Heimische Golfelite will in Kitzbühel lange Durststrecke beenden
Für 14 Österreicher geht es in Kitzbühel bei den Austrian Alpine Open ab Donnerstag um gute Ergebnisse. Der letzte rot-weiß-rote Sieg ist 14 Jahre her, das soll sich nun ändern.
Österreichs Golfelite rückt ab Donnerstag beim Heimturnier in Kitzbühel mit voller Kapelle an: 14 Spieler stark ist die rot-weiß-rote Armada, die bei der Austrian Alpine Open angeführt von Sepp Straka und Bernd Wiesberger nahe der Streif abschlägt.
"Es ist immer das Ziel, am Sonntag vorne dabei zu sein", gab Straka die Richtung vor. Die Hoffnung auf den ersten DP-World-Tour-Heimsieg seit 14 Jahren sowie gutes Wetter lassen die Veranstalter auf einen Besucheransturm hoffen.
Wann Straka & Wiesberger beim Heim-Event in Kitzbühel abschlagen >>>
2012 hatte Wiesberger als bisher letzter ÖGV-Golfer das wichtigste heimische Event, das heuer mit 2,75 Millionen Dollar (2,36 Mio. Euro) dotiert ist, gewonnen. Dem Burgenländer und Straka werden die größten Chancen zugerechnet, die Durststrecke zu beenden.
Aber auch der zweiten Riege um Maximilian Steinlechner, Lukas Nemecz oder Niklas Regner werden achtbare Ergebnisse bei der Tour-Premiere in der Gamsstadt zugetraut.
Neue Erfahrung für Straka
"Mein Spiel ist ganz gut beieinander. Hoffentlich kann ich das an den Turniertagen in ein gutes Score verwandeln", meinte der in den USA lebende Straka vor seinem Österreich-Comeback.
"Vor acht Jahren in Atzenbrugg war ich noch in einem anderen Teil meiner Karriere. Das war mein zweites Jahr als Profi. Ich war noch ziemlich jung und habe noch Haare gehabt." Die Anreise verlief gut, auch der Jetlag macht keine Probleme. "Ich habe mich gut vorbereitet. Die letzten Tage vor dem Abflug bin ich zwischen zwei und drei Uhr aufgestanden."
Der Golfplatz beim Schwarzsee wird jedenfalls eine neue Erfahrung. "Er ist sehr anders als die meisten PGA-Tourplätze. Das Rough ist ziemlich dick, das sind wir gewohnt. Aber vom Abschlag her ist er sehr eng, die Grüns sind sehr klein. Der Driver wird ziemlich wichtig sein diese Woche, man muss wirklich präzise sein."
Mit dem deutschen Vorjahressieger Nicolai von Dellingshausen und dem Südafrikaner Casey Jarvis, der heuer in Kenia und Südafrika siegte und vor drei Jahren die Euram Bank Open in Niederösterreich gewann, hat Österreichs Nummer eins am Donnerstag und Freitag starke Flight-Gegner.
Champions-Flight mit Wiesberger
Das gilt auch für Wiesberger, der es mit Bahrain-Champion Freddy Schott aus Deutschland und dem Schweden Mikael Lindberg - Sieger in der Türkei vor drei Wochen - zu tun bekommt.
Der Burgenländer geht seinerseits mit dem China-Open-Erfolg im Rücken an den Start und hofft auch ein wenig auf den Heimvorteil. "Man hat letztes Jahr schon gesehen, dass im Westen die Zuschauer sehr gern rauskommen und sehr sportaffin sind. Natürlich hoffen wir, dass das auch heuer so ähnlich verläuft wie in Salzburg."
Lokalmatador Steinlechner, im Vorjahr in Gut Altentann als 22. bester Österreicher, will "einfach einmal wieder das spielen, was ich kann. Dann brauche ich mich vor niemandem scheuen". Um ein Erfolgserlebnis geht es auch für Matthias Schwab, Timon Baltl oder Christoph Bleier. Einen echten Österreich-Flight bestreiten zudem Regner, Lukas Boandl und Florian Schweighofer.
Neben etlichen ehemaligen Austrian-Open-Siegern wie John Catlin (USA), Marc Warren (SCO) oder Dylan Frittelli (RSA) steht in Kitzbühel auch Titelverteidiger Von Dellingshausen im Mittelpunkt. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das ist ein Turnier wie jedes andere. Ich bin das erste Mal Defending Champion", meinte der Deutsche.
Für internationales Flair sollen zudem Ryder-Cup-Vizekapitän Edoardo Molinari (ITA) und der fünffache PGA-Toursieger Kevin Na (USA) sorgen.