Thiem nach Sieg über Djokovic im Halbfinale

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Dominic Thiem übersteht im vierten Anlauf erstmals die Gruppenphase beim ATP World Tour Finale in London und steht bereits nach seinem zweiten Gruppenspiel als Gruppensieger fix im Halbfinale.

Nach seinem Auftaktsieg über Roger Federer am Sonntag zwingt der 26-jährige Niederösterreicher am Dienstag auch den Weltranglisten-Zweiten Novak Djokovic dank einer extrem starken Vorstellung mit 6:7 (5), 6:3, 7:6 (5) in die Knie.

Im Head-to-Head verkürzt Thiem damit auf 4:6. Beeindruckend: Von den letzten fünf Begegnungen mit Djokovic konnte der Österreicher vier für sich entscheiden.

Am Donnerstag (15 Uhr) bestreitet Thiem sein abschließendes Gruppenspiel gegen den bislang noch sieglosen Italiener Matteo Berrettini.

Thiem kassiert frühes Break

Thiem kassiert nach einem schwachen Aufschlagspiel ein schnelles Break zum 1:3. Zunächst serviert er bei Einstand einen Doppelfehler, danach schlägt er nach einem eigentlich gut angetragenen Angriff eine direkt genommene Vorhand ins Aus.

Doch der Niederösterreicher hat die passende Antwort parat und holt sich dank eines starken Defensiv-Spiels zu Null das Rebreak zum 2:3. Im folgenden Aufschlagspiel kann Thiem gegen einen extrem stark retournierenden Serben erneut drei Breakbälle abwehren und zum 3:3 ausgleichen.

Unglücklicher Spielverlauf im Tiebreak

Danach finden die Aufschläger wieder in die Spur. Bei 5:6 und Aufschlag Thiem übersteht der Lichtenwörther auch ein 15:30 ohne einen Breakball zuzulassen. Im Tiebreak unterläuft Thiem ein Doppelfehler zum 2:4.

Der Niederösterreicher holt sich zwar mit sensationellen Angriffsschlägen noch das 5:5, beim folgenden Ballwechsel ist eine harte Vorhand von Thiem aber um Milimeter im Aus. Mit einem Service-Winner macht Djokovic den Sack im ersten Satz zu.

Thiem kämpft sich zurück

Doch Thiem lässt sich davon nicht aus der Bahn werfen - ganz im Gegenteil: Der Weltranglisten-Fünfte holt sich vor allem dank traumhafter Rückhand-Winner ein schnelles Break zum 2:0 und bestätigt dieses in souveräner Manier.

Der Österreicher bleibt am Drücker und ist bei den Ballwechseln fast immer der dominierende Spieler. In Folge serviert Thiem auch sicher zum Satz-Ausgleich aus.

Auch den dritten Durchgang beginnt der ÖTV-Daviscupper nach Wunsch mit einem schnellen Break zum 1:0. Im folgenden Service-Game wehrt Thiem gleich drei Breakbälle ab, um doch noch auf 2:0 stellen zu können. Nach einem sicheren Aufschlaggame zum 3:1 gelingt Djokovic jedoch das Rebreak zum 3:3.

Hochspannung in der Schlussphase

Absolute Hochspannung gibt es schließlich in der Schlussphase: Zunächst nimmt Thiem seinem Kontrahenten bei 5:5 zu Null den Aufschlag ab. Doch der Niederösterreicher versäumt es bei 6:5 auszuservieren und muss selbst postwendend das Rebreak hinnehmen.

Wie im ersten Satz muss also ein Tiebreak die Entscheidung bringen und anfangs sieht es so aus, als würde es wieder in die Richtung von Djokovic gehen. Thiem gerät schnell mit zwei Minibreaks (ein Doppelfehler!) mit 0:3 in Rückstand.

Doch erneut kann der Lichtenwörther das Blatt wenden: Mit fünf Punkten in Folge holt sich Thiem zwei Matchbälle. Beim ersten Matchball fehlen wenige Zentimeter bei der Hawkeye-Entscheidung, den zweiten kann er schließlich verwandeln

"Das war ein ganz besonderes Match"

"Das war wirlich ein ganz besonderes Match für mich. Dafür habe ich mein Leben lang gearbeitet", strahlt Thiem beim Platz-Interview in der mit 17.000 Zuschauern prall gefüllten O2-Arena in London.

"In so einer unglaublichen Atmosphäre habe ich nicht nur eine Legende geschlagen, sondern mich auch erstmals für das Halbfinale qualifziert", sagte der erste österreichische Halbfinalist beim großen Saison-Finale der acht besten Tennis-Herren.

"Am meisten bin ich darauf stolz, dass ich immer im Match drin geblieben bin. Der Verlust des ersten Satzes war sehr hart für mich, trotzdem habe ich an meinem Matchplan festgehalten. Ich hatte 6:5 im dritten Satz und habe trotzdem immer an den Sieg geglaubt. Natürlich war manchmal auch ein bisschen Glück dabei. Aber das gehört dazu", freute sich Thiem über seine vor allem mental starke Leistung.

In der 2:47 Stunden langen Partie schlug der Weltranglisten-Fünfte unglaubliche 51 Winner. "Ich musste so spielen. Sonst kannst du gegen Novak nicht gewinnen. Er ist derzeit wahrscheinlich der beste Spieler der Welt", so Thiem, der erstmals in seiner Karriere zwei der "Big Three" (Federer, Nadal, Djokovic) in Folge schlug.


Textquelle: © LAOLA1.at

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