Neo-Fitness-Coach bringt Thiem in Schwung

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Ungeachtet der aktuellen Diskussionen um eine mögliche Trennung von Coach Günter Bresnik fiebert Dominic Thiem schon dem Auftakt in die Sandplatz-Saison entgegen.

Am Mittwoch flog der 25-jährige Niederösterreicher nach Monte Carlo, um sich dort für das traditionsreiche ATP-1000-Turnier im Fürstentum vorzubereiten.

Monte Carlo ist ein echter Klassiker“, freut sich der Weltranglisten-Fünfte auf seinen ersten Auftritt, der aufgrund seiner Setzung als Nummer vier erst in Runde zwei entweder gegen Martin Klizan oder einen Qualifikanten erfolgen wird.

„Da es dort recht kalt sein kann, ist es meistens relativ langsam – ähnlich wie in Österreich“, so Thiem, der die schnelleren Beläge in Rom und Madrid bevorzugt. „Es ist trotzdem das erste Sandplatz-Turnier in dieser Saison in Europa und dementsprechend groß ist die Freude.“

Im Vorjahr erreichte Thiem bei seinem fünften Antreten erstmals das Viertelfinale, machte dort aber gegen Superstar Rafael Nadal nur zwei Games. "Dieses Match war eine echte Katastrophe", erinnert sich der Niederösterreicher zurück.

Großer Erwartungsdruck vor Sandplatz-Saison

Während es 2018 im Vorfeld der Sandplatz-Saison allerdings nicht rund lief, kommt der Lichtenwörther heuer mit seinem ersten 1000er-Titel im Gepäck nach Monte Carlo.

Der Triumph in Indian Wells lässt nicht nur die Erwartungen in der Öffentlichkeit weiter steigen. Schließlich ist Thiem auf Sand noch stärker einzuschätzen. Im Vorjahr war er hinter dem unangefochtenen Sandplatz-König Rafael Nadal die klare Nummer zwei auf roter Asche. Der zwölffache ATP-Titelträger versucht aber trotz seiner Vorliebe für den Top Spin den Ball flachzuhalten.

Thiem peilt ersten Sandplatz-1000er an

„Die Zielsetzung für die Sandplatz-Saison hat sich durch den Sieg in Indian Wells nicht wirklich geändert. Die Dichte ist im Herren-Tennis derzeit so hoch wie nie zuvor. Du musst bei jedem Turnier voll da sein. Das wurde mir erst vor Kurzem in Miami wieder bewiesen“, spielte Thiem auf seine vor zwei Wochen erlittene Auftaktniederlage gegen den Polen Hubert Hurkacz an. „Da habe ich nicht schlecht gespielt und trotzdem verloren.“

Nichtsdestotrotz will Thiem natürlich nun auch auf seinem Lieblingsbelag seinen ersten großen Titel holen. In Monte Carlo seien die Chancen darauf für ihn allerdings am geringsten: „Ein 1000er auf Sand zu gewinnen ist natürlich ein großes Ziel. Vor allem die Turniere in Madrid und Rom taugen mir komplett. Die Bedingungen sind extrem gut für mein Spiel. Die Dichte ist aber wie gesagt extrem hoch und dementsprechend schwer ist es.“

Thiem verweist dabei vor allem darauf, dass Roger Federer in diesem Jahr sein Sand-Comeback feiert und Novak Djokovic nach den enttäuschenden Auftritten in den USA sehr hungrig auf Wiedergutmachung sein wird. „Zudem hat Zverev letztes Jahr schon sehr gut auf Sand gespielt“, so Thiem. „Und mit Nadal ist auf Sand sowieso wieder hundertprozentig zu rechnen.“

Viele Einheiten mit neuem Fitness-Coach

Neben dem neuen Touring-Coach Nicolas Massu wird in Monte Carlo auch wieder der von dem Chilenen empfohlene Fitness-Trainer Duglas Cordero mit dabei sein. Neben Thiem wird der in Florida lebende Kubaner diesmal aber auch Fabio Fognini betreuen. Cordero arbeitet schon seit über zwei Jahren mit dem Italiener und dessen Coach Franco Davin zusammen.

„Fabio ist ein sehr emotionaler und explosiver Spieler, der vor allem mit seiner Reaktionsgeschwindigkeit beeindruckt. Dominic ist hingegen ein körperlich sehr starker Spieler, der sehr konstant auf hoher Intensität spielen kann“, erklärt Cordero auf der ATP-Seite die Unterschiede seiner beiden Schützlinge. „Fabio hat viel Temperament. Dominic ist ruhiger, aber dafür auch ausdauernder.“

Cordero trainierte schon vor der Reise nach Monte Carlo in der Südstadt gemeinsam mit Thiem. Im Mittelpunkt stand dabei der Wechsel von Hart- auf Sandplatz.

„Im Vergleich zur Vorbereitung in Indian Wells gab es natürlich Änderungen im Trainingssystem, da in Monte Carlo auf einem viel langsameren Belag gespielt wird und die Punkte viel länger dauern. Dadurch ist die körperliche Belastung höher. Die Bewegungen sind teilweise völlig anders als auf Hartplatz.“

Auf Twitter gab Cordero mit zwei Videos einen kleinen Einblick in die tägliche Trainingsarbeit mit Thiem:

„Ich versuche immer, neue spezielle Übungen zu erstellen, die den Spielern helfen und sie neu motivieren“, erklärt Cordero, der früher auch in vielen anderen Sportarten wie Baseball, Gewichtheben, Leichtathletik, Rudern, Fußball, Volleyball, Schwimmen, Basketball oder Radfahren arbeitete.

Zusammenarbeit bis Jahresende

„Die Arbeit in anderen Sportarten hat mein Wissen erweitert und mir ermöglicht, neue Trainings- und Übungsmethoden zu entwickeln, die ich heute auch im Tennis anwenden kann.“

Thiem will zumindest bis zum Jahresende mit Cordero zusammenarbeiten. Man habe sich auf 15-20 Wochen im Jahr geeinigt. Bei welchen Turnieren der Kubaner dabei sein wird, stehe aber noch nicht fest.

Textquelle: © LAOLA1.at

Wolfgang Thiem bei LAOLA1: "Es hat sich abgezeichnet"

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