Trainer-Causa wird geprüft: ÖTTV gründet Ausschuss
Der Ausschuss wird mit verbandsunabhängigen Personen besetzt.
Als Reaktion auf die schweren Vorwürfe gegen einen ehemaligen Jugendtrainer hat der österreichische Tischtennis-Verband die Gründung eines "Health and Care"-Ausschusses angekündigt.
Dieser wird mit verbandsunabhängigen Personen besetzt, wie der ÖTTV nach einer Vorstandssitzung am Donnerstag bekannt gab. Als erste Tätigkeit des Gremiums wird dieses das einem Trainer vorgeworfene Verhalten gemäß den vorliegenden Unterlagen prüfen, hieß es in einer Mitteilung.
Akteneinsicht gewährt
Wie der ÖTTV außerdem erklärte, wurde ihm nach "mehrfachen Ersuchen" am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht in die im November 2025 vom Verband erstattete Strafanzeige gewährt.
Es geht um schwere Vorwürfe gegen einen Tischtennis-Jugendtrainer. Der Verband trennte sich von dem Nachwuchscoach, in seinem Verein durfte er jedoch weiterarbeiten.
Die Zusammenarbeit wurde erst am Dienstag ab sofort ruhend gestellt, der betroffene Trainer wird bis zur endgültigen Aufklärung der Sachlage keine Funktion im Verein ausüben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Vorwürfe sollen ÖTTV schon länger bekannt sein
In der Causa meldete sich am Donnerstag auch die Kärntner Landestrainerin Branka Pasalic zu Wort. Sie gab gegenüber dem ORF an, den ÖTTV schon vor knapp zwei Jahren über die schweren Vorwürfe gegen den Jugendtrainer informiert zu haben.
Der ÖTTV habe ihr im Mai 2024 daraufhin mitgeteilt, dass sie darüber "nicht reden soll". Laut Pasalic hätten sich ihr am Rande von Staatsmeisterschaften Nachwuchsspielerinnen aus anderen Bundesländern anvertraut. Sie hätten demnach von sexuellen Übergriffen erzählt, die schon länger angedauert hätten.
Das Sportministerium hat gegen den ÖTTV zu Wochenbeginn einen Förderstopp verhängt. Dieser bleibe aufrecht, "bis der Tischtennis-Verband umfassend zur Klärung der erhobenen Vorwürfe beigetragen und ein funktionierendes Präventions- und Integritätsmanagement umgesetzt" hat, hieß es.
Der ÖTTV müsse auch sicherstellen, dass Vorwürfen von Fehlverhalten im gesamten Verband und den Vereinen "konsequent, unabhängig und professionell" nachgegangen wird.