NFL-Playoffs: Stories der Wildcard-Spiele

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Und da sind wir schon wieder!

Die Ergebnisse sind euch allen freilich bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen?

Das ist der Playoff Monday - die Postseason-Endzone von LAOLA1 - dieses Mal nach den Wildcard-Games vom Wochenende:

Wir könnten hier alle Kategorien mit dem Sieg der Titans bei den Chiefs vollpflastern (siehe auch unten), wollen aber alle vier Wildcard-Partien hier fair aufteilen und auch wenn es Gewinner gäbe, die sich wohl noch mehr als Gewinner fühlen , sind eben auch die Jacksonville Jaguars Gewinner. Ja, es war alles andere als souverän gegen die Bills. Ja, die Offensivleistung war teilweise erschreckend schwach. Aber gewonnen ist gewonnen. Und die Playoff-(Heim)Spiele müssen erst einmal gewonnen werden. Frage nach bei den Kansas City Chiefs. Am Ende des Tages war es der erste Sieg in der Postseason für die Jaguars seit zehn Jahren. Die "Pflichtaufgabe" wurde erfüllt, ab sofort ist alles Draufgabe. Nach Pittsburgh reisen die Jaguars als gefühlter Außenseiter und das könnte mit dieser bärenstarken Defense, die eben auch nur drei Punkte gegen die Bills zuließ, eine nicht unangenehme Rolle sein, die das Team von Doug Marrone auch auszufüllen vermag. Wir erinnern uns an Week 5 und das 30:9 in Pittsburgh...

So wie es klarere Gewinner als Jacksonville gibt, so gibt es auch klarere Verlierer als Carolina. Aber auch hier gilt: verloren ist verloren. Die Panthers haben ihre Sache in New Orleans alles andere als schlecht gemacht. Im hochklassigsten Spiel des Wildcard-Wochenendes konnten die Gäste das Power-Laufspiel der Saints bei unglaublichen 41 Yards halten. Doch dann gibt es eben noch Drew Brees. So gut die Laufverteidigung klappte, so wenig ging im Pass Rush. Und dennoch hatten die Panthers bis zum letzten Spielzug die Chance, diese Partie für sich zu entscheiden. Auch das zu Beginn vergebene Field Goal aus 25 Yards von Graham Gano rächte sich am Ende. Denn dann hätte wiederum ein Kick zum Sieg gereicht. Hätti wari, die Panthers waren in der Red Zone nicht effektiv genug und müssen ihre Super-Bowl-Träume früh begraben. Es war gut, aber es war nicht gut genug.

Die Partie zwischen den Chiefs und den Titans hätte sich in jeder dieser Kategorien einen Platz verdient. Titans als klarer Winner nach dieser Aufholjagd, die Chiefs als klarer Verlierer nach dem Aus-der-Hand-Geben einer 21:3-Führung. Und wer seit 1994 in fünf Versuchen kein Playoff-Heimspiel für sich entscheiden kann, ist ein heißer Anwärter für "Oh Boy". Aber was wird für lange Zeit von dieser Partie in den Köpfen bleiben? Natürlich, der Touchdown-Pass von Marcus Mariota zu Marcus Mariota. Wie geil war das denn? Dank der unfreiwilligen Mithilfe von Darrelle Revis tauchte Mariota in die Endzone und startete auf diese kuriose Weise die magische Aufholjagd der Titans. Hat es das schon jemals gegeben? Ja! Brad Johnson war der letzte Quarterback, der sich selbst einen Touchdown-Pass zuwarf, das war in Woche 7 in der Saison 1997 für die Minnesota Vikings. Und der schickte Co-Kommentator Jon Gruden in dessen letzten Partie für ESPN das Video dazu aufs Handy, Gruden hielt es in die Kamera. Geil!

Nervenflattern? Die großteils jungen Protagonisten der Los Angeles Rams haben wenig bis gar keine Playoff-Erfahrung und so spielten sie auch - in allen Phasen dieses wunderbaren Sports, bei dem man auch den Einfluss der Special Teams nicht unterschätzen darf. Jenes der Rams zählt zu den besten der Liga, aber zwei Return-Fumbles waren es, die bereits zu Beginn des Spiels in klassischer OH-BOY-Manier ein tiefes Loch gruben. Aber mit QB Jared Goff und MVP-Kandidat Todd Gurley taten sich auch die beiden Offense-Stars mit der Defense der Atlanta Falcons schwer, vor allem beim Finishen. Gurleys Yardage von 101 Rushing-Yards wird durch zwei, drei längere Läufe geschönt. Konstantes Bewegen des Balls, das in dieser Partie extrem notwendig gewesen wäre, sieht anders aus. Extrem schade! Denn in diesen Playoffs mehr Erfahrung zu sammeln, hätte dieses Team in Hinblick auf die kommenden Jahre in eine noch bessere Ausgangsposition gebracht. So wird es heißen, dass diese Bühne noch eine Spur zu früh kam. Und das kam sie tendenziell auch.

