Thiem triumphiert bei den US Open

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Dominic Thiem schreibt am Sonntag österreichische Sportgeschichte und gewinnt als erster ÖTV-Einzelspieler den Titel bei den US Open.

Im Endspiel zwingt der 27-jährige Niederösterreicher den Deutschen Alexander Zverev nach 0:2-Satz-Rückstand mit 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6 (6) in die Knie und sichert sich damit den langersehnten ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere.

Thiem erhöht im Head-to-Head gegen Zverev, der erstmals in einem Major-Finale stand, auf 8:2.

Für den Sieg kassiert Thiem einen Scheck in Höhe von 3 Millionen US-Dollar (2,53 Mio. Euro) sowie 2.000 ATP-Zähler. Im vierten Anlauf in einem Major-Endspiel nach den French Open 2018 und 2019 sowie dieses Jahr bei den Australian Open hat es also endlich mit dem großen Wurf für den Weltranglisten-Dritten geklappt.

Thiem schraubte sein Karriere-Preisgeld auf 26,9 Millionen Dollar, im ATP-Ranking bleibt er vorerst aber weiter Dritter. Thiem ist übrigens der erste Premieren-Grand-Slam-Sieger seit dem Kroaten Marin Cilic - ebenfalls bei den US Open - im Jahr 2014.

In der Profi-Ära seit 1968 ist Thiem der erste Spieler, der in einem US-Open-Endspiel ein 0:2 in Sätzen noch umgedreht hat.

Starker Start von Zverev

Zverev startet sehr stark in sein erstes Major-Finale, aber Thiem hat vor allem mit dem Aufschlag große Probleme und bewegt sich auch nicht so gut wie im bisherigen Turnierverlauf.

Schon im dritten Game muss der Niederösterreicher sein Service zum 1:2 abgeben, während der Deutsche in der Folge beim Aufschlag unantastbar bleibt. Mit den Doppelfehlern zwei und drei im siebenten Spiel verschafft Thiem seinem Gegner die Chance zum Doppelbreak, die dieser auch zum 5:2 nutzt. Satz eins istnach nur 30 Minuten Geschichte. Ein veritabler Fehlstart für Thiem.

Auch im zweiten Satz bleibt die Partie überraschend einseitig: Thiem plagt sich bei jedem Aufschlag-Game, begeht auch zu viele Doppelfehler. Zverev muss nur im vierten Game erstmals über Einstand gehen. Neuerlich schon ein Break zum 2:1 und ein weiteres zum 4:1 stellen schnell klar, bei Thiem ist schwer Sand im Getriebe.

Nach 54 Minuten liegt Thiem klar 2:6;1:4 zurück. Bei 5:1 hat Zverev dann drei Break- und damit Satzbälle, lässt diese aber ebenso ungenutzt wie einen vierten bei 5:3. Thiem nutzt seine erste Chance zum ersten Rebreak zum 3:5 und erhöht den Druck auf Zverev mit einem ersten Service-Game zu Null. Bei 5:4, 30:30 fehlen Thiem noch zwei Punkte zum 5:5, doch Zverev nutzt Satzball Nummer fünf nach 1:19 Stunden zur 2:0-Satzführung.

Thiem auch im dritten Satz zurück

Im dritten Durchgang passiert es dann zum dritten Mal en suite: Thiem gibt erneut den Aufschlag zum 1:2 ab und steht nun endgültig mit dem Rücken zur Wand. Dem nun 17-fachen Turniersieger gelingt es einfach nicht, seine eigene Fehlerquote zu reduzieren - vom Thiem der ersten sechs Matches bei diesen US Open war am Sonntag in Flushing Meadows zunächst nur sehr wenig zu sehen. Mit dem vierten Breakball und auch dank Mithilfe Zverevs mit den Doppelfehlern sieben und acht schafft Thiem zumindest diesmal das sofortige Rebreak zum 2:2.

Thiem bleibt diesmal dran, legt beim Service jedes Mal vor und bewegt sich auch besser. Zverev muss bei der ersten Drucksituation bei 4:5 gegen den Satzverlust servieren und Thiem gelingt das Break zum 6:4 nach 2:09 Stunden.

Im vierten Durchgang findet Thiem bei 3:2 und 15:40 Aufschlag Zverev die ersten Breakchancen vor, kann diese aber nicht verwerten. Thiem bleibt aber fokussiert und nutzt bei 4:3 die nächste Chance zum Break zum 5:3. Nach 2:52 serviert sich der Lichtenwörther mit dem Game zum 6:3 in den fünften Satz.

Thiem gelingt sofort das Break zum Auftakt, muss aber gleich wieder den Aufschlag zum 1:1 abgeben. Der letzte Durchgang entwickelt sich zum absoluten Nägelbeißer-Krimi: Thiem gerät mit 3:5 in Rückstand und beinahe wäre seine tolle Aufholjagd nicht belohnt worden. Als Thiem das Break zum 6:5 schafft sieht es gut aus, doch er muss den Physio holen, der ihm wegen Krämpfen den rechten Oberschenkel massieren muss.

Zverev schafft das Rebreak und rettet sich nach 3:51 Stunden ins Tiebreak. In diesem gerät Thiem mit 0:2 in Rückstand, doch dann holt er sich bei 6:4 seine ersten beiden Matchbälle. Doch erst den dritten bei 7:6 kann er endlich verwerten.

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