gazeta Wyborcza": "Die Besetzung des Finales war kein Zufall. Thiem wurde seit Jahren als Nachfolger von Nadal in der Rolle des dominierenden Spielers auf Sandplätzen gehandelt. Dank der Zusammenarbeit mit dem (früheren) Olympiasieger Nicolas Massu hat er sich auch auf schnellen Böden entscheidend entwickelt. Zverev begeistert seit mehreren Saisons mit seiner außergewöhnlichen Begabung. Aber bei Slams hat er regelmäßig enttäuscht."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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