Nach dem Langeweiler, den die NFL-Playoffs letzte Saison speziell in der Wildcard-Runde zu bieten hatte, war das doch ganz ordentlich, oder? Komplett unspannend war kein Match und mit den Krimis in Kansas City und New Orleans waren auch zwei durchaus mitreißende Partien dabei. Besonders auffällig fand ich, wie viele (Vor)Urteile sich an diesem Wochenende bestätigt haben. Ich hau mal wertfrei einige raus: Die Kansas City Chiefs sind Playoff-Loser. Marcus Mariota könnte ein brauchbarer Playoff-Quarterback sein. Die Los Angeles Rams sind zu unerfahren. Matt Ryan ist inzwischen erfahren genug und mit ihm nehmen die Atlanta Falcons die Mission der Wiedergutmachung für die letztjährige Super Bowl in Angriff. Die Defense der Jacksonville Jaguars kann Spiele im Alleingang gewinnen. Die Buffalo Bills haben keinen brauchbaren Quarterback. Auch die Carolina Panthers haben ungefähr so agiert, wie ich das erwartet hätte, aber ich tu mich schwer, das auf eine Schlagzeile runterzubrechen, weil einzig die New Orleans Saints ein wenig aus dem Schema ausgebrochen sind (siehe mein nächster Pfeil) und diesmal nicht auf ihre aktuelle (Laufspiel), sondern auf ihre langjährige Stärke (Drew Brees) zurückgegriffen haben. Auch wenn ich selbst immer wieder betone, dass mehr als ein QB dazu gehört, um in der NFL zu gewinnen, ist es nunmal die wichtigste Position, was gerade in den Playoffs extrem konstant zu Tage tritt. Deshalb werde ich diesmal ein wenig dem Klischee verfallen und die Spielmacher als roten Faden für meine Ausführungen in den meisten der nächsten Punkte heranziehen. Diesbezüglich kann man durchaus auch schon einen vorsichtigen Blick in Richtung kommendes Wochenende werfen. Denn in der AFC greifen mit Tom Brady und Ben Roethlisberger zwei Altmeister ein - und das in auf den ersten Blick etwas ungleichen Duellen mit Marcus Mariota und Blake Bortles. In der NFC wiederum sind bei den Playoff-Bye-Week-Teams mit Nick Foles und Case Keenum eigentliche Backups am Ruder, die auf große Namen mit Super-Bowl-Erfahrung treffen. Football ist ein facettenreicher Sport mit vielen Wegen zum Sieg. Ich freue mich unendlich darauf zu beobachten, welcher Weg sich in dieser Postseason durchsetzt - auch auf der Spielmacher-Position.

Die New Orleans Saints sind bekanntlich mein Tipp als Super-Bowl-Vertreter der NFC. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob dieser durchaus spektakuläre Sieg gegen Carolina mich in diesem Glauben bestärken sollte oder nicht. Der Kopf sagt ja, der restliche Körper hat Bauchschmerzen. Das Positive: Es ist natürlich das Kennzeichen eines richtig guten Teams, wenn man einen mehr als unangenehmen Gegner ohne die allergrößte Stärke aus dem Weg räumen kann. Die Panthers haben das überragende Laufspiel um Mark Ingram und Alvin Kamara mal so richtig entschärft. Es ist ebenso ein gutes Zeichen, wenn man gewinnen kann, obwohl die Schwächen der durch einige Verletzungen dezimierten Defense sich immer schwerer kaschieren lassen. Dies führt uns zum Hauptpunkt, warum ich die Saints in einem sehr offenen NFC-Playoff-Feld zu meinem Favoriten erkoren habe: Drew Brees. Im Saisonverlauf musste er nur bedingt entscheidend eingreifen, Ingram und Kamara haben offensiv vieles geschultert. Am Sonntag war schön zu beobachten, was er gut eine Woche vor seinem 39. Geburtstag immer noch drauf hat. Alles in allem war das eine Statement-Leistung von einem der Besten aller Zeiten, der in dieser Phase der Saison einfach ein riesiger Trumpf sein sollte. Dennoch haben die letzten Jahre gezeigt, dass es mit Brees im Alleingang und ohne Laufspiel und vernünftige Defense nur schwer gehen wird. Das Gastspiel in Minnesota wird ein schwerer Test, aber kein unmachbarer. Hier möchte ich diesbezüglich wieder eine Steigerung sehen, denn eher eindimensional wird man in Minneapolis nur schwer bestehen können.

