ÖTTV-Spitze soll gehen: Fünf Landesverbände fordern Rücktritt
Vier Landesorganisationen stärken Präsident Gotschke dagegen den Rücken. Für die Abwahl des Präsidenten oder des Vize Miller braucht es 30 von 44 Stimmen.
Die Landesverbände aus Wien, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Kärnten fordern die Ablöse von ÖTTV-Präsident Wolfgang Gotschke und -Vizepräsident Conrad Miller.
Das Vertrauensverhältnis zwischen großen Teilen der Mitgliedsorganisationen und dem Führungsduo sei nachhaltig beschädigt, teilten die fünf Tischtennis-Landesverbände in einer gemeinsamen Erklärung mit. Deshalb habe man den Antrag auf Abhaltung einer außerordentlichen Generalversammlung zur Abwahl des Duos gestellt.
Die restlichen Landesverbände aus dem Burgenland, Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg hatten sich am Montag via ÖTTV-Aussendung hinter Gotschke und Miller gestellt und sich kritisch zum Rücktritt von Vizepräsidentin Liu Jia zu Wort gemeldet.
Forderung nach transparenter Aufarbeitung
Die Rücktrittsforderungen an das Spitzenduo seien ungerechtfertigt, man unterstütze vielmehr deren Forderung nach einer transparenten Aufarbeitung dieser Causa mit dem vom Vorstand eingesetzten Care- and Compliance-Ausschuss.
Gotschke und Miller stehen aufgrund ihres Umgangs mit der Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Nachwuchstrainer in der Kritik. Für Mittwoch ist eine ÖTTV-Vorstandssitzung angesetzt.
Der Trainer war übrigens in dem von Miller verantworteten Verein wieder eingestellt worden, das Arbeitsverhältnis wurde erst vergangene Woche ruhend gestellt.
Mehrheitsverhältnisse sprechen aktuell gegen Abwahl
"Es war nicht abzusehen, dass es weitere Vorwürfe geben könnte. Daher beschloss die Generalversammlung, besagte Person wieder mit der Funktion des Sportdirektors zu betrauen", zitierte der ORF in Sport 20 aus einer Miller-Stellungnahme.
Der Kärntner Landesverbandspräsident, Hubert Dobrounig, sagt: "Wir wünschen uns einen Neuanfang, einen Neubeginn, damit wir das Tischtennis wieder zusammenführen und nicht weiter auseinander driften. Wenn sie den Platz nicht räumen und das aussitzen wollen, dann müssen sich die Herren in Wien warm anziehen."
Eine Abwahl von Gotschke und auch Miller bedarf jeweils einer Zweidrittelmehrheit. Stimmberechtigt ist jeder der neun Landesverbände, wobei wegen einer hohen Anzahl an gemeldeter Spieler Oberösterreich zu den vier Basis-Stimmen zwei und Niederösterreich eine dazu erhält.
Je eine Stimme haben auch die fünf Ehrenpräsidenten. Das ergibt in Summe 44 Stimmen. Das Quintett Wien, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Kärnten kommt demnach auf 22 Stimmen. Sollten die Ehrenpräsidenten auch so stimmen, wären es 27. Für eine Abwahl sind 30 erforderlich.