Thiem gegen Djokovic - die bisherigen Duelle

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Heute Abend (nicht vor 21 Uhr im LIVE-Ticker) kommt es bei den ATP World Tour Finals in London in der Gruppe "Björn Borg" zum Kracher zwischen Dominic Thiem und Novak Djokovic .

Zum bereits zehnten Mal trifft der 26-jährige Niederösterreicher auf den serbischen Superstar. Mit 3:6 ist das Head-to-Head zwar negativ, das letzte Aufeinandertreffen konnte Thiem bei den French Open allerdings für sich entscheiden.

In einer Halle - wie heute Abend in der O2-Arena - gab es bislang erst ein einziges Duell.

LAOLA1 wirft einen Blick auf die bisherigen neun Konfrontationen der beiden Auftakt-Sieger in London:

18. Oktober 2014: Shanghai, 2. Runde - 3:6 ,4:6

"Respekt, aber keine Angst" wollte Dominic Thiem vor seinem ersten Spiel gegenüber Novak Djokovic zeigen. Grundsätzlich gelang dies dem damals erst 21-jährigen Niederösterreich auch. Thiem hielt mit dem Superstar auch bei dessen Aufschlag über weite Strecken mit und erhielt für seine "Winner" wiederholt Szenenapplaus. Mit 13:7 hatte der Lichtenwörther bei den Gewinnschlägen im ersten Satz sogar knapp die Nase vorn, Djokovic siegte aber dank der höheren Konstanz: Während Thiem 15 unerzwungene Fehler unterliefen, waren es beim Serben nur drei. Auch im zweiten Satz blieb der damalige Weltranglisten-Erste souverän.

30. März 2016: Miami, Achtelfinale - 3:6, 4:6

Knapp eineinhalb Jahre später endete das zweite Duell mit exakt demselben Ergebnis. Djokovic begann mit einem schnellen Break zum 2:0 und gab diesen knappen Vorsprung trotz einiger Breakbällen von Thiem nicht mehr aus der Hand. Bei einem Breakball zog der "Djoker" erst mit einer "Hawkeye-Entscheidung" den Kopf aus der Schinge. Im zweiten Durchgang konnte der Lichtenwörther ein neuerliches frühes Break mit dem Rebreak zum 3:3 wettmachen, danach agierte er aber etwas übermotiviert und fing sich postwendend das nächste Break ein. In Miami servierte Djokovic zum Sieg aus.

3. Juni 2016: French Open, Halbfinale - 2:6, 1:6, 4:6

Im dritten Treffen kam es zum ersten Duell auf Sand: Heimvorteil für Dominic Thiem sozusagen, der in Roland Garros noch dazu im ersten Grand-Slam-Halbfinale seiner Karriere stand. Doch die Erwartungen auf den ersten Sieg wurden bitter enttäuscht. Ein überragender Djokovic schoss den jungen Niederösterreicher in nicht einmal zwei Stunden vom Center Court. "Er war einfach zu stark heute", attestierte Thiem seinem Bezwinger. "Alles in allem war ich einfach chancenlos." Vor allem mit seinen Returns brachte Djokovic den Österreicher immer wieder zur Verzweiflung. "Ich brauche die Offensive, damit ich gut spielen kann. Damit hat er mir meine größte Waffe genommen."

13. November 2016: ATP Finals, 1. Gruppenspiel - 7:6 (10), 0:6, 2:6

Ausgerechnet bei seinem Masters-Debüt war Dominic Thiem im vierten Duell gegen Novak Djokovic auf dem Weg zum ersten Sieg. Im Tiebreak des ersten Satzes setzte er sich mit 12:10 durch und sicherte sich damit den ersten Satzgewinn überhaupt gegen den Serben. Doch dann riss der Faden: Satz zwei war nach nur 23 Minuten vorbei und auch im dritten Durchgang gab es trotz eines frühen Breaks zum 2:1 nicht mehr viel zu holen. "Ich habe nach dem ersten Satz ein bisschen Energie verloren, die man gegen Novak aber braucht, im dritten Satz habe ich einfach nicht das Level vom ersten Satz erreichen können", meinte Thiem nach der schlussendlich deutlichen Pleite im bislang einzigen Duell in einer Halle - der großartigen O2-Arena in London.