Ich will jetzt nicht so tun, als wäre Jacksonville gegen Buffalo Nervenkitzel pur für mich gewesen. Aber ich hatte auch bei dieser Begegnung irgendwie Spaß. Erstens war die grenzenlose Freude der Fans beider Teams, endlich wieder im Super-Bowl-Turnier zu sein, richtiggehend greifbar - was die Buffalo-Fans nach dem Playoff-Wunder aufgeführt haben, war sowieso grenzgenial. Schade für unseren "nicomadi", dass es letztlich nicht fürs Weiterkommen gereicht hat, ich wollte ihn schon zu einem Tischsprung herausfordern, haha. Zweitens saß ein befreundeter Kollege im Stadion, der mir zahlreiche Videos von der großartigen Stimmung geschickt hat. Und drittens bin ich Nerd genug, um mich auch für ein Duell zwischen Blake Bortles und Tyrod Taylor begeistern zu können, obwohl beide gemeinsam sich schwer getan haben, die 200-Passing-Yards-Marke zu knacken. Ein Defense-Showdown lässt mein Herz eben auch höher schlagen. Ich habe unter der Woche feststellen müssen, dass es gar nicht so leicht ist, die zwölf Playoff-Quarterbacks zu ranken. Ich habe dabei Bortles vor Taylor eingereiht, was man bestimmt nicht nachvollziehen muss. Bortles' Passleistung gegen die Bills war auch richtiggehend verheerend. Aber: Ich finde, er hat in dieser Saison zwischenzeitlich sehr wohl gezeigt, dass er zu mehr in der Lage ist. Und: So übel er auch war, er hat nun mal einen Weg gefunden, zu gewinnen. Seine 88 Rushing-Yards (im Vergleich: nur 87 Passing-Yards) hatten einen Anteil und letztlich hat er halt einen Drive mit einem TD hingekriegt. Ein Unterfangen, an dem Taylor gescheitert ist. Dies war in einem Duell zweier starker Defenses letztlich der Unterschied. Gut, dies ist alles andere als ein Freispruch für Bortles, aber es ist eine Anklage gegen Taylor. Ich bezweifle sehr stark, dass er ein QB ist, mit dem man zu dieser Jahreszeit gewinnen kann. Das weiß man bei den Bills natürlich - nicht umsonst hat man ihn trotz geringer Fehlerquote im Saisonverlauf gebencht. Buffalo muss sich dringend auf die Suche nach einem Spielmacher begeben, der in entscheidenden Phasen kein Passagier ist und auf gutes Laufspiel oder einen Geniestreich der Defense hofft, sondern das Heft selbst in die Hand nimmt. Davon ist "T-Mobile" leider sehr weit entfernt, speziell gegen ein Kaliber wie die Jaguars-Defense. Lustig wird nun übrigens das Wiedersehen von Jacksonvilles Abwehr mit Ben Roethlisberger. "Big Ben" hat bei der 9:30-Klatsche gegen Jacksonville Anfang Oktober fünf (!) Interceptions geworfen. Abgesehen von der umstrittenen Pleite gegen die Patriots war dies die letzte Niederlage der Steelers. Das wird interessant!

Von Legenden über Jungstars bis zu einem Notnagel - die Playoff-Quarterbacks dieser NFL-Saison bieten ein breites Spektrum. LAOLA1 mit einem Ranking der Spielmacher:

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12. NICK FOLES (Philadelphia Eagles)

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Mit Jungstar Carson Wentz wäre Philadelphia wohl ein heißer Kandidat auf den Einzug in die Super Bowl. Sind sie das auch ohne ihn? Nick Foles half nach dem Kreuzbandriss des Starters zwar mit, die hervorragende Ausgangsposition des Playoff-Heimvorteils als Nummer eins der NFC abzusichern, aber der ganz große Wurf könnte mit ihm schwierig werden. Er zählt sicher zu den besseren Backups der Liga, inzwischen hat er auch einiges an Routine gewonnen, aber es wird auch Gründe haben, warum er sich nirgends als Starter durchgesetzt hat. Dass Philly mit ihm unterschätzt wird, könnte auch (s)eine Chance sein.

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11. TYROD TAYLOR (Buffalo Bills)

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Ebenso wird es einen Grund haben, warum die Buffalo Bills Tyrod Taylor im Saisonverlauf gebencht haben. Diese Personalentscheidung ging jedoch gewaltig in die Hose. Sein Ersatz Nathan Peterman warf in einer Halbzeit fünf Interceptions und war seinen Job zur Pause wieder los. Zum Vergleich: Taylor warf in der kompletten Saison nur vier Interceptions. Allerdings auch nur 14 TD-Pässe. Seine Fehlerunanfälligkeit spricht ebenso wie seine Beweglichkeit für ihn. "T-Mobile" ist aber nur selten ein QB, der sein Team zum Sieg wirft. Die Bills werden weiter auch andere Wege wie das Laufspiel oder Geniestreiche von Defense oder Special Teams als Unterstützung finden müssen.

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10. BLAKE BORTLES (Jacksonville Jaguars)

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An kaum einem anderen Playoff-QB scheiden sich derart die Geister. Für die Mehrheit ist er tendenziell Wahnsinn - im negativen Sinne. Zwischenzeitlich schlug das Pendel in dieser Saison jedoch auch in Richtung Genie aus - allerdings nicht konstant genug. Bortles ist gefragt, das Vorurteil zu entkräften, dass Jacksonville nur wegen der grandiosen Defense beziehungsweise des starken Laufspiels in der Postseason ist - und trotz ihm. Es gibt für QBs allerdings auch schlechtere Voraussetzungen, als auf diese beiden Stärken aufzubauen. Also wird seine Hauptaufgabe sein, es nicht zu vermasseln.

