Großschartner als Tour-Helfer für die "Ausnahmeerscheinung"
Der Oberösterreicher ist erneut als Unterstützer von Topfavorit Pogacar dabei. Dieser hofft auf den fünften Sieg.
Felix Großschartner geht bei der Tour de France an der Seite von Superstar Tadej Pogacar auf den fünften Sieg des Slowenen los.
Der Oberösterreicher beschreibt seinen UAE-Kapitän als inspirierende Ausnahmeerscheinung, die sich nach 120 Siegen immer noch weiterentwickeln will.
"Es ist echt brutal, er wird jedes Jahr noch besser, und er ist jetzt in einem perfekten Alter. Er arbeitet richtig hart und ist einfach eine andere Liga", sagte Großschartner zur APA.
"Er ist der große Champion am Radl"
Pogacar sei ein Phänomen, dessen Herangehensweise auch auf ihn ausstrahle. "Besonders fasziniert mich, dass er gewinnt, und zwar viel und auch die ganze Zeit, und trotzdem hungrig bleibt. So eine Ausnahmeerscheinung motiviert einen selber auch, immer dranzubleiben und konstant weiterzuarbeiten."
Den Slowenen zeichne aber nicht nur seine Leistungsfähigkeit, sondern auch ein freundlicher, kollegialer und hilfsbereiter Charakter aus. "Er ist von Grund auf ein sehr entspannter Typ und einer, der das Glas immer halb voll sieht. Er ist der große Champion am Radl, aber auch im Training oder gegenüber anderen", sagte Großschartner über den Weltmeister, der nach dreieinhalb gemeinsamen Jahren auch ein guter Freund geworden sei.
Seriensieger Pogacar als Teamplayer
Egoismus oder Starallüren seien dem Seriensieger und Großverdiener fremd. "Er ist überhaupt nicht egoistisch, sondern ein Teamplayer. Er sieht sich nicht wie so viele andere gute Sportler als das Wichtigste. Er schaut auch darauf, dass für die anderen alles passt."
Den seit der ersten gemeinsamen Tour 2023 noch einmal sehr stark angestiegenen Hype und Rummel um seine Person nehme Pogacar gelassen hin. Für Autogramm- und Selfiewünsche von Kindern nimmt er sich laut Großschartner immer besonders viel Zeit. Schwächen auf und abseits des Rades habe er bei Pogacar noch keine ausmachen können.
Der Erfolgsdruck bei der Tour sei auch für ihn groß, sagte Großschartner, komme aber eher von außen. "Sicher werden alle Augen auf uns gerichtet sein, aber ich fahre viel mit Tadej und weiß, wie es ist. Der Druck kommt nicht vom Team, sie stellen mich ja auf, weil sie wissen, was ich draufhabe. Aber es gibt schon den eigenen Druck, dass man natürlich besonders gut sein will", sagte Großschartner.
Mannschaftszeitfahren als große Chance
Zum Auftakt der Tour geht am Samstag in Barcelona ein Teamzeitfahren über die Bühne. "Das ist auch für mich persönlich eine Riesenmöglichkeit auf einen Etappensieg", sagte der am Wochenende zum Zeitfahr-Staatsmeistertitel gestürmte Großschartner.
Ein bei der Tour als Mannschaft gemeinsam errungener Erfolg wäre ein perfekter Auftakt für die Jagd nach dem übergeordneten Ziel Gesamtsieg, betonte der Oberösterreicher. Gleichzeitig wäre es ein emotionales Highlight für alle, sagte Großschartner und erinnerte an den UAE-Erfolg im Mannschaftszeitfahren bei der Vuelta im Vorjahr.
Keine Sorgen bereitet Großschartner mögliche Rekordhitze, die zuletzt auch in Frankreich mit Temperaturen über 40 Grad verzeichnet wurde. "Es geht eh jedem ähnlich, aber ich komme mit Hitze zum Glück gut klar. Ich habe zuletzt auf der Planai auch noch zusätzlich Hitzetrainings gemacht."