Heimvorteil für Tiroler Steinlechner bei Austrian Alpine Open
Vorfreude bei Newcomer aus Innsbruck auf Kitz-Turnier: "Golf ist nicht Speerwerfen". Steinlechner versucht, auf der DP World Tour Fuß zu fassen.
Für Golfprofi Maximilian Steinlechner ist die Austrian Alpine Open in Kitzbühel ein richtiges Heimspiel.
"Das hat es für mich bis jetzt noch nie gegeben", sagte der Tiroler im APA-Interview und bezeichnete nicht zuletzt deshalb das 2,75-Millionen-Dollar-Event als "Highlight" in dieser Saison. "Ich bin einfach froh, einmal daheim ein Turnier zu spielen. Ich finde das geil", so der 26-Jährige, der derzeit seine erste komplette Saison auf der DP World Tour bestreitet.
Steinlechner versucht nach einem starken Jahr auf der Challenge Tour, die er 2025 auf Rang drei beendet hatte, nun in der zweitwichtigsten Golfserie der Welt Fuß zu fassen. Die Ergebnisse sind noch wechselhaft, als bestes Resultat steht ein 15. Platz in Johannesburg im März zu Buche.
"Die Plätze sind anspruchsvoller. Jeder kleine Fehler wird vermehrt bestraft. Und dann sind halt viele Erfahrene dabei, die das Ganze schon seit Jahren machen und in manchen Situationen routinierter sind", erklärte der Innsbrucker die neue Herausforderung.
"Dann kriegt man halt aufs Maul"
Es werde einem auf diesem Niveau nichts geschenkt. "Wenn man da nur durchschnittlich spielt, dann kriegt man halt aufs Maul - einfach gesagt", meinte Steinlechner. Auf den Golfplätzen der unteren Touren komme man mit Fehlern besser davon, während diese sich auf den anspruchsvolleren Kursen verstärken. "Man kriegt relativ direkt das Feedback, ob das jetzt ausreichend ist oder nicht. Und ja, da gibt es viele Situationen, wo das Ganze dann keinen Spaß macht."
Zum Golfen ist Steinlechner durch seine Eltern gekommen, als Schüler schaffte er den Sprung ins Nationalteam und nahm an Jugend- und Amateurbewerben teil. Von 2019 bis 2023 machte der ÖGV-Golfer den nächsten Schritt am US-College in North Carolina, danach wagte er den Sprung ins Profilager. Erfolge blieben nicht aus, so gelang 2024 unter anderem der Sieg in Maria Lankowitz (Gösser Open/Alps Tour). 2025 folgten Triumphe auf der Sunshine Tour in Südafrika sowie in Schladming (Challenge Tour). Letzterer ebnete den Weg auf die DP World Tour, wo er nun mit Routinier Bernd Wiesberger abschlägt.
"Golfen ist mehr als nur Ball und Loch"
Sein Golfspiel bezeichnet Steinlechner bescheiden als eines, "wo nichts grob schlecht ist, aber auch nichts grob besonders gut". Es gebe immer wieder Schwankungen im langen Spiel oder beim Putten. "Golf ist nicht so wie Speerwerfen, wo ich immer die exakt gleiche Bewegung mache und die exakt gleiche Aufgabe vor mir habe. Wir spielen auf so vielen verschiedenen Plätzen an so vielen verschiedenen Orten dieser Welt. Da muss man sich einfach anpassen können. Und da tue ich mir grundsätzlich nicht so schwer. Also, Golfen ist so viel mehr als einfach nur Ball und Loch."
Der Sport sei zudem viel Kopfsache, "mit Sicherheit mehr als die Hälfte". Das Mentale sieht der Tiroler bei sich als Stärke: "Ich bin dem Druck nicht scheu", meinte Steinlechner und verwies auf seine insgesamt vier Siege in relativ kurzer Zeit als Profi. Auf die Frage, welchen golferischen Traum er sich gerne erfüllen würde, kommt als Antwort Augusta. "Der Masters ist schon geil. Das ist fast religiös im Golfsport, das Turnier. Ich war da jetzt noch nie, aber man kriegt ja trotzdem ein bisschen was mit. Das wäre etwas sehr Besonderes, da dabei zu sein."
Doch zunächst liegt der Fokus auf der Austrian Alpine Open. Im Vorjahr war Steinlechner in Salzburg als 22. bester Österreicher beim Heimturnier. Dass ihm Heimspiele liegen, hat er in Schladming und Maria Lankowitz bewiesen. Aber das Ergebnis in Kitzbühel sei diese Woche nicht das Wichtigste. "Ich will einfach Spaß haben, daheim zu spielen."