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9. MARCUS MARIOTA (Tennessee Titans)

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Über das Potenzial des Nummer-2-Picks im Draft 2015 gibt es keine zwei Meinungen, diese Saison war jedoch ein persönlicher Rückschritt - und zwar kein kleiner. Ein Blick auf die Statistik sagt alles: 2016 - 26 TD-Pässe, 9 Interceptions. 2017 - 13 TD-Pässe, 15 Interceptions. Vor allem die plötzliche Fehleranfälligkeit bereitet Sorgen. Die Playoffs stellen eine gute Gelegenheit dar, all die Diskussionen vergessen zu machen. Mit seiner Mobilität sollte er für Jänner-Football gut geeignet sein. Dass die Titans 2017 ganz offenkundig nicht nur auf ihn angewiesen waren, um zu gewinnen, ist ebenfalls kein Nachteil.

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8. CASE KEENUM (Minnesota Vikings)

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Was für eine Wohlfühl-Story! Aus der Absicherung für Sam Bradford und den verletzten Teddy Bridgewater wurde einer der besseren Quarterbacks dieser Saison. 22 TD-Pässe und nur 7 Interceptions dienen als Beweis dafür, dass nicht alles gleich den Bach runtergehen muss, wenn der Backup am Ruder ist. Defense und Laufspiel sorgen dafür, dass Keenum in Minneapolis nicht das Unmögliche möglich machen muss. Mit Adam Thielen und Stefon Diggs helfen ihm auch zwei starke Receiver. Die Playoffs sind jedoch eine andere Bühne und werden helfen, die Frage zu beantworten, ob Keenum nach Jahren des erfolglosen Pendelns zwischen Texans und Rams in Starter-Material gereift ist oder eher ein sehr guter Backup bleiben wird.

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7. CAM NEWTON (Carolina Panthers)

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Einer der Härtefälle dieses Rankings, schließlich sprechen wir vom MVP 2015. Aber "Supercam" hat nun seit diesem Höhenflug bereits seine zweite gar nicht mal so beachtliche Saison hingelegt. 22 TD-Pässe sind nicht übertrieben viel, 16 Interceptions eher schon. Diese Schlampigkeit ist oftmals keine Hilfe. Eine große Hilfe ist indes Newtons Mobilität. 754 Yards erlief er in dieser Spielzeit - knapp aber doch persönlicher Rekord. Kombiniert mit gutem Laufspiel und guter Defense der Panthers ist seine Spielanlage ohnehin wie geschaffen für die Playoffs. Außerdem hatte er im Saisonverlauf neben einigen besonders schlechten auch einige besonders gute Tage. Packt er die wieder aus, ist eine Rückkehr in die Super Bowl nicht auszuschließen.

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6. ALEX SMITH (Kansas City Chiefs)

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Mit seinem explosiven Start in die Saison tat Smith wirklich vieles, um seinen über viele Jahre kultivierten Ruf des Game Managers abzulegen. Seine erste Interception warf er erst Anfang November - im kompletten Saisonverlauf wurden es nur deren fünf. Trotzdem erlaubte sich auch er genau wie die Chiefs als Team einen kleinen Hänger. Dennoch sei erwähnt: Das beste QB-Rating der NFL hatte 2017 mit 104,7 Smith. Nun hat der Nummer-1-Pick des Drafts 2005 die Gelegenheit zu beweisen, dass er auch einen tiefen Playoff-Run hinkriegt. Postseason-Siege stehen nämlich erst zwei in seinem Lebenslauf.

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5. JARED GOFF (Los Angeles Rams)

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Sucht man nach einer der Überraschungen dieser Saison, wird man bei Goff fündig. Nun sollte es eigentlich keine Sensation sein, wenn ein Nummer-1-Pick des NFL-Drafts abliefert. Seine katastrophale Rookie-Saison 2016 ließ jedoch Schlimmes befürchten. Wer in Erinnerung daran auf einen kapitalen Einbruch in dieser Spielzeit wartete, wurde enttäuscht. Goff führte - natürlich kongenial unterstützt von RB Todd Gurley - die tendenziell explosivste Offense dieser Spielzeit an. Seinen 28 TD-Pässen stehen nur 7 Interceptions gegenüber. Die Playoffs sind für ihn im Gegensatz zu den vier vor ihm platzierten Spielmachern, die allesamt schon zumindest eine Super Bowl spielten, jedoch Neuland. Wie er sich auf dieser Bühne schlägt, sollte man vor noch mehr Lobhudelei erst einmal abwarten.

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4. MATT RYAN (Atlanta Falcons)

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Dass Ryan nicht an seine MVP-Saison 2016 anschließen konnte, kam nicht gänzlich überraschend - diese war in Sachen Offense auch eine Art Ausnahme-Saison. Nur 20 TD-Pässe zeugen davon, dass Atlanta in dieser Saison durchaus Probleme beim Finishen hatte - interessanterweise warf Ryan in keiner Partie mehr als zwei TD-Pässe. In Sachen Yardage mischte der 32-Jährige jedoch im Spitzenfeld mit und knackte wie gewohnt die 4000-Yards-Schallmauer, was unterstreicht, dass er den Ball nach wie vor bestens bewegen kann. Nach der übel vergeigten Super Bowl des Vorjahres kann man davon ausgehen, dass "Matty Ice" und seine Kollegen diesmal auf einer Mission sind.

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3. DREW BREES (New Orleans Saints)

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So ehrlich muss man sein: Die Plätze zwei und drei in diesem Ranking kann man zwischen zwei Haudegen mit Super-Bowl-Ring(en) am Finger im Prinzip auswürfeln. Aber man muss sich eben auch zwischen lebenden Legenden entscheiden. Der statistisch-historische Verdienst spricht wohl für Brees - mit seinen Werten schrieb er mehr als einmal Geschichte. Dass der bald 39-Jährige in dieser Saison auf einen unwiderstehlichen Laufangriff zählen und "nur" 23 TD-Pässe werfen musste, gab jedoch zu seinen Ungunsten den Ausschlag. Ihm darf dies zurecht egal sein, denn im "echten" Playoff-Leben kann gerade das der entscheidende Vorteil sein - gepaart mit seiner Routine natürlich.

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2. BEN ROETHLISBERGER (Pittsburgh Steelers)

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14 Interceptions sind im Vergleich mit Brees (8) diese Saison betreffend wohl das gewichtigste Argument gegen Roethlisberger. Wenn man fair ist, stammen fünf dieser Fehlwürfe jedoch aus einer einzigen Komplett-Aussetzer-Partie gegen Jacksonville. Ansonsten geigte "Big Ben" vor allem in der zweiten Saison-Hälfte konstant gut auf und hätte ohne Schonung am letzten Spieltag wohl auch Tom Brady in Sachen Yardage-Krone fordern können - am Ende fehlten nur 326 Yards. Die Steelers an Brady und somit an den Patriots vorbeizuwerfen, wird wohl auch Roethlisbergers Aufgabe in den Playoffs. Dass er in selbigen bestehen kann, hat der zweifache Super-Bowl-Champion bereits zu Genüge bewiesen.

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1. TOM BRADY (New England Patriots)

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Wer sonst?!? Suchen wir mal das Haar in der Suppe und weisen darauf hin, dass Brady in fünf seiner sechs letzten Spiele zumindest eine Interception geworfen hat. Ein kleiner Makel in einer ansonsten wieder einmal MVP-verdächtigen Saison - und das im stolzen Alter von 40 Jahren. Das Schlimmste für die Konkurrenz: Bradys liebste Football-Jahreszeit kommt nun erst. Irgendwann werden auch seine Playoff-Rekorde geknackt werden, aber bis dahin werden sich vermutlich Generationen an Spielmachern ihre Zähne daran ausbeißen. Eine Hand hat der G.O.A.T bereits mit fünf Super-Bowl-Ringen voll, nun wird die zweite Hand in Angriff genommen. Die Favoritenrolle der Patriots versteht sich von selbst. Aber vielleicht stoppt ihn ja einer der elf hinter ihm platzierten Herrschaften.

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Ich nehme an, dass ich nicht der einzige bin, für den dieser Mega-Kollaps der Kansas City Chiefs die größte Enttäuschung des Wochenendes war. Denn auch wenn sich die Tennessee Titans nach der Pause gesteigert haben, fällt für mich die Ausrede des so viel stärker gewordenen Gegners weg. Statt katastrophal wie in Halbzeit eins waren die Titans in den zweiten 30 Minuten Playoff-tauglich, mehr auch nicht. So etwas musst du mit einer souveränen Führung im Rücken einfach aus dem Weg räumen. Punkt. In der kompletten Partie wurde für mich auch die Grundproblematik rund um Alex Smith schön in Szene gesetzt. Natürlich ist er längst zu einem überdurchschnittlich guten Quarterback gereift. Aber auch zu einem sehr guten, der solch ein Spiel in der wichtigsten Football-Jahreszeit gewinnt? Vor der Pause MVP-verdächtig (19 von 23 Pässen angebracht für 231 Yards und zwei TD-Pässen), nach der Pause ein schlechter Scherz (33 Passing-Yards). Die Chiefs wären so oder so vor der schwierigen Entscheidung gestanden, ob man kommende Saison noch mit dem Routinier weitermacht oder auf Youngster Patrick Mahomes setzt. Bei aller Sympathie zu Smith, vor dessen Entwicklung über die Jahre ich den allergrößten Respekt habe, aber nur ein sehr tiefer Playoff-Run hätte in meinen Augen die Business-Entscheidung, sich von ihm zu trennen, verhindern können. Die Chiefs haben einfach zu viel in Mahomes investiert. Der Rookie-Contract läuft nur über vier Jahre - in dieser Zeit spart man mit seinem Gehalt so viel, dass man diese Summen in andere Mannschaftsteile investieren kann. Ein Jahr Aufbauzeit ist okay, aber dann muss man sich irgendwann trauen, wenn man glaubt, dass er der Auserwählte ist. Und nur zur Erinnerung: Kansas City hat im Draft 2017 nach oben getradet, um Mahomes zwei Spots v-o-r Deshaun Watson zu picken. Zusätzlich ist die Marktsituation für einen brauchbaren Trade von Smith keine schlechte. Der Altmeister wird in der Offseason "erst" 34 Jahre alt - zumindest zwei, drei gute Jahre hätte sein neuer Arbeitgeber schon noch zu erwarten. Und auch wenn sich viele brauchbare Talente im kommenden Draft tummeln: Es gibt viel mehr Teams, die einen QB brauchen. Ideal wäre er für ein Team wie Jacksonville, das einen deutlichen Upgrade auf der QB-Position von einem Super-Bowl-Contender entfernt ist (und gach schaffen sie es eh auch mit Bortles...). Ob die Chiefs einen AFC-Konkurrenten stärken wollen, steht wieder auf einem anderen Blatt Papier. Wie auch immer: Smith könnte eine der besten Optionen auf einem in dieser Offseason spannenden QB-Markt sein - wie geht es bei Cousins weiter? Wie bei Eli Manning? Wie schaut es mit den Minnesota-QBs Keenum, Bradford und Bridgewater aus? Dies nur als Beispiele. Dennoch wird Smith eine der begehrtesten Übergangslösungen sein. Es steht allerdings zu befürchten, dass man keinen "Playoff-Winner" bekommt. Zwei Postseason-Siege in der Karriere sind ein bisserl gar wenig. Okay, in San Francisco hatte er überschaubar viele Gelegenheiten. Aber nur ein Playoff-Sieg in fünf Jahren bei den Chiefs reicht unterm Strich halt einfach nicht.

Anknüpfend an die letzte Zeile bei Smith kann ich nur immer und immer wieder wiederholen: Die Regular Season ist geil, aber unterm Strich zählt, ob du im Jänner ein Gewinner bist oder nicht. Und diesbezüglich haben sich meine Sorgen wegen der Los Angeles Rams leider bewahrheitet. Die Playoffs waren für viele der Protagonisten Neuland und so haben sie auch gespielt - und das kurioserweise gegen die Atlanta Falcons um Matt Ryan, der selbst mehr als ein Lied darüber trällern kann, wie sich das anfühlt. Wenn wir ein paar Jahre zurückdenken, hat Ryan die Falcons zu Beginn seiner Karriere zwar brav in die Postseason geführt, dort jedoch eine eher unglückliche Figur abgeliefert. In den ersten drei Versuchen ist er stets in Spiel eins rausgeflogen. 2012 gelang zwar endlich der erste Sieg, ehe er es im Championship Game zu Hause gegen San Francisco nicht auf die Reihe gebracht hat. So richtig gelernt, wie man Playoff-Spiele gewinnt, hat er erst im letzten Jahr, als er Atlanta in die Super Bowl geführt hat (nur um dort eine Lehrstunde zu geben, wie man es so richtig vergeigt). Aber ich denke, genau diese jahrelangen Erfahrungen waren am Samstag der Unterschied zwischen dem Auftreten von Ryan und jenem von Goff. Es ist natürlich unfair, dies nur auf den QB runterzubrechen, denn bei den Rams haben zahlreiche Stars enttäuscht, aber diese Position eignet sich nun mal am besten, um diese Problematik zu illustrieren. Goff hat auch nicht komplett verheerend gespielt, im Gegenteil. Aber er hat nie einen Weg gefunden, dem Sieg zumindest halbwegs nahe zu kommen. In diesem Kontext könnte es für Marcus Mariota und selbst für Blake Bortles recht wertvoll sein, dass die gleich ihr erstes Playoff-Spiel gewonnen haben und dieses Thema umgehend bei der ersten Gelegenheit vom Tisch wischen konnten. Goff wünsche ich, dass er die richtigen Lehren zieht, es ihm nicht so ergeht wie Ryan und er früher als später zu einem Spielmacher reift, der im Jänner voll da ist. Aber wie gesagt: Das gilt bei den Rams auch für die Todd Gurleys, Sammy Watkins' und Pharoo Coopers dieser Welt. Schade um eine tolle Saison. Aber erst in den Playoffs entscheidet sich, ob man tatsächlich in Richtung Superstar tendiert oder ob man ein ewiger Postseason-Verlierer wie Andy Dalton bleibt.

