Goffin: Vom ATP-Finale zum Daviscup-Endspiel

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Von London nach Lille. David Goffin reist von einem Final-Highlight zum nächsten.

Der 26-jährige Belgier ist nach Siegen über einen angeschlagenen Rafael Nadal und später im Semifinale sensationell über Roger Federer erst im Endspiel der ATP Finals in London gescheitert. Ab Freitag spielt er in Frankreich im Davis-Cup-Endspiel mit Belgien um den ersten Titel für sein Land.

Goffin, die neue Nummer 7 der Welt, ist im Stade Pierre Mauroy von Lille (27.000 Zuschauer) das Aushängeschild der Gäste.

Neben Goffin stehen seine Landsleute Steve Darcis, Ruben Bemelmans und Arthur De Greef im Team von Kapitän Johan van Herck.

Gastgeber Frankreich ist Favorit auf den insgesamt zehnten Davis-Cup-Titel für die "Grande Nation", dem ersten seit 16 Jahren. Die Zuschauer-Zahlen werden ganz nahe an den Rekord aus dem Jahr 2004 herankommen, als Spanien vor 27.200 Fans in Sevilla den Titel geholt hat.

Wien-Finalisten bilden Frankreichs Team

Frankreichs Kapitän Yannick Noah kann auf die Dienste der beiden Wien-Finalisten zurückgreifen: Stadthallen-Sieger Lucas Pouille und Jo-Wilfried Tsonga stehen ebenso im Aufgebot der Hausherren wie die soeben beim Masters in London im Einsatz befindlichen Doppelspezialisten Pierre-Huges Herbert/Nicolas Mahut.

Goffin hatte sich im Endspiel in London am Sonntag gegen Grigor Dimitrow schon ein wenig an die Atmosphäre gewöhnen können, die ihn in Lille erwartet. Denn Dimitrow wurde von vielen Bulgaren lautstark unterstützt.

Gegen den Hexenkessel, der die Belgier erwartet, war das aber nur ein minimaler Vorgeschmack. "In Frankreich für mein Land zu spielen wird etwas anderes, in einem tollen Stadion vor 27.000 Zuschauern. Das wird sehr laut werden. Ich werde versuchen, ein bisschen auszurasten und dann ready für ein weiteres schweres Wochenende zu sein", versprach Goffin nach der Drei-Satz-Endspiel-Niederlage gegen Dimitrow.

David Goffin: "Das ist unglaublich!"

Ob sein intensiver Saison-Endspurt ein Nachteil unmittelbar vor Lille sei, konnte Goffin selbst nicht beantworten. "Aber daran gibt es nichts Negatives. Es ist unglaublich, dass ich im Finale in London war und im Davis Cup bin."

Müdigkeit spiele keine Rolle. "Ich muss einfach Match für Match sehen, jeden Moment auf dem Court genießen."

Im Head-to-Head der beiden Nationen führt Frankreich mit 4:3 und hofft auf Titel Nummer zehn, der das Land mit Großbritannien in der Bestenliste ex aequo auf Platz drei bringen würde.

Holt Belgien den ersten Titel?

Für Belgien ist es das dritte Finale nach 1904 und 2015, auf einen Titel wartet das Nachbarland der Franzosen noch.

Belgien kam mit einem 4:1 in Deutschland, einem 3:2 zu Hause über Italien und einem 3:2 daheim über Australien nach 1:2-Rückstand ins Endspiel. Frankreich feierte 4:1-Siege in Japan bzw. zu Hause gegen Großbritannien und ebenfalls vor eigener Kulisse 3:1 gegen Serbien.

Wien-Sieger Pouille freute sich schon in der Stadthalle sehr auf den Kampf um die "hässlichste Salatschüssel der Welt" wie der Davis-Cup-Pokal genannt wird. "Das ist das Hauptziel der Saison. Ich bin seit Juli 2016 im Team. Wir wollen unbedingt die Trophäe nach 16 Jahren wieder nach Hause bringen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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