20. Mai 2017: Rom, Halbfinale - 1:6, 0:6

Die bisher wohl bitterste Niederlage gegen Djokovic kassierte Thiem im Mai 2017 im Halbfinale des ATP-1000-Turniers in Italiens Hauptstadt. Eine Runde davor feierte der Niederösterreicher mit seinem Sieg über Sandplatz-König Nadal den bis zu diesem Zeitpunkt größten Erfolg seiner Karriere, doch der Serbe holte Thiem schnell wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurück. Nach einem tollen 20-Schläge-Ballwechsel, den Thiem sogar mit einem Winner abschloss, lief das Spiel wie auf einer schiefen Ebene ab. Dem Lichtenwörther unterliefen viel zu viele Fehler, zudem blieb Djokovic bis zum Ende kampfbereit und hochkonzentriert. "Heute war der Tank endgültig leer", meinte Thiem nach der Partie. "Wenn der Körper müde wird, wird irgendwann auch der Geist müde."

7. Juni 2017: French Open, Viertelfinale - 7:6 (5), 6:3, 6:0

Im sechsten Anlauf war es endlich soweit! Im Viertelfinale der French Open revanchierte sich Dominic Thiem für die im Vorjahr in Paris erlittene Halbfinal-Niederlage und fegte den damaligen Titelverteidiger glatt in drei Sätzen vom Platz. Es war der erste Sieg von Thiem über einen absoluten Top-Mann bei einem Grand-Slam-Turnier. Dabei lag Thiem im ersten Satz zwei Mal mit einem Break zurück. Doch Thiem schlug zurück, glich nach 2:4 auf 4:4 aus und wehrte bei 4:5 zwei weitere Break- bzw. Satzbälle ab. Nach dem knappen Sieg im Tiebreak kippte die Partie zu Gunsten Thiems. "Ich habe es von Anfang bis zum Ende - obwohl ich klar vorne war - gut durchgespielt", freute sich Thiem über seinen ersten Erfolg gegen den heute 32-Jährigen aus Belgrad.

19. April 2018: Monte Carlo, Achtelfinale - 6:7 (2), 6:2, 6:3

Die Vorzeichen vor dem siebenten Duell gegen Novak Djokovic standen alles andere als gut: Nach einer fünfwöchigen Verletzungspause kehrte Thiem in Monte Carlo auf die Tour zurück. Und dann musste sich Thiem im ersten Satz auch noch durch ein schlecht gespieltes Tiebreak geschlagen geben. Doch Thiem drehte die Partie und stellte im Head-to-head auf 2:5. "Es war immer im Kopf drinnen, dass die Leistung okay war. Dann war es in Satz zwei und drei leichter, dass ich dran bleibe", sagte der Niederösterreicher nach der Partie. Wobei hinzugefügt werden muss, dass auch der Serbe zum damaligen Zeitpunkt gerade auf dem Weg zurück zu alter Stärke war. Trotz allem galt für Thiem: "Es ist ein Supergefühl gegen so einen guten Spieler nach 0:1-Sätzen zurückzukommen und zu gewinnen."

11. Mai 2019: Madrid, Halbfinale - 6:7 (2), 6:7 (4)

In Madrid trat ein altbekanntes Problem von Thiem zu Tage: Nach einem starken Auftritt im Viertelfinale gegen Roger Federer, wo er den Schweizer Ausnahme-Spieler in drei Sätzen in die Knie zwang, scheiterte der Niederösterreicher an Djokovic. Nach dem Sieg über einen Superstar ist es für Thiem meistens schwierig, ein derartiges Husarenstück ein zweites Mal in Folge abzuliefern. Dabei fehlte gegen Djokovic in Madrid gar nicht so viel. Im ersten Satz ließ Thiem im Tiebreak der Aufschlag im Stich, im zweiten Durchgang brachte ihn ein Doppelfehler zum 3:5 auf die Verliererstraße. Coach Günter Bresnik meinte danach: "Djokovic hat die Tiebreaks außergewöhnlich gut gespielt, da hat Dominic ein, zwei Schnitzer gemacht. Ansonsten hat er Djokovic komplett dominiert."

8. Juni 2019: French Open, Halbfinale - 6:2, 3:6, 7:5, 5:7, 7:5

Die bislang wohl denkwürdigste Partie lieferten sich Thiem und Djokovic im Juni 2019 in Roland Garros: Wegen mehrmaliger Regenunterbrechungen musste das Halbfinal-Duell über zwei Tage gespielt werden. Am Ende setzte sich der Niederösterreicher hauchdünn mit 7:5 im fünften Satz durch. "Es war schon schwierig, rauf und runter vom Platz, das System voll hochfahren und dann wieder zurück. Aber das ist ein Halbfinale in einem Grand Slam, da gibt es keine Müdigkeit, da gibt man alles, egal was passiert", meinte Thiem nach dem beeindruckenden Fight. Für den Lichtenwörther war es das erste Fünf-Satz-Match überhaupt. "Das war ein guter Start", lächelte Thiem danach.

Textquelle: © LAOLA1.at

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