Zucker und Fett: Was ist beim Sport erlaubt?

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Leibliches Wohl lässt sich durch körperliche Ertüchtigung zwar am besten, nicht jedoch am einfachsten erreichen.

Auch Hobbysportler sind nur Menschen und trotz aller Trainingsdisziplin so manchem Genussmittel verfallen, dessen Wirkung auf den Körper im Gegensatz zu den eigenen Zielen stehen mag.

Verlockungen kann man mitunter nicht widerstehen. Die Frage ist lediglich, wie man seine Leistung dadurch nicht negativ beeinträchtigt. Was ist, wann und in welcher Menge okay?

LAOLA1 hat mit Mag. Caroline Schlinter-Maltan gesprochen. Die Ernährungswissenschafterin betreibt das "Büro für Ernährung" und ist Berufsgruppensprecherin in der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung der Wirtschaftskammer Wien (hier gibt es nähere Infos).

Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit Süßigkeiten und schwerem Essen:

Süßigkeiten

Was macht es mit dem Körper?

Süßigkeiten beinhalten jede Menge Zucker, also Kohlenhydrate – der Treibstoff unseres Körpers. Grundsätzlich eine gute Sache, allerdings will die Energie auch verwendet werden, sonst sammelt sie sich im Körper an: Der klassische Mechanismus der Gewichtszunahme. Zucker ist nur eine Form von Kohlenhydraten, die in verschiedenen Ausprägungen existieren und sich je nachdem in ihrer genauen Verwertung unterscheiden.

Ernährungswissenschafterin Mag. Caroline Schlinter-Maltan

Welchen negativen Einfluss hat es beim Sport?

Der Zucker, wie er in Süßigkeiten zu finden ist, führt zu einem schnellen und starken Blutzuckeranstieg – diese Lebensmittel haben einen hohen glykämischen Index. Das liefert zwar rasche Energie, allerdings hält der Effekt nicht auf Dauer an. Speziell beim Sport fällt der Blutzuckerspiegel ebenso schnell wieder ab, die Folge ist schnellere Ermüdung, im schlimmsten Fall "Unterzucker“, also ein Wert unter 63 Milligramm pro Deziliter. Dann können Funktionsstörungen des Zentralnervensystems auftreten: Ein Zustand, der von Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, kaltem Schweißausbruch, Zittrigkeit und Schwarzwerden vor den Augen einhergehen kann.

Und wenn man nicht darauf verzichten will?

Zumindest vor dem Sport sollten derartige Lebensmittel tabu sein. "Lieber sollte man komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornbrot, Haferflocken, Vollkornnudeln und Kartoffeln nehmen, hier bleibt der Blutzuckerspiegel stabil“, sagt die Ernährungsexpertin. Süßstoffe sind übrigens keine geeignete Alternative. "Sie haben zwar keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, sind aber ungeeignet, weil sie Wasser binden und bei größeren Mengen Durchfälle und Blähungen hervorrufen können“, so Schlinter-Maltan.


VIDEO - Ernährungswissenschaftliche Beratung näher vorgestellt:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


Schweres Essen

Was macht es mit dem Körper?

Unabhängig davon, dass schweres Essen in der Regel selten zu den gesunden Dingen zählt, die man zu sich führen kann, hat der Verzehr auch direkte physiologische Auswirkungen. "Der Magen benötigt zum Verdauen vermehrt Blut, welches der Muskulatur und dem Gehirn fehlt. Deswegen ist man nach einer üppigen Mahlzeit oft auch etwas träge und müde", erklärt die Expertin.

Welchen negativen Einfluss hat es beim Sport?

Wer vom Körper das Signal zur Ruhe bekommt, kann keine maximale Leistung bringen. Ein voller Magen ist, nebst oben beschriebener Nachteile, bei der Ausführung schneller Bewegungen hinderlich, weil das Verzehrte im Bauch ebenfalls den Gesetzen der Physik unterzogen ist. Im schlimmsten Fall kann das zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Und wenn man nicht darauf verzichten will?

"Allerspätestens zwei Stunden vor dem Sport sollte die letzte größere Mahlzeit abgeschlossen sein, damit der Magen nicht allzu sehr belastet ist und die Nährstoffe schon zur Verfügung stehen", sagt Schlinter-Maltan. Wer diesen Zeitraum verpasst, dem sei zumindest zur Überbrückung nur zu einer Kleinigkeit geraten: Etwa einer Banane oder einem Energieriegel. Nach dem Sport darf wieder festlich gemahlt werden – wenn man keine Gewichtsreduktion erwirken will, versteht sich.

Will man sich genauer informieren, schadet ein Beratungstermin bei einer ernährungswissenschaftlichen Beraterin oder einem Berater nicht! Bei der Wirtschaftskammer Wien können sich Interessierte näher über die Möglichkeiten und Angebote in ihrer Nähe informieren.

Nach einer Erfassung des körperlichen Zustandes und einer Analyse des persönlichen Essverhaltens können die Expertinnen und Experten auf individuelle Gegebenheiten eingehen und einen ausgewogenen Ernährungsplan erstellen, in dem auch die eine oder andere Sünde ihren Nischenplatz findet. Auch die Betreuung von Firmen und anderen Gruppen wird angeboten.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare