Wird in Kitzbühel bald auf Hartplatz gespielt?
Ab 2028 muss der Sand womöglich weichen. Sebastian Ofner ist der Idee der ATP nicht abgeneigt.
Für Sebastian Ofner geht es erst am Dienstag bei den Generali Open in Kitzbühel los.
Österreichs Nummer eins trifft in der ersten Runde auf den Slowaken Alex Molcan und will ein Deja vu unbedingt verhindern: 2023 führte Ofner schon 6:4, 5:0 und hatte zwei Matchbälle, ehe er noch 6:7 im dritten Satz scheiterte.
Vergessen hat der Steirer die Partie natürlich nicht, doch eine Belastung ist diese Geschichte nicht für ihn, versicherte er am Montag bei einem Medientermin.
Ganz andere Situation als 2023
"Ich kann mich an das Match erinnern, aber es ist eine ganz andere Situation. Wenn'st so ein Match verlierst wie damals, das bleibt in Erinnerung", sagte Ofner schmunzelnd.
Er kenne Molcan sehr gut, und wisse wie dieser spielt. Aus dieser Erfahrung "mitnehmen" kann er aber nichts, außer "dass ich die größte Führung in meiner Karriere gehabt habe und dann noch verloren habe."
Sonst sei es eine komplett andere Situation im Vergleich zu vor drei Jahren. Molcan ist als Nummer 81 im Ranking vom Papier her leicht zu favorisieren, Ofner ist aktuell 124.
Von der Form her fühlt sich Ofner gut, auch wenn es über die Saison hinweg vielleicht an der erwünschten Konstanz fehlte.
"Kitz gibt nochmals einen richtigen Push. Es wäre gut, wenn ich da eine gute Leistung zeige, und die dann auch für das restliche Jahr mitnehmen kann."
Neuer Turnierball - bald auch neuer Belag?
Gespielt wird seit diesem Jahr übrigens mit einem neuen Turnierball: Die ATP hat für die Turniere nach Wimbledon auf Sandplatz den Ball "Kuikma" (Decathlon) für Umag, Baastad, Gstaad und Kitzbühel vereinheitlicht.
"Ich habe ihn ganz gut gefunden. Wenn er neu ist, ist er richtig zügig, er lässt relativ schnell nach", sagte Ofner, der mit dem Ball in Baastad, dort freilich auf Meereshöhe, schon Bekanntschaft gemacht hat.
Es ist durchaus möglich, dass in Kitzbühel dieses Jahr zum vorletzten Mal auf Sand gespielt wird, wie auch Turnierdirektor Alexander Antonitsch verraten hat.
"Stand heute ist, dass es Spekulationen gibt, dass man ab 2028 überlegt, eventuell alle Sandplatzturniere nach Wimbledon auf Hartplatz auszutragen. Das wird im Sommer uns betreffen. Die Entscheidung wird in Turin fallen", sagte der Kärntner.
Erst danach könne man entscheiden, wie es mit dem Stadion und anderen Plänen weitergeht. "Das wird auch auf das WTA-Turnier Auswirkungen haben. Es liegt nicht ganz in unserer Hand."
Ofner steht Idee offen gegenüber
Ofner findet die Idee gar nicht so übel. "Das ist auch ein schwieriges Thema.
Du hast zwei Sandplatzwochen nach Wimbledon, dann geht es sofort auf Hardcourt. Ich glaube, dass es für die Spieler sicher nicht so schlecht wäre, wenn es direkt auf Hardcourt gehen würde, weil es ist halt dann ein langer Swing auf Hardcourt."