Ja eh, ich bin einige Jahrzehnte älter als Kollege Kastler und nicht nur einige wenige Jahre, haha. Ich teile seine Freude über die Rückkehr von Jon Gruden und freue mich mit ihm, dass er diesen charismatischen Coach nun selbst bewusst bei der Arbeit beobachten kann. Ich streiche sein Charisma ganz bewusst heraus, denn gefühlt gibt es derzeit in der NFL einen kleinen Mangel an Trainern, die so richtig polarisieren. Und das wird "Chucky" bestimmt. Dennoch komme ich nicht umhin, diesen Deal der Oakland Raiders bei aller Freude als negativ einzuordnen. Ein Zehnjahres-Vertrag (!) für 100 Millionen Dollar ist schlichtweg Irrsinn! Gut, ein Super-Bowl-Titel in dieser Zeit und kein Mensch wird mehr fragen - aus diesem Blickwinkel her ist es kalkulierbares Risiko. Andererseits brauche ich wohl niemandem zu erzählen, dass sich Titel in der NFL nicht garantieren lassen, wenn man nicht Joe Namath heißt. Was, wenn man nach zwei, drei Jahren weiß, dass Gruden doch nicht der Weisheit letzter Schluss war? Wenn sich herausstellt, dass sich im Jahrzehnt seit seinem letzten Head-Coach-Engagement dieser Job nicht zu seinem Vorteil verändert hat? Und ja, das wird man nach allerallerallerspätestens drei Jahren wissen. Denn anders als etwa Nachbar San Francisco 49ers, der Head Coach Kyle Shanahan mit einem Sechsjahres-Vertrag ausgestattet hat, ist man in Oakland weit weg von einem Rebuilding, für das man die ersten zwei, drei Jahre des Kontrakts einkalkulieren muss. "Win now" heißt das Motto in Oakland und dieses könnte durch den anstehenden Umzug nach Las Vegas zumindest eine Ablenkung erfahren. Solch eine Relocation kann auch neue Kräfte freisetzen, unterm Strich bleibt es aber eine Herausforderung, wenn sich alle Angestellten samt ihrer Familien in einer neuen Stadt eingewöhnen müssen. Ich sehe wirklich viel Gutes am Gruden-Comeback, ich sehe die riesigen Chancen, die sich dadurch ergeben, aber ohne ein Spielverderber sein zu wollen, läuten bei mir bei einem solchen Vertrags-Konstrukt gleichzeitig einfach auch alle Alarmglocken. Dies könnte sich noch als riesige Geldverbrennung herausstellen.

Es war natürlich die OMG-Partie dieses Wochenendes und ich möchte den Titans-Fans dieser Welt, einen kenne ich persönlich, gratulieren. Für solche Playoff-Siege geht man mit seinem Team auch durch ganz lange, schwierige Zeiten. Und ja, ich glaube noch immer nicht, dass Mike Mularkey der Über-Drüber-Coach ist, aber dieser Sieg spricht auch für ihn. Was mich in jedem Fall freut, ist, dass sich diese Franchise diesen Sieg auch durch den Draft erarbeitet hat. Auch wenn WR Corey Davis (Pick 5/Draft 2017) diese Saison noch nicht überzeugt hat, wird er kommen. Die Erstrunder T Jack Conklin (8/2016), QB Marcus Mariota (2/2015) und T Taylor Lewan (11/2014) waren am Samstag Schlüssel zum Sieg bei den Chiefs und natürlich Zweitrunden-RB Derrick Henry, der mit seinen 156 Yards und seinem Traum-Lauf zum Touchdowns gezeigt hat, dass er dieses Team auch alleine tragen kann. Schön, wenn Postseason-Erfolg erdraftet ist.

Kollege Altmann hat es oben schon angesprochen, jedes Wildcard-Spiel hatte etwas für sich. Und die Playoffs sind ohnehin immer geil, egal was wie wann wo passiert. Wir sind wohl auch der Meinung, dass uns nun das geilste Football-Wochenende des Jahres ins Haus steht. Die Divisional Round mit vier Spielen am Samstag und Sonntag macht tradtionell sehr viel Spaß. Die besten Teams der Regular Season steigen ins Geschehen ein und jedes Duell hat etwas für sich: Eagles gegen Falcons - können die Falcons den Playoff-Traumstart auch bei der Nummer 1 in der NFC verlängern bzw. können die Eagles auch "trotz" Nick Foles ein Playoff-Spiel gewinnen? Welche Auswirkung hat der ESPN-Artikel (siehe unten) auf die Leistung der Patriots zu Hause gegen die Titans (Spoiler: sie gewinnen noch höher als ohnehin schon) bzw. sind die Titans bereit für das größte Kaliber (Spoiler: nope!)? Wiederholen die Jaguars ihren 30:9-Sieg bei den Pittsburgh Steelers? Vielleicht nicht in der Höhe, aber zutrauen tue ich es dieser Defense und Bortles kann schwer schlechter passen. Was zeigen die Killer B's in der Postseason? Wie geht es vor allem Antonio Brown nach seiner Verletzung? Und zum Abschluss: Kann die geile Offense der Saints die Beton-Abwehr der Vikings in jenem Stadion, wo drei Wochen später Super Bowl LII abgeht, zum Bröckeln bringen? Kurzum: BRING IT ON!

Der neue Head Coach der Chicago Bears heißt Matt Nagy. Nach der Niederlage gegen die Kansas City Chiefs in den Playoffs ist der Offensive Coordinator (offiziell) frei für Gespräche gewesen und schwupps di wupps ist er erstmals Head Coach. Bei den Chiefs hat er gezeigt, was er mit einer qualitativ guten Offensive erreichen kann. Lassen wir die zweite Hälfte gegen die Titans einmal außen vor, zumal mit Travis Kelce auch ein Schlüsselspieler weg war. Zuvor war Nagy Quarterbacks Coach und deswegen stehe ich dieser Verpflichtung auch positiv gegenüber. Denn Mitch Trubisky muss der Kern dieses Teams werden und da kann ein Förderer auf dem Head-Coach-Posten nur helfen. Jetzt muss man in der Offseason auch dem neuen Head Coach helfen, mit Anspelstationen für Trubisky. Nagy ist 39 Jahre alt, der Trend Richtung Head-Coaches unter 40 Jahren geht weiter. Sean McVay hat es vorgezeigt. Ich bin schon gespannt, was unser "Go_Bears" über die Verpflichtung denkt.

Zwei Mal hatte ich an diesem Wochenende Grund, zumindest innerlich den Kopf zu schütteln: Darrelle Revis, oh boy. Nein, es geht nicht um die "Best Performance by a Supporting Role" in "How Marcus Mariota catched his own TD pass". Sondern um den Spielzug, der Tennessee ein First Down und letztlich den Sieg bescherte. Während Mariota Derrick Henry für dessen 22-Yards-Run den Weg kollegial freiblockte, lief der frühere Star-Cornerbacker in diese Richtung aus. Es geht um die letzte Chance in einem Playoff-Spiel und Revis spaziert in die Richtung des Gegenspielers, der die Partie beenden kann? Das kann und will ich nicht glauben. Früher hatten Receiver keine Chance auf Revis Island, jetzt ist er nur noch ein Schatten seiner selbst und das schon seit einiger Zeit. Noch hat er ein Jahr Vertrag bei den Chiefs, aber Werbung in eigener Sache sieht anders aus. Sportlich hat er in fünf Spielen, zwei als Starter, zwei verteidigte Pässe zu Buche stehen und zehn Tackles. Es wäre jedenfalls schlimm, diese weitestgehend Ausnahme-Karriere so zu beenden. Punkt 2: Wozu gibt es dieses Concussion Protocol der NFL eigentlich? Cam Newton kassierte einen argen Hit gegen den Kopf, geht vom Feld, taumelt zu Boden - und spielt dann wieder? Das kann doch keiner ernstnehmen. Es ist Pflicht, in die Kabine zu gehen und sich das genau anzusehen. Newton meint selbst, es habe ihn am Auge erwischt, aber ein "Superman" wie Cam Newton taumelt doch nicht einfach so auf den Boden, wenn es "nur" ums Auge geht? Das Team und auch die Liga müssen sich hier klar hinterfragen.

Wer sich den ESPN-Artikel "For Kraft, Brady and Belichick, is this the beginning of the end?" noch nicht durchgelesen hat, dem empfehlen wir das an dieser Stelle. Liest sich so spannend wie ein Krimi. Nun gab es natürlich viele Reaktionen darauf, allen voran von den Patriots, die Einigkeit demonstrierten. Der Autor, Seth Wickersham, verteidigt seinen Artikel, er habe etwa mit mehr als zwölf Personen an Staff-Mitgliedern, Funktionären, Spielern und Personen innerhalb der Liga gesprochen. Wenn ich mir es erlauben darf, den Artikel journalistisch zu bewerten, dann kann ich so gut wie nichts daran aussetzen. Das eine oder andere könnte präziser dargestellt werden, aber der Kern der Geschichte macht für mich Sinn. Vor allem dieser eine Umstand: Warum traden die Patriots mir nichts, dir nichts Jimmy Garappolo für lediglich einen Zweitrunder? Da haben wir uns doch alle hier gefragt: Ernsthaft? Das ist so gar nicht Patriots-Style, so gar nicht Belichick-Style. Und wenn man sieht, wie Jimmy G bei den Niners losgelegt hat, versteht man das noch weniger. Auf der anderen Seite ist Brady das, was Cristiano Ronaldo im Fußball ist. Ein Profi, der so sehr auf seinen Körper achtet, dass wir hier ganz klar von Wissenschaft sprechen müssen - nennen wir sie eben "TB12 Method". Diese beiden Umstände sind meiner Meinung nach Grund genug, diesem Artikel Glauben zu schenken. Abgesehen davon, dass ESPN für mich ohnehin journalistisch gesehen stets glaubwürdig ist. Nun stellt sich die Football-Welt also die Frage: Macht Belichick wirklich einen Schuh? Keiner weiß, wie es in ihm drinnen zugeht, bei Pressekonferenzen dürfen wir uns auch keine emotionale Erklärungen, die länger als ein Wort ("Absolutely") sind, erwarten. Ich kann mir beides vorstellen. Einen Verbleib, weil sie am Ende des Tages alles dem Erfolg unterordnen. Und Belichicks Abgang, weil er bei seinem berühmten 1-Tag-Jets-Head-Coach-Dasein gezeigt hat, dass er zu allem fähig ist.

Textquelle: © LAOLA1.at

NFL-Playoffs 2017: Saints ringen die Panthers nieder

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